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Dormagen: 311 neue LED-Lampen für Dormagens Straßen

Dormagen : 311 neue LED-Lampen für Dormagens Straßen

Rund 120 000 Euro investiert die Stadt in moderne, umweltfreundliche Beleuchtungstechnik. Die Einsparungen sollen sechsmal so hoch sein.

Die Technischen Betriebe Dormagen (TBD) rüsten die Straßenbeleuchtung weiter auf moderne LED-Technik um. Nachdem bereits 2007 und 2008 die alten Quecksilberdampflampen gegen umweltschonendere Natriumdampflampen getauscht wurden, soll der nächste Schritt in diesem Jahr vollzogen werden. "Mit Hilfe von Bundesfördermitteln werden wir weitere 311 Straßenlaternen umrüsten", kündigt TBD-Vorstand Gottfried Koch an.

Vor allem in den Stadtteilen Hackenbroich und Horrem sowie an der Frankenstraße und der Nettergasse in der Innenstadt wird sich die Beleuchtung ändern. Anwohner und Passanten müssen sich auf deutlich kälteres Licht einstellen: "Die LED-Lampen leuchten in neutralweißer Farbe. Anders als die bisherigen Natriumdampflampen, die ein mehr gelbliches Licht abgeben", sagt Straßenbeleuchtungsleiter Lothar Brenner von den TBD. Etwaige Kritik an der Farbveränderung will Brenner aber nicht gelten lassen: "Das neue Licht ist nicht kalt, sondern stellt einen Kompromiss zwischen angenehmer Wahrnehmung und guter Helligkeitsausbeute dar."

Erste Erfahrungen gibt es bereits: 2011 installierten die TBD 49 LED-Leuchten in den Stadtteilen Gohr und Zons. Im vergangenen Jahr folgten weitere 248 LED-Lampen. "Inzwischen setzen wir in allen Neubaugebieten grundsätzlich nur noch die neue Technik ein", so Brenner. Betroffen sind etwa die Wohnquartiere im "Malerviertel" oder "Im Gansdahl".

Rund 120 000 Euro will die Stadt in diesem Jahr investieren, ein entsprechender Antrag wurde vom zuständigen Planungsausschuss trotz der angespannten Finanzsituation einstimmug durchgewunken. Die TBD rechnet mit einer erheblichen Kosteneinsparungen, die Investition sei deshalb gerechtfertigt: "Wir gehen davon aus, dass wir mit den 311 LED-Leuchten innerhalb der nächsten 30 Jahre Stromeinsparungen von 712 000 Euro erzielen. Neben den erheblichen Entlastungen für die Umwelt können wir die Gesamtkosten dadurch um etwa 50 Prozent senken", so Brenner.

Den geplanten Umstellungen sei eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung beim städtischen Tochterunternehmen vorausgegangen. Zudem werde die Umstellung im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums mit 20 Prozent bezuschusst. Sobald die Förderung bewilligt ist, werden die Aufträge ausgeschrieben.

Allerdings ist damit die technische Entwicklung längst nicht abgeschlossen. Aktuell prüfen die TBD bereits den nächsten Schritt. Mit Induktionslampen, bei denen im Inneren des Leuchtkörpers die Gasentladung durch eine magnetische Kopplung und nicht über Elektroden erfolgt, soll der Stromverbrauch noch einmal um 50 Prozent gesenkt werden. Der flächendeckende Austausch ist zwar noch zu teuer, doch eine Testphase hat begonnen: Erste Ergebnisse werden im Sommer vorliegen. "Damit geht Dormagen absolut im Gleichschritt mit der Technik. In Kaarst wird beispielsweise erst jetzt auf LED-Technik umgestellt. Da sind wir einen ganz Stück weiter", sagt René Schneider, Sprecher der CDU-Fraktion im Verwaltungsrat der TBD.

(NGZ/rl)