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DHC Rheinland: DHC: Zwei nicht geplante Punkte geben Sicherheit

DHC Rheinland : DHC: Zwei nicht geplante Punkte geben Sicherheit

Tobias Plaz gehört sicher nicht zu den euphorisch übersprudelnden Handballern Deutschlands. Doch am Freitagabend war bei dem 29 Jahre alten Linkshänder, einem von nur fünf "Überlebenden" aus dem letztjährigen Erstliga-Aufgebot des DHC Rheinland, die Erleichterung über den geglückten Saisonauftakt mit Händen greifbar.

"Das war ungeheuer wichtig," meinte der Mannschaftskapitän nach dem 31:24-Sieg beim ASV Hamm Westfalen (die NGZ berichtete), zu dem der Rechtsaußen drei Treffer beisteuerte. Darunter den vorentscheidenden vier Minuten vor Schluss, nachdem er einen langen Pass von Torhüter-Oldie Torsten Friedrich (40) abgefangen und ihn zum 26:22 überwunden hatte.

Seinen Anteil an den ersten Punkten wollte Plaz freilich nicht überbewerten: "Wir haben als Mannschaft überzeugt, das war das entscheidende." Schließlich kannte er vor sieben Wochen den größten Teil seiner Mitspieler nicht mal dem Namen nach. "Es ist schon erstaunlich, wie schnell das zusammen gewachsen ist", meint Plaz über das Dormagener Ensemble, in dem am Freitag kein individueller Schwachpunkt auszumachen war, aus dem aber noch reichlich Spieler steigerungsfähig erscheinen.

"Das ist doch normal", findet der Kapitän, "wir haben viele Sachen ja noch gar nicht richtig zusammen trainiert, weil keine Zeit dafür war." Zum Beispiel für ein Konzept bei eigener Unterzahl: Die vier Zeitstrafen gegen den DHC nutzten die Hausherren stets, um die Partie, in der sie kein Mal führten, wieder offener zu gestalten. Doch auch als der Bundesliga-Absteiger zwei Mal (11:11, 16:16) ausgleichen konnte, "haben wir die Ruhe bewahrt" befand Plaz.

Sein Trainer sah es ähnlich: "Natürlich haben wir noch viele Fehler gemacht, aber insgesamt war das schon die Art von Spiel, wie ich es mir vorstelle." Trotzdem warnt Richard Ratka vor verfrühter Euphorie: "Wir haben immer noch sechs Punkte Rückstand auf alle anderen Teams", sagt er eingedenk der acht Zähler, die dem DHC am Saisonende abgezogen werden.

Und mit Blick auf den Heimauftakt am Freitag (19.45 Uhr) gegen den TV Bittenfeld gibt er zu bedenken: "Jetzt sind alle gewarnt, jetzt werden sich alle auf unser Spielsystem einstellen." Die Hammer schienen das nicht besonders sorgfältig getan zu haben: Gegen Björgvin Holmgeirsson, mit neun Treffer erfolgreichster Werfer der Partie, fanden sie überhaupt kein Gegenmittel.

Dabei hatte dessen älterer Bruder Einar in der vergangenen Saison noch beim ASV gespielt. Am Freitag saß er auf der Freude und freute sich über das geglückte Debüt seines "kleinen" Bruders — ähnlich verhalten wie Tobias Plaz.

(NGZ)