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DHC Rheinland: DHC scheint für Punktjagd gerüstet

DHC Rheinland : DHC scheint für Punktjagd gerüstet

Ohne große Mühe hat Handball-Zweitligist DHC Rheinland die Hürde in der ersten DHB-Pokalrunde mit einem 33:22-Sieg gemeistert. Auch wenn Drittligist TSG Münster sicher kein Maßstab war, scheinen die Dormagener für die Jagd nach den zum Ligaverbleib nötigen Punkten gerüstet

Egal, wie die Begegnung am Freitagabend in der Maxipark-Arena auch ausgehen mag: Beim DHC Rheinland werden sie froh sein, wenn sie vorbei ist. Denn die ersten 60 Ligaminuten bei Mitabsteiger ASV Hamm dürften endlich Aufschluss darüber geben, wo der runderneuerte Handball-Zweitligist leistungsmäßig einzuordnen ist. "Ich weiß es nämlich immer noch nicht", gab Trainer Richard Ratka nach dem letzten Test-, dem ersten Pflichtspiel zugleich unter seiner Regie, offen zu. Das bescherte den Dormagenern mit dem vor 604 Zuschauern locker herausgespielten 33:22 (Halbzeit 17:7) über Drittligist TSG Münster den Einzug in die zweite DHB-Pokalrunde.

Ein Maßstab war der hessische Talentschuppen um den Ex-Dormagener Daniel Wernig, mit fünf Toren bester Werfer der TSG, jedoch nicht. Er offenbarte jedoch, woran es beim Zwangsabsteiger sechs Tage vor dem Saisonauftakt noch hapert: Der "zweite Anzug" sitzt nicht, das Leistungsgefälle innerhalb des Kaders macht sich sofort im Spielfluss und in der Anhäufung von Fehlern bemerkbar.

Überraschen kann diese Erkenntnis freilich nicht. "Uns fehlt halt jegliche Erfahrung", sagt Ratka mit Blick auf seine 14-köpfige Truppe, aus der sich die meisten Akteure vor acht Wochen nicht einmal dem Namen nach kannten. Immerhin scheint es dem 47-Jährigen gelungen zu sein, sie in relativ kurzer Zeit zu einer Einheit geschweißt zu haben, der der Spaß am handballerischen Tun deutlich anzumerken ist.

Ob das reicht, den durch den Abzug von acht Pluspunkten ohnehin erschwerten Auftrag "Ligaverbleib" zu erfüllen, wird sich herausstellen. Die "erste Sieben" — Torhüter Jendrik Meyer, die Außen Tobias Plaz und Michiel Lochtenbergh, der erst vor zwei Wochen verpflichtete Kreisläufer Bastien Arnaud und die Rückraumspieler David Breuer, Björgvon Holmgeirsson und Bartosz Konitz — scheint in jedem Fall Zweitliga-tauglich. Doch was passiert, sollte einer der "Halben" (Breuer, Konitz) verletzungsbedingt ausfallen? Und was passiert, sieht sich die Deckung plötzlich nicht mehr hessischen Jungspunden sondern Zweitliga-gestählten Kraftprotzen gegenüber?

Ratka hofft, dass ihm die ersten Saisonspiele in Hamm, gegen Bittenfeld und in Düsseldorf Antwort auf diese Fragen geben: "Danach wissen wir, woran wir noch zu arbeiten haben." Die erste Halbzeit der Pokalpartie nährt jedenfalls die Hoffnung, dass der DHC rein sportlich einen "freien Fall" nicht zu fürchten braucht. "Gegen die Drittligisten haben wir einen Klassenunterschied mehr als deutlich gemacht", sagt der Trainer. Doch ab Freitag geht es nur noch gegen Zweitligisten der besseren Sorte: "Leichte Gegner gibt es in der Liga nicht", meint Ratka. Und hofft, dass diese Einschätzung aus Sicht der anderen auch für den DHC gilt.

(NGZ)