Brand bei Montabaur im ICE 511 nach Frankfurt: Fragen und Antworten zum Zugunglück

Bahnstrecke Köln-Frankfurt gesperrt: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum ICE-Brand

ICE Brand: Sperrung von A3 und Bahn-Strecke Köln-Frankfurt

Ein Feuer in einem ICE hat am Freitagmorgen einen Großeinsatz der Feuerwehr bei Montabaur ausgelöst. Die Bahnstrecke zwischen Köln und Frankfurt bleibt vorerst gesperrt. Die wichtigsten Fragen und Antworten des Tages.

Was ist passiert?

In den frühen Morgenstunden ist ein Feuer im ersten Waggon nach dem hinteren Triebwagen eines ICE auf der Bahn-Schnellstrecke Köln-Frankfurt ausgebrochen. Der Brand in dem Wagen der 2. Klasse wurde um 6.30 Uhr gemeldet und griff kurz danach auch auf das Zugende über. Rettungskräfte brachten 510 Passagiere aus dem Zug, die Feuerwehr löschte den Brand. Die nahe Autobahn 3 musste wegen der starken Rauchentwicklung und des Feuerwehreinsatzes zeitweise voll gesperrt werden, ist inzwischen aber wieder frei. Auch Hubschrauber waren vor Ort, um den Schadensort zu überblicken.

Welcher Zug war betroffen?

Der Zug, in dem das Feuer ausbrach, hatte die Zugnummer ICE 511 und war auf der Strecke Köln-München unterwegs.

Wo liegt der ausgebrannte ICE?

Die Unglücksstelle liegt in der Nähe der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Der Zug bremste in Höhe der Ortsschaft Dierdorf bei Montabaur. Hilfsloks und Kranzüge stehen laut Bahn bereit, um das Wrack abzuschleppen.

Wie lief die Evakuierung?

510 Passagiere mussten den Zug auf freier Strecke verlassen. Ein mitfahrender Beamter der Bundespolizei hat die Evakuierung maßgeblich in die Hände genommen. Bundespolizei-Sprecher Christian Altenhofen schilderte, sein uniformierter Kollege an Bord habe den Rauch bemerkt und die Rettung eingeleitet. Die Schwierigkeit sei unter anderem gewesen, dass der Zug noch an der Stromleitung hing. Der Bundespolizist habe um diese Gefahr gewusst und auch im Blick gehabt, dass in der Gegenrichtung noch Züge unterwegs sein könnten. Er habe die Menschen in einem bestimmten Korridor und in eine bestimmte Richtung aussteigen lassen. Nach den Worten des Kreisfeuerwehrinspekteurs Werner Böcking waren zudem weitere Mitglieder von Hilfsorganisationen an Bord, sie konnten die Evakuierung routiniert begleiten. „Die Leute waren sehr diszipliniert, sehr ruhig“, sagte einer der Retter mit Blick auf die Passagiere. Außerdem habe man Glück gehabt mit dem Wetter - trocken und verhältnismäßig warm.

„Da schlugen meterhohe Flammen aus dem Wagen“: Lesen Sie hier in einem Augenzeugenbericht, wie Fahrgast Sascha Frank (41) die Evakuierung erlebt hat.

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Wurden Menschen verletzt?

Laut Polizei erlitten fünf Menschen leichte Verletzungen. Beim Aussteigen verletzte sich ein Reisender am Sprunggelenk, vier weitere hatten Kreislaufprobleme wegen der Aufregung.

Was bedeutet der Vorfall für den Bahnverkehr?

Die Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt bleibt voraussichtlich über das ganze Wochenende gesperrt. „Wir müssen erstmal diesen relativ großen Ereignisort absuchen“, sagte der Bundespolizeisprecher. Dann müsse das Wrack abgeschleppt werden, womöglich habe auch das Gleisbett Schaden genommen. Auf jeden Fall seien die Oberleitungen abgerissen. Bahn-Reisende zwischen Köln und Frankfurt müssen nach Angaben der Deutschen Bahn mit Zugausfällen und Verspätungen von bis zu 90 Minuten rechnen. Die Halte in Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg Süd entfallen. Den Reisenden des betroffenen ICE 511 will die Bahn den Ticketpreis komplett erstatten.

Was wird jetzt noch ermittelt?

Die Ursache für das Feuer ist unklar. Der Zug wurde deshalb beschlagnahmt. Ein wesentlicher Teil der Ermittlungen werde nun sein, wann der Zug zuletzt in der Inspektion war und ob es irgendwelche Auffälligkeiten gab, so ein Sprecher der Bundespolizei. Die Auswertung der Spuren und Ermittlungen zur Brandursache könnten mehrere Woche in Anspruch nehmen. Sie werden von der Bundespolizei und dem Eisenbahnbundesamt geführt. Ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung sagte: „Wir sind noch am Anfang unserer Unfallermittlungen.“

Wie groß war der Einsatz für die Feuerwehr?

Rund 250 Feuerwehrleute waren im Einsatz, außerdem 50 Männer und Frauen des Sanitätsdienstes. Erst Anfang August war es zu einer Sperrung auf derselben ICE Strecke gekommen. Damals war zwischen Hennef und Troisdorf ein Böschungsbrand ausgebrochen, hatte sich wegen der Dürre schnell ausgebreitet und sogar auf Häuser übergegriffen. Insgesamt wurden 32 Menschen verletzt, acht Gebäude teils massiv beschädigt. Die Löscharbeiten mit Hunderten Einsatzkräften dauerten Stunden. Erst am Morgen des Folgetages konnte die Strecke zumindest für den Fernverkehr wieder freigegeben werden.

(mit Material von dpa)
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