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Ukraine: Putins Truppen laut Selenskyj auf Weg zu weiterem AKW

Ukraine-Krieg : Putins Truppen auf dem Weg zu weiterem Atomkraftwerk

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj haben russische Streitkräfte zwei Atomkraftwerke in der Ukraine unter ihre Kontrolle gebracht und marschieren auf ein drittes zu. Bedroht sei aktuell das Akw Juschnoukrajinsk, etwa 120 Kilometer nördlich von Mykolajiw.

Das sagte Selenskyj am Samstag in einer Videokonferenz mit US-Senatoren und Abgeordneten. Mykolajiw ist eine von mehreren Städten, die die russischen Streitkräfte einzukesseln versuchten.

Unter russischer Kontrolle steht bereits das Atomkraftwerk Saporischschja in Enerhodar im Südosten des Landes. Es ist das größte Kernkraftwerk Europas. Auch die Anlage in Tschernobyl, die zwar nicht aktiv ist, aber immer noch besetzt und gewartet wird, wurde von russischen Truppen erobert. Ein früherer russischer Beschuss löste im Kernkraftwerk Saporischschja einen Brand aus, der gelöscht werden konnte, ohne dass Strahlung freigesetzt wurde. Die technischen Sicherheitssysteme seien intakt, und die Strahlungswerte in der Anlage in Saporischschja seien nach Angaben der ukrainischen Atomaufsicht normal, teilte die Internationale Atomenergiebehörde am Samstag mit. Zwei der sechs Reaktoren seien in Betrieb. Die Ukraine verfügt über vier Atomkraftwerke mit insgesamt 15 Reaktoren.

Selenskyj forderte in der Telefonkonferenz Sanktionen gegen die russische Energiebranche, wie der republikanische Senator Lindsey Graham mitteilte. Die USA müssten Strafmaßnahmen gegen den russischen Öl- und Gassektor verhängen, sagte der Präsident und unterstützte auch die Idee eines Verbots russischer Ölimporte in die USA. „Alles, was der russischen Wirtschaft schaden könnte, hilft dem ukrainischen Volk und kann diesen Krieg für den russischen Präsidenten Wladimir Putin schwieriger machen“, sagte Graham in einem Video.

Der ukrainische Präsident forderte die Teilnehmer der Konferenz auch auf, den Zugang zu den Kreditkartensystemen von Visa und Mastercard in Russland zu sperren, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete.

(felt/dpa)