Nach starkem Auftritt gegen Bielefeld So will Fortunas Iyoha auf Wolke sieben bleiben

Düsseldorf · Emmanuel Iyoha hat die Schattenseiten des Profigeschäfts erlebt. Verletzungen, Erkrankungen, Misserfolge. Das Hochgefühl eines 4:1-Sieges mit eigener starker Leistung weiß er deshalb zu genießen. Wie der Stürmer den jüngsten Trend für sich und die Mannschaft einordnet.

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Foto: Frederic Scheidemann

Einen Treffer hat Emmanuel Iyoha am vergangenen Samstag nicht selbst erzielt, streng genommen nicht einmal eine Torvorlage gegeben. Was Fortunas Angreifer allerdings in der vielleicht spielentscheidenden Szene nicht einmal zwei Minuten nach dem Wiederbeginn abzog, war letztlich nahezu genauso viel wert wie ein eigenes Tor. Iyoha nahm den Ball auf dem linken Flügel an, sprintete einfach los und schüttelte mit gekonnten Körpertäuschungen gleich mehrere Bielefelder Gegenspieler ab.

Was dann passierte, erzählt „Emma“ am besten selbst: „Ich bin einfach mal losgelaufen, und dann kam das Eine nach dem Anderen. Ich habe noch einmal kurz hochgeschaut und gesehen, dass Felix – oder war es Zimbo? – sich außen freigelaufen hatte und ihn schnell angespielt.“ Felix (Klaus) oder Zimbo (Zimmermann)? So genau hatte Iyoha offenbar nicht hingeschaut, denn es war Shinta Appelkamp, den er da freispielte. „Auf jeden Fall lief da noch einer“, ergänzt er lachend, „und es war sehr schön, dass Shinta und Ao Tanaka das Ding dann noch so sauber zu Ende gespielt haben.“

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Foto: Moritz Mueller

So sauber, wie sich Fortunas Spiel in der zweiten Hälfte insgesamt darstellte, und dabei auch Iyohas Performance im Speziellen. „Im Gesamtvortrag war das schon sehr ordentlich“, lobt Trainer Daniel Thioune. „Defensiv hatte Emma einige Anlaufschwierigkeiten, das haben wir in der Pause angepasst. Zu Spielbeginn hatte er mir auch noch einige Sicherheitsbälle zu viel gespielt, da ging es noch zu oft zurück, da hätte ich mir noch mehr Zug zum Tor gewünscht.“ Das habe sich dann aber ebenfalls geändert: „Wenn man die Aktion in der 47. Minute sieht, als er wie gewünscht mit offenem Fuß auf die Abwehrkette zudribbelt und dabei drei Leute stehenlässt – dann sieht man, was für eine Wucht er entwickeln kann.“

Eine ganz wichtige Szene; so sieht es auch Iyoha. „Wir hatten sehr gut begonnen und die Aufgaben des Trainers gut umgesetzt“, berichtet der 24-Jährige. „Aber nach dem Ausgleich der Bielefelder aus dem Nichts gab es schon ein paar Fragezeichen. Da mussten wir erstmal gucken, dass wir uns wieder berappeln, da hilft natürlich ein frühes 2:1 nach der Halbzeit unglaublich viel.“

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Foto: Moritz Müller

War das nun der „Emma“ Iyoha, wie ihn sich Fans und Verantwortliche der Fortuna vorstellen? „Das war auf jeden Fall auch so, wie ich selbst mir das vorstelle“, antwortet er lachend. „Die letzten Wochen hatte ich ja immer mal wieder Kurzeinsätze bis hin zu einer Halbzeit. Jetzt habe ich das Vertrauen des Trainers bekommen und versucht, das zurückzuzahlen. Wenn ich das jede Woche so machen kann, dann freue ich mich und freut das Team sich.“

Auch die Frage, wie viel Spielzeit er nach etlichen Verletzungen und Aufbautraining wieder abrufen kann, scheint beantwortet. „Diesmal waren es 80 Minuten, und die restlichen zehn hätte ich auch noch geschafft“, sagt er zufrieden. Viel wichtiger sei jedoch, dass es in der Mannschaft zuletzt so gut funktioniert habe – in Heimspielen, wohlgemerkt. „Wir haben unglaublich kompakt gestanden und nicht viel zugelassen, nach vorne unsere Chancen gut genutzt und spielerisch starke Szenen gehabt. Wir waren in den Beinen und in den Köpfen frisch. Aber den gleichen Schwung müssen wir jetzt endlich auch einmal auswärts zeigen.“

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Foto: Frederic Scheidemann

Das gilt natürlich auch für ihn persönlich, denn seine bislang zwei Treffer und zwei Vorlagen als Fortuna-Profi hat er allesamt in der eigenen Arena verbucht. Und wenn es nach seinem Trainer geht, der ihn schon vor fünf Jahren als Leihspieler in Osnabrück betreute, darf Iyoha gleich noch etwas lernen: dass es nicht immer nur die Lieblingsrolle auf dem Feld sein muss. „Jetzt ist Emma in der ungeliebten Linksaußen-Position gestartet, und es sollte mich wundern, wenn er mir jetzt sagte, dass ihm die nicht gefallen habe und er jetzt unbedingt auf der Neun spielen wolle“, neckt Thioune. „Das wäre ja völliger Quatsch. Emma muss sich breit aufstellen, der Platz im Zentrum ist heiß begehrt.“

Zudem ist dieser derzeit mit Dawid Kownacki unumstritten top besetzt. Auf dem linken Flügel ist viel mehr möglich, da die eigentliche erste Wahl Kristoffer Peterson einfach nicht in die Gänge kommt. Aber wo auch immer: Thioune ist schon froh, wenn er in Iyoha eine neue ernstzunehmende Alternative für den Angriff bekommt. „Das hat er gut gemacht“, sagt der 48-Jährige anerkennend. „Aber wie sagt man so schön: Es ist immer noch viel Luft nach oben. Und das weiß Emma auch.“

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