2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen erwartet VfL Lübeck-Schwartau

Handball : Bilanovic möchte „zuhause eine Macht werden“

Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen will seine Mini-Serie gegen den Tabellenfünften VfL Lübeck-Schwartau fortsetzen.

Nasen spielten in dieser Trainingswoche beim TSV Bayer Dormagen eine nicht unwesentliche Rolle. Dusko Bilanovic hatte seine voll. Nicht, weil der neue Mann auf der Bank des TSV Bayer Dormagen unzufrieden mit den Leistungen seiner Schützlinge gewesen wäre – der 47-Jährige war vielmehr so stark erkältet, dass er sich in der trainingsfreien Zeit selber Bettruhe verordnete. Seinen Assistenten Peer Pütz traf es weit heftiger: Im spielerischen Einsatz für die in der Oberliga von Sieg zu Sieg eilende Bayer-Reserve brach er sich das Nasenbein – und wurde am Mittwoch erfolgreich operiert.

Am Samstag wollen beide wieder einen klaren Kopf haben. Das wird auch nötig sein, will der Handball-Zweitligist Bilanovics Vorhaben in die Tat umsetzen: „Wir wollen zu Hause eine Macht sein,“ sagt der gebürtige Serbe. Und macht eine einfache Rechnung auf: „Wenn wir unsere sechs noch ausstehenden Heimspielen gewinnen, bleiben wir drin.“ Mit Blick auf die Tabelle keine allzu verwegene Rechnung, denn dank der „Bonuspunkte“ vom 39:33-Sieg in Essen hätten die Dormagener dann 34 Zähler auf ihrem Konto.

Gleichwohl ein ambitioniertes Unterfangen. Selbst wenn man die vier direkten Duelle mit anderen Abstiegskandidaten unter der Rubrik „Pflichtaufgaben“ einsortiert, bleiben zwei Spiele, die es in sich haben: gegen die DJK Rimpar (am 24. Mai) und den VfL Lübeck-Schwartau, der am Samstag um 19.30 Uhr seine Visitenkarte im TSV-Bayer-Sportcenter abgibt.

Beide sind so etwas wie die „Mannschaften der Stunde“ in der Zweiten Liga. Rimpar holte aus den vergangenen zehn Spielen 16:4 Punkte, Schwartau kommt mit der Empfehlung von sechs Siegen in Folge angereist. Selbst der plötzliche Abgang von Trainer Torge Greve, der den Absturz des VfL Gummersbach aus der Bundesliga verhindern soll, hat daran nichts geändert: Unter der Regie der Interimstrainer Gerrit Claasen und Jörg Engelhardt gab es Siege in Aue (27:26) und über die HSG Nordhorn-Lingen (24:17). Und obwohl der Zug Richtung Aufstieg schon abgefahren ist, ist „unser Heißhunger nach mehr Erfolg noch lange nicht gestillt. Wir wollen in Dormagen weitermachen,“ sagte der Torhüter-Routinier den „Lübecker Nachrichten“: „Die Stimmung ist super. Wir spielen befreit auf, sind locker. Das tut uns allen gut.“

Der 36-Jährige hatte mit seinen 15 Paraden wesentlichen Anteil am Sieg über Nordhorn. „Klocki ist die letzten Wochen konstant ein starker Rückhalt,“ sagt sein Trainer. Überhaupt gilt Dennis Klockmann als einer der besten Vertreter seiner Zunft in der Zweiten Liga.Dusko Bilanovic weiß das: „Ich habe selbst noch gegen ihn gespielt.“ Doch er hat auch ein Gegenrezept parat: „Wir müssen schlau spielen, auf unsere Chancen warten – und die dann nutzen.“ So wie in Essen, wo der TSV kaum Fehlversuche hatte – TuSEM allerdings auch eine unterdurchschnittliche Torhüter- und Abwehrleistung.

Das wird am Samstagabend wohl anders aussehen: „Die stehen sehr kompakt in der Abwehr“, sagt Bilanovic über die Gäste. Die in der Tat mit 637 Gegentoren den mit Abstand besten Wert in der Kategorie Defensivstärke aufzuweisen haben. Ein vollkommen anderes Spiel also als die beiden zurückliegenden gegen Emsdetten (35:31) und Essen (39:33), in denen die Dormagener auf die besten Angriffsreihen der Liga trafen und beide quasi mit deren eigenen Waffen schlugen.

Das mit den eigenen Waffen möchte Dusko Bilanovic auch am Samstag so praktizieren: „Wir müssen mindestens genauso kompakt hinten drin stehen wie Lübeck.“ Die Quadratur des Kreises (und eine Fortsetzung der Mini-Serie von zwei Siegen in Folge) kann aber nur gelingen, wenn aus dieser Deckung heraus das Tempospiel nach vorne ähnlich effektiv umgesetzt wird wie zuletzt.

Daran hatte Ian Hüter großen Anteil. Seine Wadenverletzung aus dem Essen-Spiel hat sich zum Glück als nicht so schwerwiegend erwiesen, so dass Bilanovic auch am Samstag mit dem Rechtshänder m rechten Rückraum beginnen wird. Dass das die angestammten Positionsinhaber Daniel Eggert und Nuno Rebelo demotivieren könnte, nimmt der Trainer in Kauf: „Wenn sie im Training gute Leistungen bringen, spielen sie auch wieder. Durch gesunden Konkurrenzkampf entsteht mehr Qualität,“ sagt Bilanovic, „das war schon immer mein Motto.“

Gleichwohl hofft er beim Vorhaben, zuhause eine Macht zu werden, auch auf externe Unterstützung: „Wir brauchen eine gut gefüllte Halle, wir brauchen eine Super-Stimmung auf den Rängen. Das setzt gerade in so einem Spiel wie am Samstag, wo du Außenseiter bist, Kräfte frei.“

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