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Dormagen: Sitzungskarneval braucht neue Ideen

Dormagen : Sitzungskarneval braucht neue Ideen

Tolle Stimmung herrscht in den Zelten und Sälen bei den Karnevalssitzungen. Aber zum Teil zurückgehende Besucherzahlen bringen die Kostenrechnungen einiger Gesellschaften durcheinander. Der Trend geht zur Party.

So unterschiedlich sind närrische Veranstaltungen besucht: Während sich bei der bisher meist voll besetzten Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft (KG) Rot-Weiß Stürzelberg nur 220 Besucher einfanden, meldet die KG Rot-Weiß Feste Zons mit 450 Besuchern für die Prunksitzung am Samstag "praktisch ausverkauft". Ein Grund für die unterschiedliche Resonanz bei den Sitzungen: Die Narren wählen gezielt "ihre" Veranstaltung aus, während sie ansonsten Partys oder auch Kindersitzungen stürmen.

"Wir waren mit dem Besuch dieses Jahr durchaus zufrieden, der nach einer Parallelveranstaltung 2012 jetzt wieder gestiegen ist", sagt Karlheinz Meyer, zweiter Vorsitzender der KG Rot-Weiß Stürzelberg. Zwar würde die KG gern "mal wieder die 250 erreichen, das würde uns helfen, die Kosten zu decken", aber das neue Programm müsse sich erst etablieren. Um den Trend zur Party-Stimmung aufzugreifen, setzen die Stürzelberger auch in der kommenden Session auf eine Mischung von klassischem Karneval und Musik: "Im zweiten Teil sollen unsere Gäste dann richtig feiern können", erklärt Meyer.

In Zons sind bereits fast alle 480 Plätze im Zelt für die Prunksitzung am 9. Februar verkauft, wie Vorsitzender Wiljo Wimmer erklärt: "Es wird vielleicht noch ein paar Restkarten an der Abendkasse geben."

Wer auf die Prunksitzungen geht, wird meist mit einem anspruchsvollen Programm belohnt, wie in Dormagen: Insgesamt über 1800 Besucher an drei Tagen zählte die KG Ahl Dormagener Junge im Festzelt auf dem Schützenplatz. Zur Mädchensitzung kamen mehr als 400 jecke Wiever, bei der Kostümsitzung mehr als 500 Besucher und bei der Kindersitzung rund 900 Gäste, davon 700 Kinder. "Damit sind wir insgesamt zufrieden, auch wenn die Resonanz der Kostümsitzung ausbaufähig ist", erklärt Erik Lierenfeld, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der KG. Nach über 700 Gästen im vorigen Jahr bei der Jubiläumssitzung war es die einzige Sitzung mit einem Rückgang für die Ahl Dormagener Junge. "Sechs Stunden Programm mit Top-Kräften aus Köln zu Dormagener Gastronomiepreisen sollten eigentlich einen Besuch wert sein", meint Lierenfeld. Mit Werbemaßnahmen und mehr Mund-zu-Mund-Propaganda möchte die KG 2014 das Zelt mit 800 Plätzen füllen.

Auch die KG Thalia Blau-Weiß Delhoven begeisterte am Samstag mit ihrem Programm ihre Gäste, auch wenn mit 280 Zuschauern 40 weniger als im Vorjahr erschienen. Zuvor musste der Vorstand wegen gestiegener Kosten den Eintrittspreis um 4,50 auf 19,50 Euro erhöhen, was dem KG-Vorsitzenden Manfred Strick zufolge viele Besucher jedoch für gerechtfertigt gehalten hätten. Für 2014 ist die Prunksitzung garantiert, danach entscheidet die Besucherresonanz, ob das Angebot aufrechterhalten werden kann.

Es gibt auch den Mut zu neuen Angeboten, die dem Party-TrendRechnung tragen: Dieses Jahr versuchen die "Sonndachsjecken", den Karneval im Festzelt in Hackenbroich mit einer Altweiberparty, einem Tanzgarden-Abend und einer Party nach dem Umzug neu zu beleben. "Wir probieren jetzt einmal aus, wie dieses Angebot ankommt", erklärt Rolf Esser, zweiter Vorsitzender der KG Sonndachsjecke Hackenbroich. Daher ist der Eintritt für alle Veranstaltungen dort frei. Allerdings ist das Risiko für die kleine KG noch nicht ganz geklärt: "Was da finanziell auf uns zukommt, wissen wir noch nicht genau", sagt Esser.

(NGZ/url)