ICE-Brand: Sperrung der Bahn-Strecke Köln-Frankfurt am Wochenende

ICE-Brand bei Montabaur: Bahnstrecke zwischen Köln und Frankfurt bleibt das Wochenende gesperrt

ICE Brand: Sperrung von A3 und Bahn-Strecke Köln-Frankfurt

Teile eines ICE sind am Freitagmorgen in der Nähe von Montabaur in Rheinland-Pfalz in Brand geraten. Der hintere Waggon brannte komplett aus. Die Zugstrecke zwischen Köln und Frankfurt wird laut einem DB-Sprecher mindestens das gesamte Wochenende gesperrt sein.

Auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt hat der hintere Wagen eines ICE Feuer gefangen. Der Brand in dem Wagen der 2. Klasse wurde um 6.30 Uhr gemeldet. Warum der Zugteil in Höhe der Ortschaft Dierdorf bei Montabaur in Rheinland-Pfalz am Freitag in Brand geriet, ist bislang noch unklar.

Derzeit seien Spezialisten vor Ort, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Koblenz am Freitag in Dierdorf. Es sei auch ein Hubschrauber im Einsatz, „um einen Überblick zu bekommen vom Schadensort“. Der ICE sei beschlagnahmt.

Ermittelt werden soll vor allem, wann der Zug zuletzt in der Inspektion gewesen ist und ob es dort Auffälligkeiten gab. Rettungskräfte brachten 510 Menschen aus dem Zug. Beim Aussteigen verletzte sich laut Polizei ein Reisender am Sprunggelenk, vier weitere hatten Kreislaufprobleme wegen der Aufregung.

Ein mitfahrender Beamter der Bundespolizei hat die Evakuierung des brennenden ICE maßgeblich in die Hände genommen. Der Mann bemerkte den Rauch in dem Wagen und leitete die Rettung ein. Die Schwierigkeit zu dem Zeitpunkt sei unter anderem gewesen, dass der Zug im Westerwald noch an der Stromleitung hing, sagte ein Polizeisprecher später. Der Bundespolizist habe um diese Gefahr gewusst und auch im Blick gehabt, dass in der Gegenrichtung noch Züge unterwegs sein könnten. Er habe daher die Menschen in einem bestimmten Korridor und in eine bestimmte Richtung aussteigen lassen. Nach den Worten des Kreisfeuerwehrinspekteurs Werner Böcking waren zudem weitere Mitglieder von Hilfsorganisationen an Bord, sie konnten die Evakuierung routiniert begleiten.

Die Passagiere kamen nach der Evakuierung in ein nahe gelegenes Gemeindehaus, nach Angaben der Deutschen Bahn wurden sie mit Bussen dorthin gebracht. Sascha Frank (41), der im vorderen Zugteil des betroffenen ICE saß, beschreibt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die Evakuierung schnell vonstatten gegangen ist: „Das Bahnpersonal war die ganze Zeit ruhig und professionell. Es gab zu keinem Zeitpunkt Panik unter den Fahrgästen.“ Einen ausführlichen Bericht des Augenzeugen lesen Sie hier.

Die Löscharbeiten sind inzwischen abgeschlossen, jetzt muss das ausgebrannte Wrack des Zuges geborgen werden. Hilfsloks und Kranzüge stehen laut Bahn bereit. Wie lange die Strecke noch gesperrt sein wird, bleibt offen. „Wir müssen erstmal diesen relativ großen Ereignisort absuchen“, sagte ein Polizeisprecher. Dann müsse das Wrack abgeschleppt werden, womöglich sei auch das Gleisbett beschädigt worden. Auf jeden Fall seien die Oberleitungen abgerissen. Der betroffene ICE mit der Zugnummer 511 kam aus Köln und war unterwegs nach München. Die Unglücksstelle liegt in der Nähe der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen.

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Ein Video auf Twitter soll den ausgebrannten Waggon zeigen. Darauf ist zu sehen, dass offenbar auch ein zweiter Wagen Feuer gefangen hat. Dies bestätigte die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion.

Die Bahnstrecke zwischen Siegburg in Nordrhein-Westfalen und Montabaur wurde gesperrt. Pendler zwischen Köln und Frankfurt müssen mit Zugausfällen und Verspätungen von bis zu 90 Minuten rechnen. Aufgrund der Rauchentwicklung und der Löscharbeiten musste zudem die viel befahrene Autobahn 3 zwischen Dierdorf und Ransbach-Baumbach zunächst in beide Richtungen gesperrt werden.

Am Vormittag wurde die A3 dann zumindest in Fahrtrichtung Köln wieder freigegeben, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei in Montabaur sagte. In Richtung Frankfurt ist laut Polizei immerhin ein Fahrstreifen wieder freigegeben. Der Verkehr wurde dem Sprecher zufolge in Dierdorf auf eine Bundesstraße abgeleitet.

Umleitungen der Fernzüge

Bahnreisende zwischen Frankfurt und Köln müssen sich über mehrere Tage auf Zugausfälle und erhebliche Verspätungen einstellen. Die Hochgeschwindigkeits-Strecke bleibe mindestens dieses Wochenende gesperrt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag. Derzeit werde der Zug untersucht. Danach würden die Fachleute der Bahn die Schäden an Gleisen, Signaltechnik und Oberleitung prüfen. Züge würden derzeit über die alte Rheinstrecke umgeleitet, was etwa 80 Minuten länger dauere. Die Halte in Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg Süd entfallen. Laut Bahn wird die Verbindung auf der Zugverbindung Köln-Rhein/Main zu günstigen Preisen angeboten. Den Reisenden des betroffenen ICE 511 werde man den Ticketpreis komplett erstatten.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes stand, dass bei dem Unfall keine Menschen verletzt wurden. Später korrigierte die Polizei diese Information und gab an, dass insgesamt fünf Menschen leichte Verletzungen erlitten haben. Wir haben den Text dahingehend korrigiert.

(skr/siev/mba/dpa/rtr)
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