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Vodafone-Ableger Vantage neuer Börsenstar aus NRW

Kursplus von 20 Prozent : Vodafone-Ableger Vantage schafft Aufstieg in den M-Dax

Die in ganz Europa aktive Funkturmfirma aus Düsseldorf gehört damit zu den 50 größten börsennotierten Unternehmen, die unterhalb des künftig auf 40 Werte erweiterten Deutschen Aktienindex (Dax) folgen.

Nach einem Kursplus von 20 Prozent in nur sechs Monaten wird die Vodafone-Ausgründung Vantage Towers Mitglied im M-Dax-Index, in dem viele mittelgroße Konzerne zusammengefasst sind. Das gab die Deutsche Börse in der Nacht zum Samstag bekannt. Damit gehört die in ganz Europa aktive Funkturmfirma zu den 50 größten börsennotierten Unternehmen, die unterhalb des künftig auf 40 Werte erweiterten Deutschen Aktienindex (Dax) folgen.

Außerdem kommt Vantage in den Tec-Dax, ein Index, in dem eine Reihe von Technikunternehmen wie Telekom, 1&1 oder auch SAP vertreten sind. Darauf ist Vantage-Chef Vivek Badrinath besonders stolz, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion:  „Das unterstreicht unsere Stellung als Treiber der digitalen Transformation Europas.“

Der Börsenwert des NRW-Unternehmens liegt mittlerweile  bei 15,7 Milliarden Euro. In Düsseldorf ist nur Henkel mit einer Marktkapitalisierung von 34,7 Milliarden Euro wertvoller, die anderen fünf M-Dax-Unternehmen aus der NRW-Hauptstadt kommen nicht mit: Der Stromanbieter Uniper bringt 12,5 Milliarden Euro an Börsenwert, LEG Immobilien 9,6 Milliarden  Euro, der Maschinenbauer GEA kommt auf 7,2 Milliarden Euro, der Rüstungskonzern und Automobilzulieferer Rheinmetall liegt bei 3,5 Milliarden Euro, Gerresheimer bei 2,9 Milliarden Euro.

Mit Vantage hat Vodafone sein komplettes Funkturmgeschäft in Europa mit 82.000 Standorten ausgegliedert. Badrinath gibt sich  zufrieden über den Aufstieg in den Club der mittelgroßen Konzerne: „Die Aufnahme in den M-Dax spiegelt das Vertrauen des Kapitalmarktes in unsere positive Geschäftsentwicklung und die guten Zukunftsaussichten von Vantage wieder.“ Geplant sei, viele weitere Standorte für den Hauptkunden Vodafone aber auch für andere Telefonkonzerne zu erschließen, um neue Einnahmen zu generieren: „Wir machen gute Fortschritte bei der Entwicklung von Geschäftsmöglichkeiten mit neuen Partnern und Kunden.“ 80 Prozent der Aktien gehören noch Vodafone.

Dabei steht im Kern des Wachstums, dass alle Mobilfunkkonzerne für den Aufbau der neuen 5G-Netze deutlich mehr Standorte brauchen. Badrinath: „Der 5G-Ausbau ist definitiv einer unserer wichtigsten Wachstumstreiber als 5G-Superhost“, womit er die Aufnahme von Funkstationen für viele Firmen meint. Aber Vantage wolle auch Zukäufe wagen sowie beim Internet der Dinge mitmischen mit dem Angebot für entsprechende Mobilfunkstandorte dafür.

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Als Reaktion auf die Flutkatastrophe könnten die Standorte von Vantage auch „Sirenen beherbergen“, betonte er. Sie könnten aber auch helfen, E-Autos oder Drohnen mit Strom zu versorgen. Dabei schließt Vantage nicht aus, viele Standorte auch selber mit Glasfaser zu erschließen statt sie nur zu vermieten. Das könne den Mobilfunkausbau in Europa insgesamt voranbringen.