Britische Industrie fordert „Handel mit EU darf nicht mehr politisiert werden“

London · Mit mehr als 40 Prozent des Handelsvolumens sei die EU immer noch der wichtigste und engste Partner der Briten, heißt es vom britischen Industrieverband. Er hat zu einer Entspannung der Beziehungen aufgerufen.

 Blick auf Container im Hafen Liverpool. Ein führender britischer Industrievertreter hat zu einer Entspannung der Handelsbeziehung seines Landes mit der EU aufgerufen.

Blick auf Container im Hafen Liverpool. Ein führender britischer Industrievertreter hat zu einer Entspannung der Handelsbeziehung seines Landes mit der EU aufgerufen.

Foto: dpa/Peter Byrne

Der britische Industrieverband hat zu einer Entspannung der Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union aufgerufen. „Beendet die Politisierung des Handels“, forderte der Präsident des Industrieverbandes CBI, Karan Bilimoria, am Mittwoch laut einem vorab übermittelten Redemanuskript.

Die EU sei mit mehr als 40 Prozent des Handelsvolumens noch immer der wichtigste und engste Handelspartner der Briten. Nach dem Brexit habe die „neue Beziehung“ nicht ohne Hürden begonnen. „Die Bürokratie behindert Firmen auch heute noch.“ Insbesondere im besonders schwierigen Konflikt um Post-Brexit-Sonderregeln für Nordirland müssten Lösungen gefunden werden, die es erlaubten, „nach vorne zu schauen, nicht zurück“. Die konkrete Umsetzung dieser Regeln ist seit Monaten Streitpunkt zwischen London und Brüssel, da die britische Provinz auch nach dem Brexit weiter den Regeln des EU-Binnenmarktes folgt, um eine harte Grenze zum EU-Staat Irland zu vermeiden.

Der Verbandschef rief die Regierung außerdem zu höheren Ausgaben in Forschung und Entwicklung auf. Hier gebe es Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Ländern. Er kritisierte zudem die gestiegenen Unternehmenssteuern infolge der Pandemie. Das Vereinigte Königreich habe nun „die höchste Steuerlast seit 70 Jahren“, sagte Bilimoria.

(jma/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort