Bundesliga 2019/20: Fortuna Düsseldorf verliert gegen SC Freiburg

1:2-Niederlage gegen Freiburg : Fortuna setzt Negativserie fort

Düsseldorfer und Freiburger liefern sich ein zähes Bundesligaspiel, was von gut verschiebenden Defensivreihen dominiert wird. Die Gäste siegen letztlich dank einer Einzelaktion von Luca Waldschmidt 2:1.

Fritz Keller hatte seinen ersten öffentlichen Einsatz als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Dass es ihn dabei als Besucher zu einer Bundesligapartie seines langjährigen Klubs SC Freiburg verschlug, durfte niemanden überraschen. Die Breisgauer gastierten bei Fortuna Düsseldorf, und so konnte Keller das Spiel gleich an der Seite eines prominenten Kollegen verfolgen: Neben ihm saß Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident und früherer Vorstandsvorsitzender Fortunas. Mehr Spaß am Geschehen hatte letztlich Keller, der einen glücklichen 2:1-Sieg „seines“ Sportclubs beklatschen durfte. Wirklich verdient hatte den Erfolg an diesem glanzlosen Sonntagnachmittag niemand.

Friedhelm Funkel suchte sein Heil in der Offensive. Nicht allein, dass er auf ein 4-4-2-System mit zwei echten Spitzen vertraute – der Coach besetzte zudem die Außenpositionen mit Erik Thommy und Dawid Kownacki ausgesprochen offensiv. Der 65-Jährige machte dabei freilich aus der Not eine Tugend, denn Jean Zimmer, der ansonsten als rechter Außenbahnspieler gute Chancen auf einen Platz in der Startformation gehabt hätte, musste kurzfristig passen. Den früheren Lauterer plagten muskuläre Probleme im Oberschenkel, eine genauere Diagnose steht jedoch noch aus.

Die Anfangsphase zeigte allerdings, dass offensives Personal noch lange nicht offensives Spiel bedeuten muss. Fortuna begann extrem vorsichtig, überließ den Freiburgern weitestgehend den Ball – und wenn die Düsseldorfer diesen dann doch einmal eroberten, verloren sie ihn ganz schnell wieder. Eine wohltuende Ausnahme bildete dabei Kownacki, der zweimal weit zurückeilte und Freiburger Angreifer gekonnt abgrätschte. Zudem inszenierte der polnische Nationalspieler mit einem gekonnten Dribbling in der elften Minute die erste Halbchance der Gastgeber. Bezeichnend jedoch, dass Matthias Zimmermann zum Abschluss dieser Szene ins Nirgendwo flankte.

In der 28. Minute erst musste SCF-Torhüter Alexander Schwolow erstmals eingreifen, als Kownacki den Ball nach einer Hereingabe auf seinen Kasten brachte. Doch Angriffsaktionen blieben auf beiden Seiten selten, weil die Abwehrreihen gut verschoben und den Offensivkräften keinen Raum ließen. Immerhin gab es neun Minuten später durch Thommy die zweite Prüfung für Schwolow, während Fortuna-Keeper Zack Steffen bis dahin keinen Schuss aufs Tor bekam. Es passte zu der ausgesprochen zähen ersten Hälfte, dass zwei krasse Fehler doch noch zu Treffern führten. Zunächst unterlief Schwolow einen Thommy-Eckball und ermöglichte Hennings so einen Kopfball ins leere Tor (42.), dann klebte Steffen auf der Linie, als Philipp Lienhart einen 40-Meter-Pass in seinen Strafraum schlug. Da sich im Anschluss auch kein Abwehrspieler entschlossen um die Freiburger Lucas Höler und Christian Günter kümmerte, konnten die beiden den Ausgleich durch Jonathan Schmid (45.) vorbereiten.

Nach gut einer Stunde wurde es dann kurios. Nach einem Freiburger Eckball schien die Szene längst beendet, als Schiedsrichter Daniel Siebert ein Signal von Videoassistentin Bibiana Steinhaus erhielt. Es gab Elfmeter für den SCF, weil Hennings Nicolas Höfler gefoult hatte, doch den Vorteil aus der Situation zog am Ende die Fortuna: Steffen machte seinen Fehler beim 1:1 wieder wett, indem er Hölers schwachen Schuss sogar festhielt.

Nun war plötzlich auch das Publikum wieder wach, peitschte die Rot-Weißen nach vorn. In der 72. Minute hatte Karaman nach starkem Zuspiel von Kownacki die Doppelchance, doch vor allem sein zweiter Versuch hatte schlichtweg nicht die Qualität für einen erfolgreichen Abschluss. Ganz im Gegensatz zum Schuss des eingewechselten Freiburgers Luca Waldschmidt neun Minuten später: Unerreichbar für Steffen segelte der Ball in die lange Ecke, wobei der U21-Nationalspieler allerdings auch nicht ausreichend gestört wurde. Trotz aller Bemühungen der Düsseldorfer, nun mit der ghanaischen Flügelzange Bernard Tekpetey und Nana Ampomah blieb es bei diesem 1:2.

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