Eichenprozessionsspinner: Das Schlimmste scheint vorbei zu sein

Weniger Nester werden gemeldet : Raupenplage – das Schlimmste ist vorbei

Vorsichtiges Aufatmen in Dinslaken, Voerde und Hünxe: So langsam wird man in Sachen Eichenprozessionsspinner der Lage Herr. Die Raupen verpuppen sich nach und nach. Nächstes Jahr wollen die Gemeinden neue Methoden testen.

Die Plage mit dem Eichenprozessionsspinner scheint abzuebben. In Dinslaken, Voerde und Hünxe  gehen die Berichte von Problemstellen zurück. „Das Schlimmste ist wohl überstanden“, sagt Dinslakens Stadt-Sprecher Thomas Pieperhoff. So ist auch die Einschätzung von Wilfried Limke, Beigeordneter der Stadt Voerde: „Wir haben keine Meldungen und keine Sichtungen mehr. Das Thema ist im wesentlichen durch.“

In den beiden Städten und in der Gemeinde Hünxe wird beobachtet, dass die Raupen des Eichenprozessionsspinners nun wohl überwiegend im Stadium der Verpuppung seien oder sich sogar schon in Falter verwandelt hätten.

Die Raupen sind für Menschen und Tiere ein Problem. Sie sammeln sich in Gespinsten an den Bäumen und sind mit nesselnden Härchen besetzt, die sich bei Berührung und mit dem Wind verteilen. Diese Härchen sorgen für Ausschläge, Quaddeln und mitunter sogar für Atemwegsprobleme.

Einmal in Falter verwandelt, sind die Insekten harmlos. Allerdings wird es nach dem heftigen Befall in diesem Jahr sehr viele von ihnen geben, die nun die nächste Raupen-Generation begründen. Das bedeutet:  Wenn nicht ein besonders harte Winter oder andere Umstände dagegen arbeiten, dann wird das Problem im kommenden Sommer erneut heftig.

Deshalb denkt man in allen drei Kommunen über Maßnahmen für den kommenden Sommer nach. „Wir werden vorsorglich im nächsten Jahr versuchen, biologisch dagegen vorzugehen, indem wir in Befallsgebieten Nistkästen aufstellen“, kündigt Wilfried Limke aus Voerde an. Meisen zum Beispiel würden die Raupen wohl fressen. Die Gemeinde Hünxe erwägt, ein eigenes Gerät anzuschaffen, um im kommenden Frühjahr selbst vorbeugend gegen den Eichenprozessionsspinner spritzen zu können, erklärt Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth. Das hatte man bisher über Firmen erledigen lassen. Aber weil das Zeitfenster für das vorbeugende Spritzen eng ist, gab es  Terminschwierigkeiten: „Zu dem Zeitpunkt wollen es natürlich alle“, so Stratenwerth. Besonders problematisch wurde es, wenn zu einem avisierten Termin das Wetter nicht mitspielte.

Mit einem eigenen Gerät könnte die Gemeinde auch flexibler auf Privatleute zugehen, die selbst Flächen mit befallenen Bäumen haben und unter dem Eichenprozessionsspinner leiden. Man könnte mit diesen Grundstückseigentümern Hand in Hand arbeiten, so Stratenwerth: „Wir wissen ja jetzt zumindest von den Meldungen her, wo es am meisten gebrannt hat.“  Bisher gebe es aber noch keine Entscheidungen, nur erste Überlegungen und Vorgespräche. Das Aufstellen von Nistkästen könne man zum Beispiel rund um Schulen durch Schulprojekte ins Auge fassen.

Die leeren Nester der Raupen – weiße Gespinste an den Bäumen, die jetzt häufig wie „aufgerissen“ aussehen – werden nicht flächendeckend entfernt.  Zwar sitzen sie voll mit den nesselnden Haaren der Raupen und können theoretisch noch über Monate oder sogar Jahre Schaden anrichten. Aber es sei logistisch nicht zu stemmen, sie einzusammeln. „Die Firmen, die das für uns machen, sind immer noch damit beschäftigt, dass an den stellen zu tun, die wir priorisiert haben“, erklärt Klaus Stratenwerth.

Allerdings ist die Gefahr in der Praxis wohl nicht so groß, beruhigt Wilfried Limke aus Voerde: „Wir haben in Voerde seit über zehn Jahren damit zu tun. Wir haben festgestellt, dass, wenn die Raupen weg waren, die Probleme nicht mehr akut sind.“ Die Nester würden wohl „von Wind und Wetter wegmarodiert.“

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