Andreas Behncke (SPD) will 240 Millionen Euro in sozialen Wohnungsbau stecken.

SPD-Landratskandidat aus Dormagen : Andreas Behncke will 240 Millionen Euro in sozialen Wohnungsbau stecken.

Diese Summe will der SPD-Landratskandidat in Sozialen Wohnungsbau investieren.

Die Banner in flammendem SPD-Rot am Eingang des Bürgerhauses Horrem strahlten Selbstbewusstsein aus: „Im Rhein-Kreis Neuss fehlen 5000 Wohnungen, wir schaffen 5000 Wohnungen“ war da zu lesen – quasi als Begrüßung der Besucher vor der Podiumsdiskussion, zu der der SPD-Landratskandidat Andreas Behncke eingeladen hatte und an der neben ihm noch Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld, der Landesvorsitzende der NRW-SPD, Sebastian Hartmann, der NRW-Vorsitzende des Deutschen Mieterbundes, Hans-Jochen Witzke, und Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft, teilnahmen. Behncke hatte hohe Erwartungen geweckt. Eine „Hammer-Lösung“ hatte der Sozialdemokrat versprochen, um dem Mangel an günstigem Wohnraum im Rhein-Kreis Neuss entgegen zu wirken – wenn er sich denn im nächsten Jahr bei der Landratswahl gegen Amtsinhaber Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) durchsetzen kann.

Behncke redete nicht lange um den heißen Brei herum: Im Rhein-Kreis würden in den kommenden Jahren 21.000 neue Wohnungen gebraucht, davon die eingangs erwähnten 5000 im sozialen Wohnungsbau für Alleinstehende und Familien mit geringem Einkommen. Allein in Dormagen würden bis 2030 insgesamt 657 neue, günstige Wohnungen gebraucht. Behnckes Rezept: Als Landrat werde er ein Förderprogramm über insgesamt 240 Millionen Euro für den Bau von günstigen Wohnungen auflegen, verteilt über zehn Jahre. Den Kommunen im Kreis würden dafür also jährlich 24 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Damit könnten die Kommunen nach Behnckes Vorstellungen zum Beispiel Baugrundstücke kaufen.

Und die Gegenfinanzierung? „24 Millionen Euro sind 4,76 Prozent des Kreishaushaltes. Für die Sanierung der Krankenhäuser sind aus dem Kreishaushalt sogar 40 Millionen Euro geflossen, ohne dass dafür die Kreisumlage für die Kommunen angehoben werden musste. Die Finanzierung ist machbar. Das ist auch eine Frage der Prioritäten, man muss sich nur trauen“, sagte Behncke im Gespräch mit unserer Redaktion. Zudem könne ein Großteil der Kosten gedeckt werden, indem Fördertöpfe von Land, Bund und auf Europaebene angezapft werden, so die Rechnung des Landratskandidaten.

Ein Knackpunkt allerdings: Viele potenzielle Bauflächen sind nicht im Besitz der Kommunen. Die Eigentümer müssten auch bereit sein, sie zu verkaufen. „Da sind dicke Bretter zu bohren“, weiß Behncke.

Eine Kreiswohnungsbaugesellschaft lehnt der Sozialdemokrat („Das dauert zu lange“) ab. Für sinnvoll hält er dagegen die Ansiedlung eines Wohnungsbaukoordinators beim Rhein-Kreis Neuss, die Erstellung eines Baulückenkatasters, ein Wohnbauflächenmonitoring und eine solide Bauberatung. Eine weitere Idee: im sozialen Wohnungsbau möglichst einheitliche Architektur verwenden. Das könne dazu beitragen, die Kosten senken, glaubt Behncke.

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