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Politik in Dormagen: SPD und Grüne fordern kostenlose Periodenprodukte

Dormagener Politiker fordern : Kampf für Gleichberechtigung durch kostenlose Menstruationsprodukte

SPD und Bündnis90/Die Grüne fordern die Bereitstellung von kostenlosen Menstruationsprodukten und stellen dieses Thema im Ausschuss zu Diskussion.

Es ist kein Geheimnis, dass Menstruationsprodukte überdurchschnittlich teuer sind und dass das Thema „Periodenarmut“ hierzulande nicht unbekannt ist.  Daher fordern SPD und Bündnis90/Die Grünen  nun kostenlose Menstruationsprodukte in öffentlichen Räumen, wie beispielsweise in Schulen oder der Stadtbibliothek. Für die Dormagener Grünen-Politikerin Nana Wallraff ist dieses Thema ein persönliches Anliegen: „Es ist definitiv überfällig und sehr wichtig. Diese Thematik betrifft so viele Menschen auf der Welt und es sollte selbstverständlich sein, dass Frauen freien Zugang zu diesen Produkten haben“, führt sie gegenüber der Redaktion aus.

Laurenz Tiegelkamp (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, erklärt: „Im monatlichen Hartz-IV-Regelsatz von nur 17,02 Euro für Gesundheitspflege werden diese Produkte nicht einmal gesondert berücksichtigt.“ „Daher können sich viele Frauen und Mädchen in finanziell prekären Situationen keine Hygieneartikel leisten“ ergänzt Nana Wallraff. Mit der Senkung der Mehrwertsteuer auf Periodenprodukte zum 1. Januar vergangenen Jahres von 19 auf 7 Prozent sei es nicht getan. Gesundheitliche und psychische Belastungen seien die Folge, wenn Frauen keinen Zugriff auf Menstruationsprodukte hätten.  Laurenz Tiegelkamp nennt  Beispiele: „Während unter anderem in Schottland, Neuseeland und Frankreich an öffentlichen Orten kostenlose Menstruationsartikel bereitgestellt werden, gibt es hierzulande noch keine bundeseinheitliche Regelung.“ Aus diesem Grund wollen die Fraktionen kommunalpolitisch aktiv werden und beantragen gemeinsam für die nächste Sitzung des Stadtrats, an allen weiterführenden Schulen in Dormagen die kontrollierte und kostenfreie Ausgabe von Binden und Tampons anzubieten. „Wir denken hier zum Beispiel an die Installation von Spendern, die sowohl die hygienischen Ansprüche erfüllen als auch verschiedene Produktvarianten beinhalten“, erklärt der Sozialdemokrat. In einem weiteren Schritt soll geprüft werden, inwieweit sich das kostenlose Angebot auch in Behörden mit Publikumsverkehr wie dem Bürgeramt und in öffentlichen Gebäuden wie in der Stadtbibliothek oder im Stadtbad umsetzen lässt.

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„Damit die kostenfreie Bereitstellung der Hygieneartikel an Schulen und öffentlichen Orten auch bekannt wird und damit die mit der Menstruation verbundenen Probleme zudem in der Gesellschaft viel breiter wahrgenommen werden, soll dann über die Einführung umfassend informiert werden“, erklärt Nana Wallraff. Laurenz Tiegelkamp abschließend: „Wir schlagen vor, dass das Angebot zunächst auf zwei Jahre begrenzt wird, damit die damit gemachten Erfahrungen, Reaktionen und Kosten im Anschluss bewertet werden können.“

Einen Kommentar zu dem Thema gibt es hier:Kostenpflichtiger Inhalt Menstruation darf kein Tabu-Thema sein

(kiba)