Dormagen: Schüler machen mehr aus „Fridays for Future“

Protest auch in Dormagen : Schüler machen mehr aus „Fridays for Future“

Nach der Teilnahme an einer der Demos folgen am Norbert-Gymnasium Knechtsteden eine Projektgruppe und ein Austausch-Projekt.

Tausende Schüler demonstrieren auch am heutigen Freitag wieder im Rahmen der „Fridays for Future“-Bewegung für mehr Klimaschutz. Auch 35 Schüler des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden (NGK) haben das bereits getan: auf einer der ersten Groß-Veranstaltungen mit rund 3000 Demonstrierenden Mitte Januar in Köln – unterstützt von Schulleitung und Lehrerschaft. Das Interesse bleibt groß: Auch jüngere Schüler suchen vermehrt den Kontakt zu den Lehrkräften. Künftig wird es deshalb eine Projektgruppe „Fridays for Future“ sowie ein Erasmus-Plus-Projekt am NGK geben.

Leonie Pissowotzki (15) hatte den Demo-Besuch im Januar initiiert. Über Social Media habe sie von der Bewegung erfahren, sagt sie, und das Thema mit ihrer Freundin Lena (15) im Unterricht angesprochen. Ben von Berg, Lehrer für Philosophie, Sozialwissenschaften und Geschichte am NGK, zeigte sich begeistert von der Eigeninitiative. „Ich habe gemerkt: Da kommt etwas bei den Schülern an.“ Sogleich holte er die Unterstützung von Schulleiter Johannes Gillrath ein. „Wir wollen die Schüler darin fördern, selbstständige Entscheidungen zu treffen“, begründet Gillrath seine Zustimmung zum damaligen Vorhaben. Offiziell haben die Schüler mit Ben von Berg eine Exkursion nach Köln unternommen – eine bemerkenswerte Erfahrung für die Jugendlichen: „Das war ein ganz besonderes Gefühl, mit so vielen Menschen für eine gemeinsame Sache zu kämpfen“, erinnert sich Lena.

Bei einer der ersten Groß-Demos in Köln waren rund 35 Schüler des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden dabei - unterstützt von ihren Lehrern und der Schulleitung.

Ein Demo-Besuch könnte sich zwar künftig wiederholen, doch wichtig ist es den Schülern, zunächst in ihrem Umfeld auf Umwelt- und Klimaschutz aufmerksam zu machen. Unabhängig von ihren älteren Mitschülern sind deshalb auch Lilly (10) und Nils (13) auf von Berg zugegangen. „Ich fänd’ es toll, wenn die ganze Schule Flagge zeigen würde“, sagt Nils. Deshalb werden von Berg und seine Kollegin Nadine Neuwöhner bald eine Projektgruppe starten, in der sich Schüler jeden Alters austauschen und gemeinsame Aktionen besprechen können. „Wir wollen damit Wege finden, unseren Teil zum Klimaschutz beizutragen“, erklärt von Berg. Bereits am ersten Tag haben sich über 20 Schüler für die Projektgruppe angemeldet. Zudem bietet das NGK fünf Schülern die Möglichkeit, am zweijährigen Austausch-Projekt „Auf der Arche um 5 Minuten vor 12“ von Erasmus Plus teilzunehmen, bei dem fünf Partnerschulen in Europa besucht und Umweltthemen behandelt werden. „Es ist wichtig, dass die Schüler sich mit den Themen intensiv beschäftigen und Zusammenhänge verstehen“, sagt Neuwöhner.

Für Leonie, Lena, Jule, Niklas und Nils ist Klimaschutz mehr, als bloß auf die Straße zu gehen. So wird in Niklas’ Elternhaus nicht mehr gebadet, die Familie von Lena fährt öfter mal Bahn, Leonie kauft sich Second-Hand-Klamotten und Jules Familie transportiert das Obst vom Supermarkt in Netztaschen. „Ich bin ein bisschen stolz, dass ich meine Eltern überreden konnte, den Stromanbieter zu wechseln und auf erneuerbare Energien umzusteigen“, fügt Lilly hinzu. Und Nils freut sich bereits auf das nächste Wochenende: „Da machen wir zu Hause einen Umwelt-Plan.“

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