Monheim: Fähre Urdenbach-Zons stellt Betrieb ein

Monheim: Fähre Urdenbach-Zons stellt Betrieb ein

Ab Freitag ist auch der Urdenbacher Weg von Haus Bürgel bis Düsseldorf gesperrt. Grund ist das Hochwasser im Rhein.

Tauwetter und stetig anhaltender Regen lassen den Rhein immer mehr ansteigen. Donnerstagabend kletterte der Kölner Pegel bereits über die Sieben-Meter-Marke. Schon am Mittwochnachmittag hat Wolfgang Jansen den Betrieb seiner Fähre von Urdenbach nach Zons eingestellt. Und ab heute Morgen ist der Urdenbacher Weg nach Düsseldorf für den Verkehr gesperrt.

Land unter an der Klappertorstraße: Der Fluss tritt auch in Baumberg über das Ufer. Foto: Matzerath Ralph

Von Baumberg aus ist die Zufahrt bis Haus Bürgel zunächst noch möglich. Die Buslinie 788 fährt eine Umleitung über Hellerhof. Der Leinpfad von der Klappertorstraße zum Campingplatz Baumberg ist nicht mehr passierbar, das gilt ebenfalls für die Flutmulde im Rheinbogen. "Wenn der Kölner Pegel 7,50 Meter erreicht, wird auch der Fuß- und Radweg zwischen Kielsgraben und Deichstraße dicht gemacht", sagt Rainer Fester, zuständig für den Hochwasserschutz in Monheim. "Das wird schon in Kürze soweit sein." Der Einsatzleiter kommt gerade von seinem Kontrollgang auf dem Deich zurück ins Rathaus und ist mit dem Ergebnis zufrieden: "Unser Deich ist in einem guten Zustand." Erst im Sommer sei die Wiese nachgesät und gedüngt worden. Vor rund 15 Jahren hatten das Land NRW, die Europäische Union (EU) und die Stadt 30,7 Millionen Euro in den Rückbau des alten Deiches investiert. Seitdem liegt der größere Teil des Schutzwalls weiter weg vom Rhein.

Erreicht der Wasserstand 8,50 Meter, wird der Betriebshof in Bereitschaft versetzt. Kontrollgänge finden in kürzeren Abständen statt - nämlich zweimal täglich. Steigt der Kölner Pegel wie Weihnachten 1993 und im Januar 1995 sogar auf über 10,50 Meter, "helfen auch Rotes Kreuz, DLRG und die Feuerwehr wo sie nur können", erläutert Rainer Fester. "Das ist im Moment aber noch nicht nötig."

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Erst ab einem Pegel von 9,50 Metern denkt Torsten Schlender darüber nach, Sandsäcke zum Schutz der Bevölkerung zu füllen. Auch der Feuerwehrchef hat sich gestern einen Überblick verschafft. "Das Deichvorflutgelände läuft langsam voll. Wir müssen jetzt in Einzelfällen unvorsichtige Reiter oder Fußgänger in Sicherheit bringen." Fährmann Wolfgang Jansen nutzt den Stillstand seines Schiffes derweil für Anstreicherarbeiten, und er räumt ein bisschen auf. Auch in der kommenden Woche rechnet er noch nicht damit, Autos, Radfahrer und Spaziergänger wieder über den Rhein setzen zu können. "Ab einem Pegelstand von 6,40 Metern laufen die Zufahrtspisten an beiden Ufern voll und die Autos können nicht mehr auf die Fähre fahren", erklärt er.

Im Januar vor einem Jahr musste seine Fähre sogar mehrere Wochen pausieren. Ursache war da aber nicht Hoch- sondern im Gegenteil extremes Niedrigwasser. Im letzten Sommer sei die Situation dann über längere Zeit wegen der Trockenheit grenzwertig für die gesamte Schifffahrt gewesen. "2017 hatten wir aber überhaupt kein Hochwasser", blickt Jansen zurück."

(pc)
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