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Dormagen: Hochwasser stoppt die Zonser Fähre

Dormagen : Hochwasser stoppt die Zonser Fähre

Bereits zum dritten Mal binnen weniger Monate muss Fährmann Wolfgang Jansen seine Fähre am Zonser Ufer vertäuen. Der wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich, zumal Jansen jüngst in einen neuen Motor investierte.

Mitunter kommt die Zwangspause ganz gelegen. Etwa dann, wenn der Kiel der "Fähre Niederrhein" dringend mal wieder gereinigt oder der Motor überholt werden muss. Die dritte Zwangspause binnen weniger Wochen ist für Wolfgang Jansen dann aber doch zu viel. "Mir laufen die Kosten weg", sagt der Fährmann, der normalerweise im Viertelstundentakt zwischen Zons und Urdenbach hin- und herpendelt. Das Rheinhochwasser blockiert den Betrieb, die Anleger sind überspült. Dabei hatte Jansen seiner "Niederrhein" unlängst noch einen neuen Motor spendiert: "Die Investition muss dringend wieder reingeholt werden."

Bis zu einem Pegelstand von 6,60 Meter — gemessen in Köln — ist der Betrieb möglich. Am Dienstag erreichte der Rhein seinen vorläufigen Höchststand — 7,52 Meter. Seitdem fällt der Pegel, für Jansen aber nicht schnell genug. Ich habe vier Festangestellte, Steuer, Versicherungen — es ist ja nicht so, als müsste ich momentan keine Rechnungen mehr bezahlen." Nur den Diesel spart er. Mehrmals täglich kontrolliert Wolfgang Jansen die Messstände in Köln — 7,18 Meter sind am Donnerstamorgen immer noch 58 Zentimeter zu hoch. Immerhin: Wolfgang Jansen hat vorgesorgt: "Das Hochwasser kommt ja nicht überraschend — es hält sich in diesem Jahr nur etwas länger." Während der Sommermonate bildet der Fährbetrieb Rücklagen für die Hochwassermonate. Ende Dezember schipperte Jansen zudem wie geplant den Rhein hinauf nach Bonn, um die "Niederrhein" in einer Werft wieder fit zu machen. "Dabei wird der Kiel mit Dampf abgestrahlt, zusätzlich haben wir einen neuen Motorblock eingebaut", erzählt Jansen. Rund 120 000 Euro hat er in die neue Technik investiert. "Bei einem Ausfall können wir nun sehr leicht ganze Motorblöcke wechseln."

Bei laufendem Betrieb ist Jansen mit dem Geschäft zufrieden. "Die Tatsache, dass unsere Fähre für viele Berufspendler einen großen Umweg über die Brücke überflüssig macht, hat sich etabliert." Hinzu kommt das Saisongeschäft, bei dem Jansen bis zu vier Aushilfen zusätzlich einstellt. Bis zu 190 Personen und 17 Pkw kann die "Niederrhein" pro Fahrt über den Rhein bringen.

Wenn der denn endlich wieder in sein angewiesene Bett zurückkehren würde. "Eigentlich dürfte das Schlimmste überstanden sein", orakelt Jansen. Ein wenig Schneeschmelze noch, "der Niederschlag bei uns spielt eigentlich keine Rolle." Hoffnung macht ihm die Prognose der Hochwasserschutzzentrale in Köln. "Da die Niederschläge derzeit im gesamten Einzugsgebiet nicht als Regen, sondern als Schnee fallen, wird der Rheinwasserstand auch in den Karnevalstagen weiter fallen. Bis Aschermittwoch ist Vater Rhein wieder in seinem Bett", schreibt die Zentrale auf ihrer Homepage. So präzise würde Jansen nie eine Aussage über den Pegelstand wagen. "Da könnte ich genauso gut die Lottozahlen vorhersagen", sagt der Fährmann und lacht. Immerhin den Humor hat noch nicht verloren.

(NGZ/ac/top)