Düsseldorfer EG: Eishockeyprofis liefern Dauerkarten aus

Drei Wochen vor DEL-Start : DEG-Profis liefern Dauerkarten aus

Vor Saisonstart haben die Spieler des Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga einen Teil ihrer treuesten Anhänger besucht. An der besonderen Aktion finden alle Beteiligten großen Gefallen.

Für Nicholas Jensen war es trotz vieler Erfahrungen in verschiedenen Vereinen noch eine echte Premiere. Der dänische Eishockey-Nationalspieler stand unter anderem in Schweden, den Vereinigten Staaten und seiner dänischen Heimat unter Vertrag, aber zum Lieferboten wurde er dabei noch nie. Zum ersten Mal in seiner Karriere stand der DEG-Zugang drei Wochen vor dem ersten Ligaspiel in den Wohnungen von DEG-Fans.

Jensen bildete zusammen mit DEG-Kapitän Alexander Barta eins von 13 „Postbotenteams“, die an ausgewählte Dauerkarten-Inhaber die Saisontickets persönlich zustellten. „Von meinen früheren Klubs kenne ich das nicht“, erklärt Jensen. „Aber es ist eine gute Sache. Es ist ein Dankeschön und eine Anerkennung für die Fans. Sie besuchen uns in der Liga 26 Mal. Da ist es für uns kein Problem, einmal zu ihnen zu kommen.“

Besonders viel Spaß hatte der Kapitän, denn als das DEG-Duo die Karte an Melanie Koritki übergab, hing ein Barta-Trikot aus der Saison 2018/19 im Flur. Das war Freude pur auf beiden Seiten. Doch auch mit Ansprüchen wurden die Eishockey-Cracks in Sneakern konfrontiert. „Finale wäre doch mal wieder schön“, meinte Koritki. „Das würden wir uns auch gerne gefallen lassen“, sagte Barta.

Er ist jedenfalls sehr optimistisch, dass die „neue“ DEG eine echte Mannschaft wird, in der sich der eine für den anderen zerreißt. „Zu einer echten Einheit zusammenzuwachsen, braucht Zeit. Aber der erste Eindruck ist richtig gut. Ich bin jedenfalls positiv gestimmt, dass es eine tolle Truppe wird“, erklärt Barta. „Wir haben gute Charaktere und eine ausgewogene Mischung zwischen erfahrenen und jungen Spielern.“

Damit ist die Mannschaft ein Spiegelbild der Düsseldorfer Fan-Szene. Denn auch bei den Anhängern gibt es erfahrene Fans wie Karin Bielaczek und ganz junge wie Marina Treiber. Bielaczek ist seit 1972 durchgängig Dauerkartenbesitzerin bei der DEG. „1971 hat mich mein Onkel mal zu einem Spiel mitgenommen. Es war ein Sieg gegen Bad Tölz. Seitdem will ich den Virus nicht mehr loswerden“, meint Bielaczek. „Dass mich Barta und Jensen besucht haben, hat mich sehr gefreut und gibt mir viel positive Energie.“ Die kann sie auch brauchen, denn die Künstlerin malt aktuell Portraits aller DEG-Spieler. „Bis zum 1. September, bis zur Saisoneröffnungsfeier, muss ich noch ranklotzen“, gesteht Bielaczek.

Marina Treiber, gerade einmal zwölf Jahre alt, verschwand beim Anblick des Eishockey-Profiduos erst einmal in den Tiefen der Familienwohnung und kehrte mit dem Trikot des Ex-DEG-Stürmers und ihres Lieblingsspielers Jaedon Descheneau zurück. „Warum denn Descheneau? Der hat doch so schlecht gespielt“, frotzelte Barta angesichts der 64 Scorerpunkte in 59 Spielen des Franko-Kanadiers. „Jaedon spielt ja nicht mehr bei der DEG. Dann musst du dir wohl einen neuen Lieblingsspieler aussuchen.“ Treiber überlegte nicht lange und sagte: „Das wirst dann wohl du.“ Da war dann Barta genauso gerührt wie Treiber bei der persönlichen Dauerkartenübergabe.