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Ukraine-Krieg: Düsseldorf nach Russen-Klage als Champions-League-Sieger abgesetzt

Ukraine-Krieg : Timo Boll und Düsseldorf verlieren Champions-League-Titel nach Russen-Klage

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat auch Folgen im Sport. Diverse Verbände schlossen russische Sportler aus, eine Welle der Solidarität macht sich unter den Aktiven breit. Auch viele Vereine helfen.

Der deutsche Tischtennis-Star Timo Boll und sein Klub Borussia Düsseldorf sind vom Europa-Verband ETTU als Champions-League-Sieger wieder abgesetzt worden. Die ETTU begründete die Entscheidung in einer Mitteilung mit dem erfolgreichen Einspruch der beiden russischen Halbfinalisten beim ETTU-Sportgericht gegen ihren Ausschluss wegen des Angriffskrieges ihres Landes gegen die Ukraine. Dem Urteil zufolge sollen Vereinsmannschaften nicht wie Vertreter ihrer Länder behandelt werden.

ETTU-Vizepräsidentin Heike Ahlert (Schleswig) sagte dem SID, dass die ETTU-Exekutive „so schnell und zeitnah wie möglich“ über ihren Umgang mit dem Beschluss entscheiden wolle. Im Raum stehen der Abbruch des Wettbewerbs, der das Sportgerichts-Urteil mindestens vorerst ins Leere laufen lassen würde, oder eine Grundsatzklage beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) auf eine endgültige Zurückweisung der Proteste von Fakel Orenburg und UMMC Jekaterinburg. Die vom Sportgericht verfügte Ansetzung des Halbfinals beider Teams und eines anschließenden Endspiels gegen Düsseldorf hingegen ist laut Ahlert „keine Option“.

Düsseldorf war Anfang März eine Woche nach Beginn von Russlands Krieg gegen die Ukraine aufgrund des Halbfinalerfolgs gegen den Bundesliga-Rivalen 1. FC Saarbrücken zum Gewinner der Champions League ausgerufen worden. Ein Endspiel war nicht möglich, nachdem die ETTU-Spitze Orenburg und Jekaterinburg ausgeschlossen hatte. Düsseldorf und Saarbrücken wollten allerdings schon zuvor nicht gegen russische Teams in den Finalspielen antreten.

Bei Bolls Verein war der Sportgerichtsbeschluss so nicht erwartet worden. „Wir sind sehr verwundert, auch weil die Gesamtsituation sich ja nur noch weiter verschlimmert hat“, sagte Düsseldorfs Manager Andreas Preuß auf SID-Anfrage: „Wir waren im März schon ein sehr trauriger Champions-League-Sieger, aber jetzt wissen wir überhaupt nicht, ob wir uns nicht mehr oder noch nicht wieder als Gewinner fühlen sollen.“

Eine Befolgung des ETTU-Sportgerichtsurteils kommt für Preuß nicht in Betracht: „Dafür und womöglich ja auch schon wieder für Spiele in der neuen Saison gegen russische Mannschaften fehlt mir die Fantasie. In der jetzigen Situation kann man ja wohl kaum sagen, dass über den Sport eine Verständigung stattfinden soll.“

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+++ 27. April +++

Ukraines Fußball-Liga ohne Meister abgebrochen

Die ukrainische Premjer Liha bricht ihre laufende Saison wegen des russischen Angriffskriegs ab – im Jahr 2022 wird es deshalb keinen Fußballmeister geben. Alle 16 Vereine der höchsten Spielklasse hätten dieser Entscheidung zugestimmt, teilte die UPL am Dienstagabend mit. Der Tabellenstand vom 24. Februar sei damit der endgültige der Saison 2021/22. Nach 18 Spieltagen hatte Serienmeister Schachtjor Donezk (47 Punkte) vor Dynamo Kiew (45) geführt.

Wenige Stunden nach dem Angriff russischer Truppen auf die Ukraine am 24. Februar hatte der ukrainische Fußball-Verband UAF den Spielbetrieb der ersten Liga ausgesetzt. Ursprünglich sollte die Winterpause der Premjer Liha am 25. Februar mit dem Spiel des Abstiegskandidaten FK Minaj gegen den Tabellenvierten Sorja Luhansk beendet werden. „Aufgrund der Verhängung des Kriegsrechts in der Ukraine wurde die ukrainische Meisterschaft ausgesetzt“, hatte die UAF ihre Entscheidung vor gut zwei Monaten begründet.

Klubs wie Sorja Luhansk oder Schachtjor Donezk, die aus den bereits seit 2014 von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebieten der Ostukraine kommen, trainieren und spielen bereits seit mehreren Jahren nicht mehr in ihrer Heimat.

Bahnrad-Olympiasiegerinnen versteigern Helm

Der Bahnrad-Vierer der Frauen engagiert sich für die Opfer des Krieges in der Ukraine. Der bei den Olympischen Spielen in Tokio siegreiche „Gold-Express“ um Franziska Brauße, Lisa Brennauer, Lisa Klein und Mieke Kröger versteigert einen handsignierten Helm mit den Unterschriften der vier Fahrerinnen. Der Erlös der Spendenaktion geht zu 100 Prozent an die Unicef-Nothilfe für Kinder in der Ukraine.

„Inspiriert von Tony Martin, der seine Silbermedaille von London versteigerte, haben wir uns überlegt, was wir tun können. Den Kriegsopfern und speziell den Kindern wollen wir mit unserer Aktion helfen und hoffen, dass eine stolze Summe zusammenkommt“, sagte Brauße.

+++ 26. April +++

Eishockey-Weltverband entzieht Russland WM-Turnier 2023

Der Eishockey-Weltverband hat Russland die in St. Petersburg geplante Weltmeisterschaft 2023 entzogen. Dieser vom IIHF-Council beschlossene Schritt erfolge „wegen der Sorge um die Sicherheit und das Wohlbefinden aller teilnehmenden Spieler, Offiziellen, der Medien und Fans“, hieß es in einer Mitteilung der IIHF vom Dienstag.

Über einen Ersatzausrichter für die russische Metropole will der Weltverband auf seinem Jahreskongress Ende Mai in Tampere entscheiden. Die WM 2022 findet vom 13. bis 29. Mai in Finnland statt. Für das laufende Jahr hatte die IIHF bereits alle in Russland geplanten Veranstaltungen gestrichen und auch die Nationalteams Russlands und des russischen Verbündeten Belarus vom bevorstehenden WM-Turnier ausgeschlossen.

Wimbledon-Organisatoren verteidigen Ausschluss russischer und belarussischer Spieler

Die Veranstalter von Wimbledon sehen trotz der großen Kritik weiter „keine Alternative“ zum Ausschluss russischer und belarussischer Spieler in diesem Jahr. Dies betonte der Vorsitzende des All England Club (AELTC), Ian Hewitt, und verteidigte die Entscheidung.

„Wir haben die verschiedenen Möglichkeiten eingehend geprüft“, sagte Hewitt am Dienstag. Dazu gehörte auch, russische und belarussische Spieler zuzulassen, die sich mit einer Erklärung von der russischen Invasion in der Ukraine distanzieren.

Dabei sahen die Organisatoren aber die Gefahr, dass Erfolge der Spieler aus den betroffenen Ländern „von der russischen Propagandamaschine genutzt“ werden könnten. Oder dass sich die Profis selbst oder ihre Familien durch die Distanzierung einer Gefahr aussetzen könnten.

„Wir glauben, dass wir im Rahmen der Möglichkeiten die verantwortungsvollste Entscheidung getroffen haben“, sagte Hewitt und sprach von einer „wirklich außergewöhnlichen und tragischen Situation“.

Nicht nur Profis wie der Weltranglistenerste Novak Djokovic und Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev hatten die Entscheidung klar kritisiert - auch die Spielerorganisationen ATP und WTA stuften die Maßnahme als „diskriminierend“ (ATP) und „zutiefst enttäuschend“ (WTA) ein.

Erleichtert dürfte hingegen Djokovic sein, dass auch ungeimpfte Spieler in diesem Jahr bei dem Rasenturnier aufschlagen dürfen. Der 34 Jahre alte Serbe, der unter anderem die Australian Open verpasste, kann damit zur Titelverteidigung antreten.

+++ 25. April +++

BVB will mit Benefizspiel Zeichen setzen

Borussia Dortmund will mit dem Benefizspiel gegen den ukrainischen Vorzeigeklub Dynamo Kiew am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) vor allem ein Zeichen setzen. „Weil wir alle mitfühlen und weil wir alle schwer schockiert sind“, sagte Trainer Marco Rose über den russischen Angriffskrieg: „Es ist eine humanitäre und menschliche Katastrophe. Wir wollen Signale aussenden, mehr können wir leider nicht tun.“

Der Erlös des Spiels soll laut Geschäftsführer Carsten Cramer einer Organisation zugute kommen, die Ukrainern in Not hilft. „Ob BVB-Fan oder nicht - alle sind aufgerufen, Karten für das Benefizspiel gegen Dynamo Kiew zu kaufen, um gemeinsam ein weltweit beachtetes, solidarisches Zeichen gegen den Krieg und für den Frieden in Europa zu setzen“, schrieb der Verein auf seiner Internetseite.

Ukrainerinnen und Ukrainer können online Freikarten für das Spiel buchen. Am Montag waren laut BVB etwa 25.000 Tickets verkauft, zudem werden Solidaritätsarmbänder angeboten.

Alan Aussi (20), von Kiew zuletzt innerhalb der Ukraine verliehen, hält sich derzeit als Gastspieler bei der Dortmunder U23 fit. Er wird für die Borussia zum Einsatz kommen. „Ich bin jetzt seit zwei Monaten hier, wurde herzlich aufgenommen und bin sehr dankbar“, sagte Aussi am Montag: „Es ist toll, dass der BVB hilft.“

Die Konzentration auf den Fußball fällt Aussi zwar schwer. „Aber ich bin ein Profispieler. Wir helfen ja damit der Ukraine und meinen Landsleuten“, sagte er. „Zwei meiner besten Freunde sind an der Frontlinie, ich versuche jeden Tag, herauszufinden, ob sie am Leben sind. Jeder Tag kann der letzte sein“, sagte er: „Und ich bin hier und spiele Fußball.“

+++ 21. April +++

Wimbledon ohne Profis aus Russland und Belarus - Kritik von Djokovic

Beim Rasen-Klassiker in Wimbledon werden in diesem Jahr keine Tennisprofis aus Russland und Belarus zugelassen. Die Veranstalter reagieren damit auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, wie sie am Mittwoch bestätigten. Der Ausschluss trifft zum Beispiel den Weltranglisten-Zweiten Daniil Medwedew aus Russland und die zweimalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin Victoria Asarenka aus Belarus.

Die beiden Profi-Organisationen ATP und WTA kritisierten die Entscheidung. „Die WTA hat immer wieder betont, dass einzelne Sportlerinnen und Sportler nicht aufgrund ihrer Herkunft oder aufgrund von Entscheidungen der Regierungen ihrer Länder bestraft oder an der Teilnahme gehindert werden dürfen“, hieß es in einer Stellungnahme der Damen-Organisation. Die WTA werde Schritte und mögliche Maßnahmen gegen diese Entscheidung prüfen. Die ATP teilte mit, es sei unfair, Spieler wegen ihrer Nationalität zu diskriminieren und stelle einen Bruch dar der Regel, dass die Teilnahme an dem Grand-Slam-Turnier alleine vom ATP-Ranking abhängig sei. Mehr zu den Hintergründen und Reaktionen.

Auch Novak Djokovic kritisierte das Startverbot für russische und belarussische Tennisprofis. „Ich werde immer gegen Krieg sein, ich selbst bin ein Kind des Krieges“, sagte der Serbe beim ATP-Turnier in Belgrad: „Aber ich bin gegen die Entscheidung der Organisatoren von Wimbledon. Ich halte das für verrückt.“

Hoeneß offen für Ukraine-Benefizspiel zwischen FC Bayern und 1860 München

Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist für ein Benefizspiel zwischen dem Fußball-Rekordmeister aus München und dem Lokalrivalen TSV 1860 München zugunsten der Ukraine. „Da kann ich nur eines sagen: Alles was man tun kann, um diesen Menschen zu helfen, unterstütze ich. Gerade bin ich dabei, mit ein paar Leuten in Bad Wiessee 130 Frauen mit Kindern täglich mit Essen zu versorgen“, sagte Hoeneß (70) der „Süddeutschen Zeitung“ im Interview.

1860-Investor Hasan Ismaik hatte Anfang März ein Benefizspiel zwischen dem Drittligisten und dem FC Bayern im Olympiastadion vorgeschlagen, um den Menschen in der Ukraine nach dem russischen Angriff zu helfen. Für Ismaik wäre ein solches Spiel ein „Zeichen des Zusammenhalts“. Er hofft auf „die Bereitschaft und das Herz“ des Bundesligisten.

+++ 17. April 2022 +++

Prinz Harry lobt ukrainisches Team bei den Invictus Games

Der britische Prinz Harry (37) hat bei der Eröffnungsfeier der Invictus Games, der Spiele der Kriegsversehrten, den Mut des ukrainischen Teams hervorgehoben. „Eure Tapferkeit und eure Entscheidung, hierher zu kommen und heute Abend hier zu sein, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagte der Herzog von Sussex bei der Zeremonie im niederländischen Den Haag.

Seine Frau Meghan fügte auf Ukrainisch hinzu: „Ruhm für die Ukraine“. Weiter wandte sich die 40-Jährige an die ukrainische Mannschaft, die trotz des von Russland am 24. Februar angeordneten Einmarsches zu den Spielen gereist war.

Prinz Harry ergänzte, die ukrainische Mannschaft habe ihm vom Wunsch erzählt, „trotz aller Widrigkeiten teilzunehmen. Nicht nur, um eure Stärke zu zeigen, sondern um eure Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit über das, was in eurem Land geschieht. Ihr wisst, dass wir an eurer Seite stehen. Die Welt ist mit euch vereint.“

Der niederländische Premierminister Mark Rutte erklärte bei der Zeremonie, dass einige Mitglieder des ukrainischen Teams nicht an den Spielen teilnehmen könnten, da sie „an der Front kämpfen“.

„Natürlich denken wir an die Ukrainer in der Invictus-Gemeinschaft, die den höchsten Preis für ihren Kampf im Krieg bezahlt haben. Wir stehen alle hinter euch“, sagte er. Nach Angaben des Teams der Ukraine sind seit 2014 mindestens vier Mitglieder der dortigen Invictus-Gemeinschaft bei Kämpfen in der Heimat ums Leben gekommen.

Harry, der selbst als Soldat in Afghanistan war, hatte die Invictus Games 2014 ins Leben gerufen. Die vergangenen zwei Jahre hatten die Spiele coronabedingt nicht stattfinden können. Die Wettkämpfe laufen bis zum kommenden Freitag. Auch Deutschland, Gastgeber vom 9. bis 16. September 2023 in Düsseldorf, ist in Den Haag vertreten.

+++ 15. April 2022 +++

Zwölfjähriger schießt Siegtor auf Schachtjor Donezks Benefiztour

Bis vor vier Monaten spielte Schachtjor Donezk noch in der Champions League mit. Nach dem russischen Angriff auf sein Land hat der ukrainische Fußball-Meister nun zu Beginn dieses Monats die „Schachtjor Global Tour für Frieden“ mit Benefizspielen in mehreren europäischen Ländern gestartet. Nach dem Auftaktmatch bei Olympiakos Piräus in Griechenland traten die Ukrainer am Donnerstagabend bei Lech Danzig in Polen an. Als weitere Gegner stehen bereits Fenerbahce Istanbul (19. April) und Hajduk Split (1. Mai) fest.

Emotionaler Höhepunkt des Spiels in Danzig war die Einwechslung eines Jungen, der mit seiner Familie aus der von russischen Angriffen zerstörten Stadt Mariupol geflüchtet war. Beide Teams ließen den zwölfjährigen Dmytro Keda den 3:2-Siegtreffer für Donezk schießen.

Der FC Schachtjor und seine Gegner laufen während dieser Tour jeweils mit einem Logo auf den Trikots auf, das die ukrainische Fahne und den Schriftzug „Stop War“ (Stoppt den Krieg“) zeigt. Mit den Millionen-Spenden des Klubbesitzers Rinat Achmetow wurde im EM-Stadion der westukrainischen Stadt Lemberg bereits ein Zentrum aufgebaut, das Kriegsflüchtlinge unterstützt und versorgt.

„In diesen Tagen gibt es viele Dinge, die wichtiger sind als Fußball“, sagte Schachtjors italienischer Trainer Roberto De Zerbi. „Aber wir sind jedem dankbar, der uns die Möglichkeit gibt, in verschiedenen Städten Europas zu spielen.“

De Zerbi war genau wie der kroatische Sportdirektor Darijo Srna und alle ausländischen Spieler des Klubs kurz nach dem Beginn der russischen Angriffe aus Kiew geflohen. Mehrere brasilianische Profis wie Alan Patrick oder Vitao wurden in den vergangenen Tagen zu Klubs in ihrer Heimat transferiert. De Zerbi und ausschließlich ukrainische Spieler haben das Training mittlerweile aber wieder aufgenommen.

+++ 8. April 2022 +++

BVB bestreitet Benefizispiel gegen Dynamo Kiew

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund bestreitet am 26. April gegen den ukrainischen Vorzeigeklub Dynamo Kiew ein Benefizspiel im Signal Iduna Park. "Wir stehen an der Seite der Ukrainer, haben gemeinsam mit der BVB-Familie schon viele Tonnen Hilfsgüter in das Land gebracht und möchten nun auch Geld sammeln", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Am 24. Februar waren russische Truppen in die Ukraine einmarschiert.

Der Reinerlös des Benefizspiels wird einer Organisation zugute kommen, "die wir gerade sorgsam auswählen und die sicherstellt, dass Ukrainern in Not unmittelbar geholfen wird. Dafür stehen wir als BVB ein", betonte Geschäftsführer Carsten Cramer.

Die Partie findet drei Tage nach dem Schlagerspiel bei Meister Bayern München statt. "Aber selbst wenn es drei Tage vor diesem Spiel hätte stattfinden sollen, wir wären definitiv auf dem Rasen gewesen. Nichts ist zurzeit wichtiger, als gemeinsam für den Frieden einzustehen und den Ukrainern in Zeiten dieser humanitären Katastrophe zu helfen", meinte Dortmunds Trainer Marco Rose.

Die Borussia hatte sich am Donnerstagabend kurzfristig mit Dynamo auf die Austragung der Begegnung verständigt. Das Team sowie der Trainer- und Betreuerstab des ukrainischen Spitzenklubs werden nach Dortmund eingeladen. Aktuell spricht der BVB mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa), da es sich um einen internationalen Spieltermin handelt, über die Anstoßzeit.

Vettel ruft zu mehr Engagement auf

Ex-Weltmeister Sebastian Vettel hat die Formel 1 zu mehr Engagement für die Menschen in der Ukraine aufgerufen. „Wir sollten etwas machen und Geld sammeln. Die Formel 1 setzt eine Menge Geld um. Man kann den Leuten nicht helfen, indem man langsamer oder schneller auf der Strecke fährt“, sagte der Hesse am Freitag bei einer Pressekonferenz im Rahmen des Großen Preises von Australien in Melbourne: „Aber wir können helfen, in dem wir etwas starten, mit dem Geld gesammelt wird. Das sollten wir tun.“

Unterstützung und Solidarität bedeute, „nicht nur zu sagen, dass man mit den Menschen fühlt, sondern auch etwas macht und hilft“, sagte Vettel, der vom russischen Angriffskrieg „schockiert“ ist. „Wenn ich von den Menschen höre, die aus der Ukraine fliehen und welche Strapazen sie bei der Flucht auf sich nehmen müssen, dann ist es unglaublich“, sagte der 34-Jährige vor seinem ersten Rennen in diesem Jahr: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie so etwas passieren kann. Der Rest der Welt muss alles tun, um das zu beenden.“

Aston-Martin-Fahrer Vettel wählte bei der Medienrunde drastische Worte und wurde emotional. „Unschuldige Menschen werden getötet, Frauen und Kinder werden getötet. Es ist absolut schrecklich, was passiert“, sagte der Hesse. Es gebe „sehr viele Menschen, die bereit sind zu helfen. In den Nachbarländern oder in anderen Ländern in Europa“, sagte Vettel: „Viele Dinge, die benötigt werden, sind sehr einfach. Essen, Decken - was auch immer. Um diese Dinge zu liefern, braucht man Geld.“ Die Formel 1 könne helfen, dieses zu beschaffen.

Die Motorsport-Königsklasse arbeitet im Rahmen einer Hilfsaktion für die Menschen in der Ukraine bereits mit Unicef zusammen.

+++ 6. April 2022 +++

DFL setzt weiter auf Friedensbotschaften im russischen TV

Trotz des Abbruchs der Übertragung des Bundesligaspiels zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig im russischen Fernsehsender Match TV wird die Deutsche Fußball Liga den Vertrag mit dem Medienunternehmen zunächst fortsetzen. „Die DFL setzt gegenwärtig weiterhin auf die Möglichkeit, mit Friedensbotschaften aus den Stadien die Menschen in Russland zu erreichen“, teilte die DFL am Mittwoch auf dpa-Anfrage mit. Zugleich beobachte man „selbstverständlich genau, ob und inwieweit diese Möglichkeit weiterhin gegeben ist“.

Der russische Sender hatte die Übertragung der Spitzenpartie am vergangenen Samstag noch vor dem Ende der ersten Halbzeit abgebrochen. Grund dafür waren im Stadion zu sehende pro-ukrainische und gegen den russischen Angriffskrieg gerichtete Botschaften.

„An den vergangenen Spieltagen waren Friedensappelle aus den Stadien der Bundesliga und 2. Liga durch Live- und zeitversetzte Übertragungen für die russische Bevölkerung präsent. Gleichzeitig haben wir zur Kenntnis genommen, dass es - bis hin zum Übertragungsabbruch nach Anti-Kriegs-Botschaften - zum Teil auch massive Einschränkungen gegeben hat“, teilte die DFL dazu mit. Dies sei gegenüber Match TV „in der gebotenen Deutlichkeit“ thematisiert worden.

Bereits Anfang März hatte die DFL entschieden, die Einnahmen aus dem Vertrag mit Match TV für humanitäre Hilfe in der Ukraine zu spenden. Insgesamt will die Dachorganisation des deutschen Profifußballs eine Million Euro an Spenden zur Verfügung stellen. Für den Fall, dass keinerlei Lizenzzahlungen mehr aus Russland eingehen würden, will die DFL die Spende komplett tragen.

+++++5. April 2022+++++

Russland zieht Einspruch gegen WM-Ausschluss zurück

Der WM-Ausschluss der russischen Fußball-Nationalmannschaft wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist endgültig. Wie der Internationale Sportgerichtshof CAS am Dienstag mitteilte, zog der russische Verband seinen Einspruch gegen die Entscheidung des Weltverbands Fifa zurück.

Das Verfahren werde in Kürze eingestellt. Der CAS hatte in einem ersten Schritt den Antrag der Russen, den Fifa-Beschluss zunächst auszusetzen, abgelehnt. Die Play-offs um die letzten europäischen Tickets für die Endrunde in Katar fanden deshalb ohne die russische Mannschaft statt. Der Gegner Polen war automatisch für das Play-off-Finale qualifiziert und setzte sich mit 2:0 gegen Schweden durch.

Den Einspruch gegen den Ausschluss der russischen Klubs aus dem Europapokal hielt der russische Verband aber aufrecht, obwohl auch in diesem Fall der CAS den Eilantrag gegen die Sanktionen der Europäischen Fußball-Union (Uefa) abgelehnt hatte. Der Richterspruch ist noch nicht endgültig. Diese Grundsatz-Entscheidung wird aber erst in einigen Wochen erwartet.

Russischer Sender bricht Übertragung von BVB-Spiel ab

Der russische TV-Sender MatchTV hat die Übertragung des Bundesliga-Spieles zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig (1:4) am vergangenen Samstag noch vor dem Ende der ersten Halbzeit abgebrochen. Grund dafür waren die im Stadion zu sehenden pro-ukrainische und gegen den russischen Angriffskrieg gerichteten Botschaften. „Leider müssen wir die Ausstrahlung aus Gründen abbrechen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen“, sagte Kommentator Igor Kytmanow. „Generell heißt es, Fußball und Politik getrennt zu betrachten. Aber diese Regel wird in der Bundesliga nicht immer eingehalten.“ Zuerst hatte ntv.de darüber berichtet.

Die Deutschen Fußball Liga hatte Anfang März entschieden, ihren Vertrag mit dem russischen Medienunternehmen Match TV vorerst fortzusetzen und die Einnahmen für humanitäre Hilfe in der Ukraine zu spenden. Auf eine außerordentliche Kündigung des Vertrages wurde verzichtet, damit die Anti-Kriegs-Aufrufe und Friedensappelle aus den deutschen Stadien auch weiter die russische Bevölkerung erreichen könnten, hieß es. Voraussetzung dafür war, dass Match TV das von der DFL zur Verfügung gestellte Basissignal unverändert sendet - inklusive Ukraine-bezogener Botschaften von Liga, Spielern, Clubs und Fans.

„Die DFL wird die Ausstrahlung der Bundesliga-Übertragungen diesbezüglich sorgfältig überprüfen“, teilte die DFL im März mit. „Sollte das TV-Basissignal wiederholt zensiert werden, würde dies eine außerordentliche Kündigung der DFL zur Folge haben.“

+++ 31. März +++

Dynamo Kiew kündigt Testspiele gegen BVB, Barca und PSG an

Der ukrainische Fußballmeister Dynamo Kiew plant eine Reihe von Freundschaftsspielen gegen hochkarätige internationale Gegner, um Geld für sein vom Krieg gezeichnetes Land zu sammeln. Wie der ehemalige Europapokalsieger am Freitag mitteilte, seien zwischen April und Juni Partien unter anderen gegen Borussia Dortmund, den FC Barcelona, Paris St. Germain, AC Mailand, Ajax Amsterdam und Benfica Lissabon anvisiert.

Ziel der Spiele unter dem Motto "Match for Peace! Stop the War!" ("Spiel für den Frieden! Beendet den Krieg!") sei es, "die internationale Gemeinschaft über den schrecklichen Krieg in der Ukraine zu informieren und Mittel zur Unterstützung der Ukrainer zu sammeln, die unter dem Krieg mit dem russischen Aggressor leiden".

Die ukrainische Meisterschaft wurde nach der Winterpause aufgrund der am 24. Februar begonnenen russischen Invasion im Land nicht wieder aufgenommen. Die Zukunft der Saison steht infrage, da die Infrastruktur der Spitzenklubs durch die russischen Bombenangriffe beschädigt wurde oder bedroht ist und die ausländischen Spieler die Ukraine verlassen haben.

Die Nationalmannschaft soll allerdings im Juni gegen Schottland zum WM-Play-off antreten, der Sieger spielt anschließend gegen Wales um das letzte europäische Ticket für die Weltmeisterschaftsendrunde in Katar (21. November bis 18. Dezember).

+++ 31. März +++

Fifa schließt russischen Verband nicht aus

Die Suspendierung des russischen Verbandes ist auf dem 72. Kongress des Fußball-Weltverbandes Fifa in Doha ausgeblieben. Obwohl Präsident Gianni Infantino in seiner Rede eindringlich zu Frieden und Dialog aufrief, gab es keine Abstimmung über einen Ausschluss Russlands.

Unter Tagesordnungspunkt vier ("Suspendierung oder Ausschluss eines Mitgliedsverbands") wurden stattdessen nur die bestehenden Suspendierungen der Verbände von Pakistan, Simbabwe und Kenia verlängert.

"Bitte, bitte beenden Sie die Konflikte, die Kriege, für unsere Zukunft und unsere Kinder", sagte Infantino in seiner Ansprache: "Suchen Sie den Dialog selbst mit Ihrem schlimmsten Feind. Der Fußball wird für Sie da sein, um gemeinsam für den Frieden zu arbeiten." Der russische Verband war in der katarischen Hauptstadt angeführt von Generalsekretär Alexander Alajew mit einer mehrköpfigen Delegation vor Ort, auch die Flagge wurde mit denen anderer Nationen normal gehisst.

Ukrainischer Flüchtling trainiert bei ManCity mit

Der englische Fußballmeister Manchester City integriert einen ukrainischen Flüchtling in den laufenden Trainings- und Spielbetrieb. Der nach Großbritannien geflohene U21-Nationalspieler Andrej Krawtschuk soll bis zum Saisonende in der U23 eingesetzt werden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag berichtete, hatte er zuvor seinen Vertrag bei seinem russischen Klub Torpedo Moskau aufgelöst.

Wegen des russischen Angriffskrieges hatte der Weltverband FIFA ausländischen Spielern in Russland und der Ukraine erlaubt, ihre Verträge vorübergehend auszusetzen, um in ein anderes Land zu wechseln. Die Premier League verbietet allerdings Einsätze solcher Spieler in den ersten Mannschaften der Vereine.

"Ich bin Manchester City sehr dankbar dafür, dass sie mir die Chance geben, hier zu trainieren", sagte Krawtschuk (23): "Die letzten Wochen und Monate waren sehr schwierig und es bedeutet mir sehr viel, wieder auf dem Platz zu stehen." Citys ukrainischer Nationalspieler Oleksandr Sintschenko, ein Jugendfreund von Krawtschuk, hatte die Vereinbarung in die Wege geleitet.

Als am 24. Februar der Krieg ausbrach, befand sich Krawtschuk mit seinem Klub in einem Trainingslager in der Türkei. Die Entscheidung, den Verein zu verlassen, sei für ihn alternativlos gewesen. "Im Verein hatte ich nette Leute um mich herum, aber ich habe in einem Land gespielt, das in mein Heimatland einmarschiert ist", sagte er: "Die Menschen in der Ukraine würden mich nicht verstehen, wenn ich dort weiter spielen würde."

+++ 30. März +++

Fifa bestätigt Ausschluss russischer Team

Der Fußball-Weltverband hat den Ausschluss russischer Teams aus allen Fifa-Wettbewerben bestätigt. Das Council ratifizierte am Mittwoch in der WM-Gastgeberstadt Doha mehrere bereits getroffene Entscheidungen wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, wie die Fifa mitteilte. Derzeit dürfen weder russische Klubs noch russische Nationalteams an Wettbewerben des Weltverbands teilnehmen. Dies hatte bereits zuvor das Büro des Exekutivgremiums beschlossen, die Bestätigung war ein formaler Akt.

Zuletzt hatte der Internationale Sportgerichtshof Cas den Einspruch der Russen gegen die Suspendierung der Teams durch die FIFA abgelehnt. Die russische Männer-Nationalmannschaft war vor ihrem Playoff-Halbfinale gegen Polen von der WM-Qualifikation ausgeschlossen worden und wird damit nicht bei der Endrunde in Katar dabei sein.

Der Weltverband hatte zudem beschlossen, dass Verträge mit ukrainischen Klubs automatisch bis zum Saisonende ausgesetzt sind, und Spieler bei russischen Vereinen ihre Kontrakte einseitig bis zum 30. Juni aussetzen dürfen. Der Deutsche Fußball-Bund will Klubs die Verpflichtung von Spielern aus Vereinen aus der Ukraine und Russland erlauben, diese aber nicht in Pflichtspielen zum Einsatz kommen lassen.

+++ 30. März +++

Davies und Dahoud rufen zu Spenden auf

Die Bundesliga-Profis Alphonso Davies vom FC Bayern München und Mahmoud Dahoud von Borussia Dortmund unterstützen einen internationalen Spendenaufruf für Ukraine-Flüchtlinge. Initiiert wird die Kampagne „Fußball für die Ukraine“ unter dem Hashtag #football4ukraine vom UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR, dem UN-Flüchtlingshilfswerk und dem Welternährungsprogramm.

Auch Davies (21) und Dahoud (26) haben eine Flüchtlingsgeschichte. Der kanadische Nationalspieler Davies kam in einem ghanaischen Flüchtlingslager zur Welt, nachdem seine Eltern wegen des Bürgerkrieges aus Liberia flohen. Dahouds Eltern stammen aus Syrien und flohen kurz nach seiner Geburt im Jahr 1996 nach Deutschland.

„Es ist sehr traurig zu sehen, dass Millionen von Menschen auf der ganzen Welt durch den Krieg vertrieben werden. Der Bedarf an Unterstützung wird von Tag zu Tag größer. Deshalb ist dieser Aufruf so wichtig, um dringende Hilfe dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird, und zwar für alle“, sagte Davies, der im vergangenen März als erster Fußballer zum UNHCR-Sonderbotschafter ernannt worden war. Mit dem Appell sollen Fans zu Spenden für die Ukraine-Flüchtlinge gewonnen werden.

+++ 25. März +++

Ex-Radstar Tony Martin versteigert Olympia-Medaille für Kriegsopfer

Der frühere Weltklasse-Radprofi Tony Martin will den Opfern des Krieges in der Ukraine helfen und gibt dafür eines seiner wertvollsten Erinnerungsstücke. Der 36-Jährige versteigert in diesen Tagen seine Silbermedaille von den Olympischen Spielen 2012 in London. Über die RTL-Stiftung "Wir helfen Kindern" soll das Geld diejenigen unterstützen, die seit mehr als einem Monat unter Russlands Angriff leiden.

"Jeden Tag sehe ich die schrecklichen Bilder aus der Ukraine im Fernsehen, und es fühlt sich so falsch an, auf der Couch zu sitzen und diese Situation zu akzeptieren", schrieb Martin bei Instagram: "Es ist nicht einfach, mich von der größten Trophäe meiner Karriere zu trennen. Aber angesichts von Millionen Menschen, die fast alles verloren haben, will ich es wirklich tun."

Er empfinde "tiefsten Respekt" vor den Menschen, die den Schutzbedürftigen helfen: "Den ukrainischen Kindern und ihren Familien. Ich will auch meinen kleinen Anteil leisten."

Die Auktion läuft noch bis zum 9. April bei unitedcharity.de, am späten Sonntagabend lag das Höchstgebot bei 8600 Euro. Aus "tiefstem Herzen" hoffe er, so Martin, "dass die Menschen in der Ukraine ihren Frieden und ihre Freiheit bald zurückbekommen".

Der Cottbuser hatte die Silbermedaille bei den Sommerspielen 2012 im Einzelzeitfahren gewonnen. In seiner großen Karriere krönte er sich unter anderem auch viermal zum Zeitfahr-Weltmeister, fünf Etappen der Tour de France entschied er zudem für sich. Viermal wurde er zu Deutschlands Radsportler des Jahres gewählt, bevor er 2021 seine Laufbahn beendete.

+++ 25. März +++

Bundestrainer Flick bewundert Klitschko-Brüder

Bundestrainer Hansi Flick bewundert die ehemaligen Box-Weltmeister Vitali und Wladimir Klitschko für deren Einsatz für ihr Heimatland angesichts des kriegerischen Angriffs Russlands auf die Ukraine. „Wenn ich jetzt einfach mal die Klitschko-Brüder herausstelle, die Art und Weise, wie die sich einsetzen. Sie könnten das auch anders machen. Sie sind da, für ihr Land, für ihre Nation. Das ist schon beeindruckend“, sagte der Chefcoach der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dem ARD-Hörfunk.

Flick zeigte sich erschüttert über den Krieg im Osten Europas. „Es ist Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ich hätte nie gedacht, dass wir in Europa nochmal so was erleben würden. Klar, die Situation zeigt uns, dass Fußball die schöne Nebensache ist und nicht das Wichtigste“, sagte der 57-Jährige am Freitag. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir befinden sich in ihrer Heimat und treten immer wieder öffentlich für ihr Land ein.

Flick betonte zudem erneut, dass er den Ausschluss der russischen Nationalmannschaft aus den Play-offs zur Fußball-Weltmeisterschaft für die richtige Entscheidung halte.

Geflüchtete im Hause Lieberknecht: „Zuzuhören ist das Wichtigste"

Torsten Lieberknecht hat einer ukrainischen Frau und deren Sohn im wahrsten Sinne die Türen geöffnet. „Uns war es wichtig zu sagen: Unser Haus ist euer Haus. Ihr braucht nicht zu fragen, ob ihr an den Kühlschrank gehen oder euch einen Kaffee machen könnt. Bitte macht es einfach", berichtete der Trainer des Fußball-Zweitligisten Darmstadt im Podcast von hr-info.

Seit etwas mehr als einer Woche lebt die fünfköpfige Familie nun zu siebt. „Das Zusammenspiel zwischen uns wird immer besser", sagte Lieberknecht, bei der Kommunikation hilft ein Übersetzungsprogramm.

„Wir sind eine sehr hilfsbereite Familie. Der Krieg ist gefühlt sehr nah, und wir haben uns die Frage gestellt, wie wir helfen können", sagte Lieberknecht: „Und wir hatten das Gefühl, dass, wenn unsere Hilfe hier zu Hause benötigt wird, unsere Tür dann offen steht."

Am wichtigsten sei, den Geflüchteten die Chance zu geben zu erzählen. „Wenn wir merken, dass Gesprächsbedarf da ist, hören wir zu. Manchmal kann man ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, aber dann spürt man auch immer wieder die Tiefe, die beide durch ihre Erlebnisse mitbringen", sagte Lieberknecht. „Es gibt klar diese Momente, in denen wir da sein und zuhören müssen. Zuzuhören ist das Wichtigste."

Ermittlungen gegen ehemaligen Präsidenten des Eishockey-Weltverbands

Die Ethikkommission des Eishockey-Weltverbandes IIHF hat eine Untersuchung gegen den langjährigen Präsidenten Rene Fasel und den russischen Verband RIHF eingeleitet. Das teilte die IIHF am Donnerstag auf ihrer Homepage mit. Die RIHF soll Teams der Kontinental Hockey League (KHL) angewiesen haben, Maßnahmen zur Unterstützung des Krieges gegen die Ukraine zu ergreifen. Dies verstoße gegen den IIHF-Ethikkodex.

Fasel soll nach dem Ausschluss von Russland und Belarus für die WM in Finnland (13. bis 29. Mai) in russischen Medien von einem "traurigen Moment in der IIHF-Geschichte" gesprochen haben. Der Schweizer ist inzwischen Berater der KHL.

Uefa kommentiert Berichte über russischen Ausschluss zurückhaltend

Die Europäische Fußball-Union Uefa hat Berichte über einen möglichen Ausschluss des russischen Verbands noch zurückhaltend kommentiert. Britische Medien, darunter die „Daily Mail“, hatten geschrieben, dass das überraschende offizielle Interesse Russlands an der Ausrichtung der EM 2028 oder 2032 zu großen Irritationen bei der Uefa geführt habe – und der Ausschluss als politische Reaktion bevorstünde. Nach dem Angriffskrieg auf die Ukraine ist Russland im internationalen Sport isoliert.

Das Uefa-Exekutivkomitee sei „in Bereitschaft“, außerplanmäßige Konferenzen einzuberufen, um die „Rechts- und Sachlage im Zuge der Entwicklung neu zu bewerten und gegebenenfalls weitere Entscheidungen zu treffen“. Auch „im Lichte der vom russischen Verband bekundeten Interessenserklärung zur Ausrichtung der Europameisterschaft“, teilte die Uefa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit.

Russland hatte am Mittwochabend kurz vor Fristende seine Absichtserklärung abgegeben. Die Uefa will die Endrunden 2028 und 2032 gemeinsam vergeben. Favoriten auf die Ausrichtung des Turniers in sechs Jahren sind Großbritannien und Irland. Für 2032 scheint Italien vorne zu liegen. Die Türkei will wie Russland das Großereignis entweder 2028 oder 2032 ausrichten. Die Entscheidung soll im September 2023 fallen.

Russische Teams und Athleten wurden nach dem Angriff auf die Ukraine am 24. Februar von praktisch allen Sportverbänden suspendiert – auch von der Uefa und vom Weltverband Fifa. Die russische Fußball-Nationalmannschaft wurde von der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgeschlossen.

Johnson: Russlands EM-Bewerbung „jenseits von Satire“

Da scheint der britische Premier Boris Johnson kurzzeitig durcheinander gekommen zu sein. „Das Beste“ sei, das EM-Turnier 2028 an die Ukraine zu vergeben, sagte Johnson am Donnerstag in Brüssel dem TV-Sender Sky angesprochen auf die russische Bewerbungsabsicht für die Fußball-Europameisterschaft in sechs Jahren. Um diese bewerben sich allerdings gemeinsam auch Großbritannien und Irland.

Gefragt worden war Johnson allerdings auch konkret danach, ob er angesichts der russischen Bewerbung nicht denke, dass die Ukraine der Ausrichter sein sollte. In seiner Antwort verurteilte der britische Premier den Russland-Versuch als „jenseits von Satire“. Er glaube nicht daran, dass irgendjemand dies ernsthaft in Betracht ziehen würde. Das gelte für jede kulturelle Veranstaltung. „Das Beste wäre natürlich, dass sich die gesamten russischen Streitkräfte sofort aus der Ukraine zurückziehen und ihnen das Turnier überlassen“, sagte Johnson.

Der russische Verband hatte am Mittwoch überraschend offiziell seine Absicht für eine Bewerbung um das EM-Turnier 2028 oder 2032 abgegeben. Englischen Medienberichten zufolge erwägt die Europäische Fußball-Union nun einen Ausschluss des russischen Verbands. Für 2028 sind Großbritannien und Irland großer Favorit, für 2032 scheint Italien vorne zu liegen. Die Türkei will wie Russland das Großereignis entweder 2028 oder 2032 ausrichten. Die Entscheidung soll im September 2023 fallen.

Rodler Loch nach Reise an Ukraine-Grenze: „Krieg muss aufhören!“

Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat sich entsetzt und mit einem Friedensappell nach einem Besuch an der ukrainischen Grenze geäußert. „Ich werde nie vergessen, was wir in den letzten Stunden gesehen und erlebt haben. Es verändert einfach alles! Dieser Krieg muss aufhören! Alle Kriege müssen aufhören!!“, schrieb Loch auf seinem Instagram-Account. Zusammen mit seiner Frau Lisa fuhr der 32-Jährige im Rahmen der Aktion „Athletes for Ukraine“ mit 16 Helfern in acht Bussen an die ukrainische Grenze in Polen.

Drei Fahrzeuge vom Deutschen Skiverband, zwei vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland und weitere Vereinsbusse aus der Region brachten Hilfsgüter in die Krisenregion. Auf dem Weg zurück nahmen sie 47 Frauen und Kinder mit. „Wir arbeiten mit einer Hilfsorganisation aus Rosenheim zusammen“, sagte Loch in einem Interview bei der Radiowelt auf Bayern 2.

Schwer zu verarbeiten sei für Loch und seine Frau die Entscheidung gewesen, wen sie auf dem Rückweg mitnehmen. „Man muss in ein fremdes Auto einsteigen und man muss in ein fremdes Land fahren“, sagte er, dass sei schon „extrem krass“. Bei der Rückfahrt habe seine Frau „einfach vier, fünf Stunden nur geweint“, schilderte Loch.

Mainz sammelt 50.000 Euro für die Ukraine

Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 hat insgesamt 50.000 Euro für Familien in und aus der Ukraine gesammelt. Dies gaben die Rheinhessen am Donnerstag bekannt. Die Summe kam am 05er-Familienspieltag zusammen. Über die konkrete Verwendung der Spenden wird in den kommenden Tagen gemeinsam mit den Fanvertretern und dem Ukraine Netzwerk Mainz entschieden.

15.000 Euro konnten fanseitig rund um den Familienspieltag gegen Bielefeld durch verschiedene Aktionen gesammelt werden. Der karitative Verein des FSV, Mainz 05 hilft e. V., hat zusätzlich 10.000 Euro hinzugefügt.

Stadionnamensgeber Mewa hat die durch die Fans und Mainz 05 hilft e. V. gespendete Summe noch einmal um 25.000 Euro auf insgesamt 50.000 Euro verdoppelt.

Schwimm-Verband sperrt Russland – auch für die WM im Juni

Nach langem Zögern hat der Schwimm-Weltverband Fina am Mittwoch Sportler aus Russland und Belarus für alle Fina-Veranstaltungen – einschließlich der Weltmeisterschaften im Juni in Budapest – gesperrt. Der Verband reagierte damit auf die russische Invasion in die Ukraine.

Bislang konnten Sportler der beiden Nationen unter neutraler Flagge an Wettbewerben teilnehmen, was von vielen Nationen scharf kritisiert wurde. Deutschland und die Schweiz hatten bereits angekündigt, nicht an der Schwimm-WM teilzunehmen, wenn russische und belarussische Athleten starten dürften.

Nach der Fina-Entscheidung teilte der russische Schwimm-Verband mit, dass er sich von allen Fina-Veranstaltungen bis Jahresende zurückzieht. Damit muss der Weltverband auch die Kurzbahn-Weltmeisterschaften im Dezember dieses Jahres, die im russischen Kasan geplant waren, neu vergeben. Gespräche mit potenziellen neuen Ausrichtern laufen, teilte die Fina mit.

Belarussische Leichtathletin Timanowskaja: „Die Sportler leiden“

Die jetzt in Polen lebende belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja nimmt angesichts der Sanktionen in der Heimat Anteil am Schicksal ihrer ehemaligen Kollegen und Kolleginnen. „Die Sportler leiden, sie können nicht mehr antreten. Sie hatten natürlich jetzt die Chance, unter der neutralen Flagge anzutreten, aber darauf hat man sich nicht eingelassen“, sagte die Athletin in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag).

„Einige Athleten, mit denen ich gesprochen habe, darunter auch solche, die sogar an Olympia teilgenommen haben, überlegen nun, ihre Karriere zu beenden, auszuwandern, und es dann vielleicht im Ausland mit einer Sportkarriere zu versuchen“, erzählte sie. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ist Belarus als Verbündeter ebenfalls von Sanktionen betroffen

Flick findet Russland-Ausschluss richtig

Hansi Flick befürwortet den Ausschluss der russischen Fußball-Nationalmannschaft aus den WM-Play-offs. „Als Symbol finde ich solche Maßnahmen richtig“, sagte der Bundestrainer dem Magazin „Stern“. Der Weltverband FIFA hatte Russland die Teilnahme an dem für Donnerstag geplanten Ausscheidungsspiels gegen Polen wegen des militärischen Angriffs auf die Ukraine untersagt. Eine Wirkung auf das Kriegsgeschehen oder gar ein Einlenken von Russlands Präsident Wladimir Putin erwartet Flick durch diese Entscheidung allerdings nicht.

„Ich glaube aber nicht, dass Putin sich davon beeindrucken lässt. Selbst scharfe Wirtschaftssanktionen konnten ihn bislang nicht stoppen. Für die Sportlerinnen und Sportler, die nun ausgeschlossen werden von den Wettbewerben, tut es mir leid. Denn es ist Putins Krieg, nicht ihr Krieg. Aber es gibt derzeit keine andere Option“, sagte der 57-Jährige. Durch den Ausschluss verpasst Russlands Nationalteam die WM-Endrunde im Spätherbst in Katar.

„Handballspiel für den Frieden“: Wetzlar empfängt Ukraine

Unter dem Motto „Ein Handballspiel für den Frieden“ gastiert die ukrainische Nationalmannschaft am 1. April beim Bundesligisten HSG Wetzlar. Das Team von Nationaltrainer Slava Lochmann hatte zu Wochenbeginn dank eines Sondererlasses des ukrainischen Sportministeriums das Kriegsgebiet in seinem Heimatland verlassen und ist derzeit - samt Familien - in Großwallstadt untergebracht.

Für die ukrainischen Handballer wird es das erste Spiel seit Ausbruch des Krieges, der den Sportbetrieb komplett lahmgelegt hat. „An einen normalen Trainingsbetrieb war nicht mehr zu denken, alle hatten Angst und haben sich so gut es geht in Sicherheit gebracht“, berichtete Lochmann.

Alle Einnahmen der Partie, die in Dutenhofen ausgetragen wird, kommen der Hilfe für die Menschen in der Ukraine zugute. „Die russischen Kriegsverbrechen müssen gestoppt werden und den Menschen in der Ukraine jedwede humanitäre Hilfe geleistet werden. Deshalb werden wir ein Handballspiel für den Frieden austragen und fordern alle Sportfans der Region auf, an diesem Benefizspiel teilzunehmen, um unsere gemeinsame Solidarität mit den Menschen im Kriegsgebiet auszudrücken“, sagte Wetzlars Geschäftsführer Björn Seipp.

Brasilianer Moraes ist mit seinen Gedanken in der Ukraine

Nach seiner Rückkehr nach Brasilien ist der brasilianische Fußballprofi Júnior Moraes mit seinen Gedanken und Gefühlen weiter in der Ukraine. „Es ist immer noch sehr schwierig, darüber zu sprechen“, sagte der 34-jährige Stürmer bei seiner Vorstellung beim Traditionsclub SC Corinthians in São Paulo am Dienstag (Ortszeit) über den russischen Angriffskrieg und seine Flucht aus der Ukraine, wie das Sportportal „Globoesporte“ berichtete. „Ich kann noch nicht lächeln, wie ich gerne möchte. Das werde ich erst schaffen, wenn dieser Krieg stoppt.“

Moraes hatte in den vergangenen zehn Jahren vor allem für ukrainische Clubs gespielt und auch die ukrainische Staatsbürgerschaft angenommen. Er verließ die Ukraine Ende Februar mit einer Gruppe von gut 40 Brasilianern, die nach dem russischen Angriff in einem Hotel in Kiew ausgeharrt hatten. Moraes hat einen Vertrag mit Corinthians bis Ende Dezember kommenden Jahres erhalten. Der Vertragsabschluss war aufgrund eines vorübergehenden Transferfensters des Fußball-Weltverbandes FIFA für ausländische Spieler und Trainer bei Vereinen in Russland und der Ukraine möglich.

Nun macht sich Moraes Sorgen um weitere Freunde und Kollegen. „Solange Krieg herrscht, werde ich mit den Leuten dort in Verbindung sein“, sagte er. „Täglich spreche ich mit Personen, die immer noch dort sind und Hilfe benötigen, um ihre Familie herauszubekommen.“

Ergebnisse russischer Teams in Basketball-Euroleague gestrichen

Die russischen Basketball-Teams sind für diese Saison endgültig aus der Euroleague ausgeschlossen worden. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine werden damit alle Resultate der drei Teams Zenit St. Petersburg, Unics Kasan und ZSKA Moskau aus der Wertung genommen, wie die Königsklasse am Dienstag mitteilte. Die Euroleague begründete ihre Entscheidung, „die Situation in der Ukraine“ habe sich nicht „auf eine günstige Weise entwickelt“.

Nach der Anpassung der Tabelle besitzt der FC Bayern München als Sechster auch nach der 67:80-Niederlage am Abend bei Panathinaikos Athen gute Chance unter die Top-Acht und damit in die Playoffs zu kommen. Auch Alba Berlin als zweiter Teilnehmer darf noch auf die K.o.-Phase hoffen. Der Hauptstadtclub ist nach der 79:95-Pleite gegen den FC Barcelona weiter Zwölfter. Im zweitklassigen Eurocup wurde für diese Saison Lokomotiv Kuban Krasnodar ausgeschlossen. Damit sind die Hamburg Towers für das Achtelfinale qualifiziert.

UEFA erlaubt im Europacup zwei nachträglich gewechselte Spieler

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat den Beschluss des Weltverbands FIFA hinsichtlich nachträglich wechselnder Profis aus der Ukraine und Russland in die Praxis umgesetzt. In den Europacup-Wettbewerben dürfen zwei Spieler pro Klub nachgemeldet werden. Die Frist dafür läuft bis zum 1. April (Männer) beziehungsweise bis zum 7. April (Frauen). Diesen Beschluss fasste das UEFA-Exekutivkomitee.

Die FIFA hatte zuletzt entschieden, Wechsel ausländischer Spieler und Trainer aus der Ukraine und Russland trotz des längst zurückliegenden Endes der Transferperiode (31. Januar) als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine zu erlauben. Seit vergangener Woche gilt das auch für Ukrainer, falls sie das Land verlassen können.

Trotz der Erlaubnis der FIFA hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dagegen ausgesprochen, den nachträglich wechselnden Spielern die Spielgenehmigung für die laufende Saison zu erteilen. Lediglich die Teilnahme am Training und an Testspielen ist den Spielern gestattet.

"Hauptgrund für die Entscheidung des DFB ist, die sportliche Integrität der Wettbewerbe und der verbleibenden Spieltage der Saison 2021/2022 in allen Spielklassen zu wahren", ließ der Verband wissen.

Basketball-EuroLeague annulliert Ergebnisse russischer Teams

Die Basketball-EuroLeague hat in Folge der Invasion der Ukraine alle russischen Mannschaften aus dem Wettbewerb genommen und deren Spiele annulliert. Dies gab die Liga, die kurz nach Kriegsbeginn bereits eine vorläufige Suspendierung ausgesprochen hatte, am Dienstag bekannt.

"Die Situation in der Ukraine hat sich nicht zum Besseren entwickelt", teilte die EuroLeague mit. Betroffen sind ZSKA Moskau, UNICS Kasan und Zenit St. Petersburg - 15 Teams verbleiben, darunter Bayern München und Alba Berlin. Die Regelung gilt auch für den unterklassigen EuroCup.

+++ 21. März +++

Vitesse Arnheim bangt um seine Existenz

Der niederländische Erstligist Vitesse Arnheim ist seit Jahren in russischer Hand. Doch Eigentümer Valeri Oyf zieht sich aus Angst vor Sanktionen in Folge des Kriegs in der Ukraine zurück und hinterlässt einen zutiefst desillusionierten Fußballklub, der schwer zu verkaufen sein könnte. Mehr dazu hier.

Fifa unterstützt Ukraine mit einer Million Dollar

Der Fußball-Weltverband hat eine Million Dollar für Hilfsleistungen an die von Russland überfallene Ukraine zur Verfügung gestellt. Das gab die Fifa am Samstag bekannt. Ein erstes Hilfspaket sei bereits an den ukrainischen Verband UAF geliefert, teilte der Weltverband mit.

"Wir wollen unseren Beitrag leisten, indem wir den Menschen in der Ukraine und denjenigen, die vor dem Krieg geflüchtet sind, helfen", sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino: "Die Fifa-Stiftung ist bereit, in Absprache mit der Fußballgemeinschaft in der Ukraine und der Region dringend benötigte Hilfe zu leisten."

Nach einer Anfrage des UAF wurde per LKW eine erste Ladung mit Verbandsmaterial in die Ukraine geliefert, die den dringendsten Bedarf decken soll. Angesichts der immer größeren humanitären Krise in der Ukraine sei der Fifa-Stiftung insgesamt eine Million Dollar für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt worden.

Roger Federer spendet halbe Million US-Dollar für ukrainische Kinder

Nach der russischen Invasion in die Ukraine will Tennis-Superstar Roger Federer Opfer des Angriffskriegs finanziell unterstützen. Über seine Stiftung solle eine halbe Million US-Dollar an die Organisation War Child Holland gehen, um ukrainischen Kinder den Zugang zu Schulunterricht zu ermöglichen, teilte der 40 Jahre alte Schweizer auf Twitter.

„Meine Familie und ich sind von den Bildern aus der Ukraine geschockt und untröstlich wegen der unschuldigen Menschen, die so fürchterlich betroffen sind“, schrieb der 20-malige Grand-Slam-Sieger. „Wir stehen für Frieden.“ Mit seiner Ehefrau Mirka hat Federer vier Kinder. Sportlich hofft Federer nach einer erneuten Knieoperation im vergangenen August auf eine Rückkehr in diesem Sommer.

Cas bestätigt Ausschluss Russlands aus WM-Quali

Russlands Fußball-Nationalmannschaft bleibt von den Playoffs für die WM in Katar ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas lehnte am Freitag den Einspruch der Russen gegen die Entscheidung des Weltverbands Fifs ab, das Team wegen des Krieges in der Ukraine nicht zu den Qualifikationsspielen zuzulassen.

Haft für US-Basketballerin Griner in Moskau verlängert

US-Basketballstar Brittney Griner muss nach ihrer Festnahme am Moskauer Flughafen wohl zwei weitere Monate in Haft verbringen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Donnerstag vermeldete, wurde die Maßnahme gegen die Olympiasiegerin durch ein Gericht in Chimki nahe der russischen Hauptstadt bis zum 19. Mai verlängert.

Griner wurde festgesetzt, nachdem in ihrem Gepäck angeblich Vape-Kartuschen mit Cannabisöl gefunden wurden. Laut der Nachrichtenagentur Ria Novosti sollen Griners Anwälte versucht haben, ihre Klientin freizubekommen, da die Behandlung "rechtswidrig" und "übermäßig hart" sei. Dies wurde abgelehnt.

Die 31 Jahre alte Griner hatte Phoenix Mercury 2014 zum dritten Titel in der US-Profiliga WNBA geführt und war 2021 mit ihrem Team erneut ins Finale eingezogen. Seit 2015 spielt Griner zudem in der WNBA-Pause bei UMMC Jekaterinburg. Bis auf die Olympiasiegerin von 2016 und 2021 haben alle Spielerinnen aus der US-Liga Russland nach der Invasion der Ukraine verlassen.

Das US-amerikanische Außenministerium hatte bereits am 23. Januar eine Reisewarnung für Russland herausgegeben und auf die "Möglichkeit von Belästigungen von US-Bürgern durch die russischen Sicherheitsbehörden" hingewiesen

1. FC Köln trainiert mit geflüchteten Fußballerinnen

Die ukrainischen Erstliga-Fußballerinnen des FC Krywbas haben nach einer überstürzten Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat am Donnerstag das Training des 1. FC Köln besucht.

Die Frauen waren am 24. Februar zum Flughafen unterwegs gewesen, um zu ihrem Trainingslager in die Türkei zu reisen. Wegen naher Bombeneinschläge war dies nicht mehr möglich. "Es gab keinen sicheren Ort, daher sind wir zunächst zu einem großen Schutzkeller gefahren", sagte Kapitänin Anna Iwanowa.

Das Team entschied sich zur Flucht aus der südukrainischen Großstadt Krywyj Rih, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch begleitete ein Mitarbeiter der FC-Stiftung schließlich den Bustransfer aus dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet nach Köln. "Es war sehr wichtig, wieder auf dem Platz zu sein", sagte Iwanowa: "Die Lage in der Ukraine ist sehr schlimm, als wir dort waren, waren unsere Gedanken nicht beim Fußball, sondern anderswo. Wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeit."

Der 1. FC Köln hat das gesamte Team, das in einem leerstehenden Hotel wohnt, und weitere geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer zum Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Sonntag eingeladen.

DFB lässt Spieler aus der Ukraine nicht zu

Trotz der Erlaubnis des Weltverbands Fifa hat sich der DFB dagegen ausgesprochen, nachträglich wechselnden Spielern aus der Ukraine und Russland die Spielgenehmigung für die laufende Saison zu erteilen. Lediglich die Teilnahme am Training und an Testspielen ist den Spielern gestattet. Mehr dazu hier.

Real Madrid spendet eine Million Euro für ukrainische Flüchtlinge

Real Madrid spendet eine Million Euro für ukrainische Flüchtlinge. Dies gab der spanische Fußball-Rekordmeister am Mittwoch bekannt. Demnach soll das Geld der Real-Madrid-Stiftung zur Verfügung gestellt werden, die am 5. März eine Kampagne ins Leben gerufen hatte, um das Leid der Vertriebenen zu lindern. Die Stiftung arbeitet dabei unter anderem mit dem Roten Kreuz und dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen zusammen. Auch 13.000 Teile an Sportausrüstung und Kleidung will der Klub spenden.

Fifa erlaubt ukrainischen Spielern sofortigen Wechsel ins Ausland

Wegen des russischen Angriffskrieges dürfen nun auch ukrainische Fußballspieler ihre Verträge kündigen und umgehend in ausländische Ligen wechseln. Aktive, denen es gelingt, das Land zu verlassen, können sich demnach "bei einem anderen Verein registrieren lassen", auch wenn das Transferfenster zu diesem Zeitpunkt geschlossen ist, teilte der Fußball-Weltverband Fifa am Mittwoch mit.

Weil in der Ukraine die Generalmobilmachung ausgerufen wurde und Männer zwischen 18 und 60 Jahren grundsätzlich im Land bleiben müssen, können Spieler "gemäß der geltenden Regeln für grenzüberschreitende Bewegungen ukrainischer Staatsangehöriger" zur Ausreise berechtigt sein, so der Verband. Jeder Verein darf jedoch maximal zwei Profis aufnehmen, für die diese Ausnahmeregelung gilt.

Bereits Anfang der vergangenen Woche hatte die Fifa für ausländische Spieler und Trainer in der Ukraine und Russland die Möglichkeit geschaffen, in eine andere Liga zu wechseln.

Bundesliga-Stars rufen zu Spenden für Ukraine auf

Fußballstars wie Robert Lewandowski, Mats Hummels, Jürgen Klinsmann oder Lothar Matthäus haben zu Spenden für die Ukraine nach dem Angriffskriegs Russlands aufgerufen. Im Rahmen der von der Deutschen Fußball Liga (DFL) initiierten Aktion ermutigen die Stars in Videos, die über die offiziellen Bundesliga-Accounts verbreitet werden, zu Unterstützung und Solidarität.

Zahlreiche aktuelle und ehemalige Profis aus der Bundesliga und 2. Bundesliga rufen derzeit in Verbindung mit dem Hashtag #GemeinsamFürDieUkraine in den sozialen Netzwerken zu Spenden für die Menschen in der Ukraine auf. "Die Menschen in der Ukraine brauchen unsere Hilfe. Deswegen habe ich gespendet. Bitte hilf du auch mit", heißt es etwa von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus.

Die DFL selbst hatte zuletzt angekündigt, etablierten Hilfsorganisationen eine Million Euro zur Verfügung zu stellen. Am vergangenen Wochenende hatten die DFL und Derbystar zudem den offiziellen Spielball für alle Begegnungen der 1. und 2. Liga mit einer Ukraine-Flagge versehen.

Russische Mannschaften bleiben ausgeschlossen

Die russischen Mannschaften bleiben nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine von europäischen Fußball-Wettbewerben vorerst ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas will laut Mitteilung vom Dienstag Ende der Woche entscheiden, ob russische Teams auch weiterhin nicht an den Wettbewerben des Weltverbands FIFA teilnehmen dürfen. Dies betrifft auch die Aussichten Russlands für eine Qualifikation für die WM in Katar in diesem Jahr, zu denen der Cas nun zunächst noch keine Entscheidung getroffen hat. Am 24. März sollte Russland gegen Polen im Playoff zur WM in Katar spielen.

Der russische Verband (RFU) hatte beim Cas in Lausanne Einspruch gegen die Entscheidungen des Weltverbandes FIFA und der Europäischen Fußball-Union UEFA eingelegt. Die Verbände hatten beschlossen, Russland wegen der Invasion in die Ukraine von allen Wettbewerben auszuschließen. Der Ausschluss von den UEFA-Wettbewerben bleibt nach der Cas-Entscheidung nun vorerst bestehen. Das Verfahren des Sportgerichtshofes dazu läuft aber weiter. Eine Anhörung sei bislang noch nicht terminiert worden, heißt es in der Mitteilung.

Russlands Verband hatte die Sanktionen Anfang März als „ausdrücklich diskriminierend“ bezeichnet und sportjuristische Schritte angekündigt. Ziel der Berufung war die Wiedereingliederung aller Herren- und Frauenteams in die Turniere - unter anderem die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Katar - sowie Schadenersatz, hatte der russische Verband mitgeteilt.

Der Sportgerichtshof hatte eigenen Angaben zufolge zwei getrennte Schiedsverfahren eingeleitet und holte zunächst die Stellungnahmen der beklagten Parteien ein. Der russische Verband hatte gefordert, die angefochtenen Entscheidungen von FIFA und UEFA aufzuheben. Zugleich hatte die RFU einen Antrag auf Aussetzung der Maßnahmen gestellt. Dieser wurde für die UEFA-Wettbewerbe nun abgelehnt.

Russlands Kapitän Dsjuba verzichtet auf Länderspiele

Der Angriffskrieg gegen die Ukraine nimmt Einfluss auf die personelle Situation in der russischen Fußball-Nationalmannschaft: Kapitän Artjom Dsjuba (33) wird nicht an der bevorstehenden Länderspielreise teilnehmen, wie Nationaltrainer Waleri Karpin am Dienstag bekannt gab.

Der Profi des russischen Topklubs Zenit St. Petersburg habe "wegen der schwierigen Situation in der Ukraine, wo viele seiner Familienmitglieder leben, darum gebeten, nicht nominiert zu werden", so Karpin. Außerdem sagte der 53-Jährige, er würde keine Spieler europäischer Klubs nominieren.

Dsjuba hatte bereits öffentlich zu den Kriegshandlungen Stellung bezogen. Anfang März folgte er einem Aufruf des Ex-Dortmunders und Ukrainers Andrej Jarmolenko und nannte den Krieg eine "schreckliche Sache", prangerte aber auch eine vermeintliche "Doppelmoral" bei der Verhängung der Sanktionen an.

In Folge des Angriffskriegs wurde die russische Nationalmannschaft bereits von der Weltmeisterschaft in Katar (21. November bis 18. Dezember) ausgeschlossen, auch die Gegner für die kommenden Länderspiele stehen noch nicht fest.

+++ 12. März +++

HSV lädt ukrainische Flüchtlinge nach Spielabsage zum Mittagessen ein

Nach der coronabedingten Absage des Heimspiels gegen Erzgebirge Aue hat Fußball-Zweitligist Hamburger SV Geflüchtete aus der Ukraine zum Mittagessen ins Volksparkstadion eingeladen. Das Essen, das für die Zuschauer bereits geliefert worden war, wollte der Klub „sinnvoll nutzen und nicht entsorgen", schrieben die Hamburger auf Twitter.

400 Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg auf ihr Heimatland geflohen waren, nahmen nach Klubangaben das Angebot im Fan-Restaurant „Raute" an. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte dem Antrag des HSV auf Spielverlegung kurzfristig stattgegeben, weil nach einem Corona-Ausbruch nicht genügend spielfähige Akteure zur Verfügung standen.

FC Schalke 04 schreibt wegen Gazprom keine Autogramme mehr

Fußball-Zweitligist Schalke 04 kann vorerst keine Autogrammkarten mehr verschicken. Grund ist die Trennung vom russischen Hauptsponsor Gazprom. Weil "auf den begehrten Sammelobjekten das Logo eines Unternehmens abgebildet ist, mit dem der Verein die Partnerschaft beendet hat", sollen die Fans auf Anfragen verzichten, teilte der Klub am Donnerstag mit.

Schalke wies zudem "darauf hin, dass frankierte Rückumschläge, die in den kommenden Wochen eingehen, aus Kapazitätsgründen nicht zurückgeschickt werden können. Zur kommenden Saison wird Königsblau - wie in der Vergangenheit üblich - die Autogrammwünsche seiner Anhänger gerne wieder erfüllen."

Schalke hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zunächst den Schriftzug von der Trikotbrust genommen und dann die finanziell schmerzhafte Trennung verkündet. Inzwischen hat der Verein einen neuen Hauptsponsor gefunden: das in Gelsenkirchen angesiedelte Immobilien-Unternehmen Vivawest.

Verbandschef: Auch kein Start neutraler russischer Leichtathleten

Auch zuletzt noch startberechtigte neutrale Leichtathleten aus Russland bleiben angesichts der russischen Invasion in die Ukraine von künftigen Ereignissen bis auf weiteres ausgeschlossen. Das hat Weltverbandspräsident Sebastian Coe am Donnerstag noch einmal klar gemacht. Das Council des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics sei einstimmig dieser Meinung, betonte der Brite nach einer Sitzung des Gremiums.

Während der russische Verband nach mehreren Dopingskandalen seit 2015 suspendiert ist, konnten sich einzelne Athletinnen und Athleten in den vergangenen Jahren um eine Starterlaubnis bemühen. Auch sie sind vom geltenden Ausschluss betroffen. Coe begründete dies damit, dass nicht einerseits ukrainische Sportlerinnen und Sportler wegen des Krieges nicht mehr antreten könnten, während andererseits Athleten aus Russland und Belarus noch dabei sein würden. Ihr Ausschluss habe nichts mit der Frage zu tun, ob sie etwas für den Krieg könnten.

Auch der Verband von Belarus, das den russischen Angriff auf die Ukraine unterstützt, wurde mit Sanktionen belegt und darf unter anderem vorerst keine internationalen Wettkämpfe mehr ausrichten. Athleten, Betreuer und Offizielle aus Russland und Belarus waren bereits am 1. März von allen anstehenden Veranstaltungen der Leichtathletik-Weltserie ausgeschlossen worden. Dazu gehören unter anderem die Hallen-WM in gut einer Woche in Belgrad sowie die Freiluft-Weltmeisterschaften im amerikanischen Eugene Mitte Juli.

Die Arbeit der Task Force und von Experten zur Wiedereingliederung des russischen Verbandes soll vorerst aber noch nicht beendet werden. Es gebe eine entsprechende Empfehlung, sagte Rune Andersen, der Leiter der Task Force, mit Blick auf Fortschritte bei Russlands Verband. Allerdings könne es auch hier noch Konsequenzen wegen des russischen Angriffs geben. Der russische Verband sei auch noch nicht bereit für eine Wiederaufnahme, unterstrich Andersen.

Videobotschaft: Handballer zeigen Solidarität mit der Ukraine

Die Handball-Bundesliga setzt ein weiteres Zeichen gegen den russischen Angriff auf die Ukraine. In einer Videobotschaft sprechen sich 37 Spieler aus verschiedenen Nationen in ihrer jeweiligen Landessprache für Frieden und Freiheit und gegen Krieg aus. Der Clip ist ab sofort auf allen Portalen der Erst- und Zweitligisten, der HBL sowie beim TV-Partner Sky zu sehen.

Zugleich startete die HBL gemeinsam mit der „Aktion Deutschland hilft“ einen Spendenaufruf zugunsten der Menschen, die durch den Krieg in Not geraten sind. Eine weitere Solidaritätsbekundung für die Ukraine ist beim Topspiel am kommenden Sonntag zwischen Rekordmeister THW Kiel und den Füchsen Berlin geplant. Beide Clubs bestreiten die Partie in Sondertrikots mit Statements gegen den Krieg und für den Frieden.

Ukraine-Cheftrainer: Athleten können nicht mehr zurück

Einige Starter der Ukraine werden nach den Paralympics in Peking nicht mehr in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können. „Die Situation ist fürchterlich“, sagte Andrej Nesterenko, der Cheftrainer der ukrainischen Para-Auswahl in China: „Wir haben sieben Menschen aus Charkiw in unserem Team, und einige von ihnen werden nicht mehr die Möglichkeit haben, dorthin zurückzukehren. Weil ihre Wohnungen oder Privathäuser zerstört sind.“

Verbandspräsident Waleri Suschkewitsch berichtete in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ebenfalls von einem bewegenden Fall. „Eine unserer Athletinnen konnte nicht antreten, weil sie ein Video erhalten hatte, wie ihr Vater von tschetschenischen Soldaten verprügelt worden ist“, sagte Suschkewitsch. Um welche Athletin es sich handelt, sagte er nicht.

Bundesliga setzt Zeichen: Spezieller Spielball für Ukraine

Mit einem speziellen Spielball setzt der Profi-Fußball am Wochenende ein Zeichen für die Ukraine. „Der Spielball ist gestaltet und mit einer Botschaft versehen“, sagte Union Berlins Kommunikationschef Christian Arbeit am Donnerstag über die abgestimmte Aktion der 36 Erst- und Zweitligisten. Nach dpa-Informationen wird in jedem Stadion jeweils auf dem Ball, mit dem der Anstoß vollzogen wird, eine Ukraine-Flagge und der Slogan „standwithukraine“ zu sehen sein.

Chelsea-Inhaber Roman Abramowitsch mit Sanktionen belegt

Großbritannien hat Sanktionen gegen Chelsea-Inhaber Roman Abramowitsch und weitere russische Oligarchen verhängt. Das gab die britische Regierung am Donnerstag bekannt. Demnach wurde Abramowitschs Vermögen eingefroren, Transaktionen mit britischen Privatpersonen und Unternehmen sind ihm verboten. Außerdem wurde er mit einem Reise- und Transportverbot belegt.

Großbritannien reagiert damit auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. „Es darf keine sicheren Häfen geben für die, die Putins bösartigen Angriff auf die Ukraine unterstützt haben“, wurde Premierminister Boris Johnson zitiert. Abramowitsch wird eine Nähe zu Kreml-Chef Wladimir Putin nachgesagt, was er allerdings bestreitet.

Was die Sanktionen für den geplanten Verkauf des FC Chelsea bedeuten, war zunächst unklar. Abramowitsch hatte kürzlich angekündigt, den Klub nach fast 20 Jahren verkaufen zu wollen. Der Schritt galt als Reaktion auf die Forderung nach Sanktionen gegen ihn, die nun allerdings noch vor dem Chelsea-Verkauf in Kraft treten.

Unter Abramowitsch erlebten die Blues, die derzeit vom deutschen Fußballcoach Thomas Tuchel trainiert werden, die erfolgreichste Zeit ihrer Vereinsgeschichte und gewannen national und international alle möglichen Titel, zuletzt die Champions League und die Klub-WM.

+++ 9. März 2022 +++

Andy Murray spendet alle Preisgelder bis Jahresende an UNICEF

Der dreimalige Grand-Slam-Sieger Andy Murray (34) will angesichts der russischen Invasion in die Ukraine sein Preisgeld der weiteren Tennisturniere im Jahr 2022 an das Kinderhilfswerk UNICEF spenden. "Mehr als 7,5 Millionen Kinder sind durch den eskalierenden Konflikt in der Ukraine gefährdet, daher arbeite ich mit UNICEF zusammen, um dringende medizinische Hilfsgüter und Kits für die frühkindliche Entwicklung bereitzustellen", teilte der frühere Tennis-Weltranglistenerste bei Twitter mit.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen arbeite daran, "vertriebenen Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und die Instandsetzung beschädigter Schulen sowie Ersatzausrüstungen und Möbel zu unterstützen", schrieb Murray und forderte zugleich jeden in Großbritannien auf, "die humanitäre Hilfe von UNICEF" zu unterstützen.

Murray ist in der Weltrangliste aktuell auf Platz 88 geführt. Er hatte erst vergangene Woche seinen einstigen Erfolgscoach Ivan Lendl zum dritten Mal zu seinem Trainer berufen.

„No War“: Formel-1-Piloten setzen Zeichen für Ukraine

Die Formel-1-Piloten haben ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine gesetzt. Vor den Testfahrten in Bahrain versammelten sich 18 der 20 Stammpiloten um Sebastian Vettel und Mick Schumacher auf der Zielgerade der Rennstrecke in Sakhir vor einem Plakat mit der Aufschrift „No War“ (Kein Krieg). Davor hatten sie eine ukrainische Flagge gelegt. Alle Rennfahrer, unter ihnen auch Weltmeister Max Verstappen von Red Bull, trugen zudem weiße T-Shirts, auf denen ebenfalls „No War“ zu lesen war. Weltverbandschef Mohammed Ben Sulayem dankte den Piloten und der Fahrer-Gewerkschaft GPDA für die Aktion.

In den sozialen Netzwerken posteten viele der Fahrer zu dem Foto noch kurze weitere Botschaften. So schrieb Mick Schumacher: „Ich stehe an der Seite des ukrainischen Volkes und aller anderen vom Krieg betroffenen Menschen“. Zuletzt hatte sich das Haas-Team, für das auch Schumacher fährt, vom russischen Piloten Nikita Masepin und dem russischen Titelsponsor Uralkali getrennt.

Masepins erst am Mittwoch verpflichteter Nachfolger Kevin Magnussen fehlte auf dem Foto ebenso wie der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton. Der Brite schrieb allerdings bei Instagram: „Mein Herz ist bei den mutigen Menschen der Ukraine, die fest zu ihren Werten von Freiheit und Frieden stehen.“ Zudem rief Hamilton zu Spenden für die Betroffenen auf.

Karate-Weltverband suspendiert russische und belarussische Athleten

Der Karate-Weltverband schließt sich anderen Sportverbänden an und suspendiert wegen des Ukraine-Krieges russische und belarussische Athleten und Offizielle von seinen Veranstaltungen. „Wir wollen keinen Athleten oder Funktionär bestrafen, der von diesem Krieg betroffen ist, aber wir wollen die gesamte Karate-Gemeinschaft schützen, da uns die Karate-Werte wie Respekt, Integrität und Ehre am Herzen liegen“, sagte der Präsident Antonio Espinós laut einer Verbandsmitteilung am Mittwoch. Die Maßnahme trete sofort in Kraft, die Situation in der Ukraine werde aber weiterhin genau beobachtet.

EU-Sanktionen gegen Formel-1-Fahrer Masepin und seinen Vater

Wegen des Ukraine-Krieges haben die EU-Staaten gegen den vom Formel-1-Team Haas entlassenen russischen Rennfahrer Nikita Masepin und seinen Vater Dmitri Sanktionen verhängt. Dmitri Masepin gehöre zum „engsten Kreis“ von Wladimir Putin und unterstütze politische Maßnahmen, die die Souveränität und Unabhängigkeit sowie die Stabilität und Sicherheit der Ukraine untergraben und bedrohten, heißt es zur Begründung. Bei seinem Sohn wird die Verbindung zu seinem Vater als Grund für Sanktionen angegeben. Ihre Vermögenswerte in der EU werden eingefroren, sie dürfen nicht mehr einreisen.

Dmitri Masepin ist der Besitzer und Geschäftsführer des Mineraldüngerunternehmens Uralchem und Miteigentümer des Bergbauunternehmens Uralkali, das bis vor kurzem der Titelsponsor des Haas-Rennstalls war. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte das Formel-1-Team, in dem auch Mick Schumacher fährt, den Vertrag mit Nikita Masepin beendet und sich vom Sponsor getrennt.

Neben den Masepins verkündete die EU-Kommission am Mittwoch noch Sanktionen für weitere russische Oligarchen und prominente Geschäftsleute.

Handballer aus der Ukraine verzichten auf WM-Qualifikation

Die ukrainische Handball-Nationalmannschaft der Männer wird wegen des russischen Angriffskrieges nicht an den Play-offs zur Weltmeisterschaft 2023 teilnehmen. Der ukrainische Verband teilte der Europäischen Handball-Föderation am Mittwoch mit, dass man aufgrund der aktuellen Situation im Land nicht zu den Ausscheidungsspielen gegen Finnland am 16. und 20. März antreten könne. Die EHF wertete deshalb beide Partien jeweils mit 10:0 für die finnische Auswahl, die nun in der entscheidenden Qualifikationsrunde Mitte April auf Kroatien trifft. Die WM-Endrunde findet vom 11. bis 29. Januar kommenden Jahres in Polen und Schweden statt.

Handball: HSV-Teambus holt Geflüchtete nach Hamburg

Handball-Bundesligist HSV Hamburg hilft Geflüchteten aus der Ukraine auf ihrem Weg in die Hansestadt. In einer gemeinsamen Aktion mit dem THCC Rot-Gelb Hamburg (Tennis, Hockey und Cricket) wird der Klub am Freitag seinen Mannschaftsbus und einen weiteren Bus an die polnisch-ukrainische Grenze schicken, um dort Frauen und Kinder abzuholen. Dies teilte der HSVH am Mittwoch mit.

Der Bus wird unter anderem durch Spenden des Vereins, der Mannschaft und der Fanklubs finanziert.

Keine Position zu Krieg: Verband droht Ex-Bayern-Profi Tymoschtschuk

Weil er den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine noch nicht verurteilt hat, droht der ukrainische Fußballverband dem früheren Bundesligaprofi Anatolij Tymoschtschuk mit dem Entzug seiner Trainerlizenz und von Ehrungen. „Zu der Zeit, während ein anderer Ex-Club des Ukrainers, der FC Bayern München, Erklärungen veröffentlicht und Aktionen zur Unterstützung der Ukraine durchführt, schweigt Tymoschtschuk und arbeitet weiter für den Klub des Aggressors“, teilte die Ethikkommission des Verbands am Mittwoch mit. Der 42-Jährige ist derzeit Co-Trainer des russischen Meisters Zenit St. Petersburg aus der Heimatstadt von Kremlchef Wladimir Putin.

Der Ex-Kapitän solle auch aus dem offiziellen Register von Fußball-Nationalspielern entfernt werden, forderte die Kommission. Mit 144 Auftritten im blau-gelben Trikot ist Tymoschtschuk Rekordnationalspieler. Alle Titel bei ukrainischen Turnieren sollen ihm zudem aberkannt werden.

Der aus dem westukrainischen Luzk stammende Tymoschtschuk hatte lange für den Donezker Klub Schachtjor gespielt und wechselte 2009 für vier Jahre nach München. Nach einer Zwischenstation bei Zenit St. Petersburg schloss er seine Spielerkarriere in Kasachstan 2016 bei Quairat Almaty ab. Seit 2017 ist er Assistenztrainer bei Zenit.

Seit dem Beginn des Krieges am 24. Februar hat der Fußballer sich nicht mehr öffentlich geäußert. Die jüngsten Einträge bei sozialen Netzwerken sind vom Januar und drehen sich um eine Fahrradtour in Dubai in den Vereinten Arabischen Emiraten.

+++ 8. März 2022 +++

Premier League stoppt TV-Übertragung in Russland

Die Fußballspiele der englischen Premier League werden in Zukunft nicht mehr in Russland gezeigt. Die englische Spitzenliga reagiert damit auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. „Die Liga verurteilt die russische Invasion in der Ukraine“, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. „Wir fordern Frieden, und unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen.“

Zur Meldung

Fifa erlaubt sofortige Wechsel ausländischer Fußballprofis

Wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine dürfen ausländische Fußballspieler und Trainer ihre Verträge in den beiden Ländern kündigen und sofort in andere Ligen wechseln. Das gab der Weltverband FIFA am Montag bekannt. Spieler und Trainer, die bis zum Ende der Saison in Russland am 30. Juni kündigen, würden als "vertragslose Spieler" behandelt und hätten "die Freiheit, einen Vertrag bei einem anderen Klub zu unterschreiben, ohne irgendwelche Konsequenzen tragen zu müssen".

Wer von dieser Regelung Gebrauch mache, könne in der neuen Saison seinen Verein frei wählen. Ziel sei es laut FIFA, Spielern und Trainern die Möglichkeit zur Arbeit zu geben und die ukrainischen Klubs, die durch die russische Invasion ihren Spielbetrieb einstellen mussten, zu schützen. Minderjährige, die aus der Ukraine flüchten, dürfen in einem anderen Land spielen.

Die FIFA hatte vor einer Woche Russlands Nationalmannschaft von der WM in Katar ausgeschlossen. Russland hätte in den WM-Play-offs am 24. März gegen Polen antreten sollen. Der polnische Verband hatte allerdings bereits ausgeschlossen, zu diesem Spiel anzutreten.

Ukrainischer Schwimmer Goworow fordert härtere Sanktionen für Russland

Der ukrainische Schwimm-Weltrekordler Andrij Goworow hat den Weltverband FINA scharf kritisiert und härtere Sanktionen für Russland gefordert. "Die FINA macht nichts, weil Russen großen Einfluss innerhalb der FINA haben. Wladimir Salnikow, der Präsident des russischen Schwimmverbandes, zum Beispiel", sagte der 29-Jährige der Augsburger Allgemeinen: "Ich weiß nicht, wie viel Geld die zahlen, aber die bisherigen Sanktionen sind ja nicht einmal Sanktionen."

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat der Weltverband lediglich die Teilnahme unter dem Namen Russland verboten. Russische Athleten dürfen aber unter neutraler Flagge starten - wie bisher schon wegen des Dopingskandals. "Wir verhängen also die gleichen Sanktionen für einen Krieg wie für Doping. Was soll das?", frage Goworow, Weltrekordhalter über 50 m Schmetterling. Er wolle Schwimmerinnen und Schwimmer aus anderen Ländern um Unterstützung bitten, kündigte er an: "Wenn wir zusammenhalten, können wir die FINA zum Handeln zwingen."

+++ 7. März +++

Biathlet Lesser überlässt Ukrainerin Instagram-Account zur Information von russischen Followern

Ex-Weltmeister Erik Lesser hat seiner ukrainischen Biathlon-Kollegin Anastassija Merkuschina für 24 Stunden seinen Instagram-Kanal überlassen, um für mehr Aufklärung im Ukraine-Krieg zu sorgen. „Ich habe 30.000 Follower aus Russland auf Instagram, und ich glaube, der russischen Bevölkerung ist nicht ganz klar, was in der Ukraine wirklich abgeht“, sagte Lesser am Samstag im ZDF angesichts von viel Desinformation. „Ich habe gedacht, wenn ich jetzt irgendwas poste, das glaubt mir doch kein Mensch. Wenn ich aber einen Ukrainer dazu bewege, dann ist das doch was ganz Ordentliches.“

Und so postete Merkuschina nach der Invasion Russlands in ihr Heimatland am Samstag Fotos aus dem Kriegsgebiet. Zu sehen waren die Zerstörung und das Leid der Menschen. „Ich möchte ihnen den Krieg mit meinen eigenen Augen zeigen. In Zeiten von Informationskriegen ist es schwer, die Wahrheit zu finden, also habe ich meine Freunde gebeten, mir Bilder zu schicken, die sie gemacht haben“, schrieb Merkuschina.

Die 27-Jährige, die schon vier WM-Medaillen gewonnen hat, appellierte auch an die russischen Sportler, die sich bisher nicht zum Krieg geäußert oder sich über die Ausschlüsse von Wettkämpfen beschwert haben. „Ihr seid empört über das Startverbot, aber wie könnt ihr an Wettkämpfen teilnehmen, wenn euer Land unseren Verwandten und Freunden Maschinengewehre an den Kopf hält?“, schrieb Merkuschina. „Ihr wisst genau, was passiert, und euer Schweigen kostet Dutzende von Menschenleben. Ukrainische Athleten greifen zu den Waffen, um ihr Land zu verteidigen - und ihr habt Angst vor der Wahrheit.“

Lesser hatte am Samstag rund 118.000 Follower bei Instagram, am Sonntag waren es schon 137.000. Wegen einer Hilfsaktion für einen russischen Biathleten waren es auch viele aus dem größten Land der Erde. Aber nach seinen Solidaritätsaktionen seien ihm nun ein Drittel der Russen entfolgt, von einigen bekam er negative Kommentare. So solle er keine Fake News verbreiten, hieß es unter anderem. Der 33-Jährige habe seine Reichweite nutzen wollen, „damit in Russland mehr Leute wirkliche Nachrichten bekommen“, sagte Lesser beim Weltcup im finnischen Kontiolahti. Er dankte den russischen Fans, die ihm dennoch weiter folgen. „Ihr seid der stille Widerstand. Versucht Euer Bestes, um gehört zu werden“, schrieb er am Sonntag.

Handball-Weltverband schließt Russland und Belarus vorläufig aus

Als Reaktion auf die russische Invasion in die Ukraine hat nun auch der Handball-Weltverband IHF mit Konsequenzen für Russland und dessen Verbündeten Belarus reagiert. Mannschaften, Offizielle, Schiedsrichter und auch Experten aus beiden Ländern seien ab sofort bis auf weiteres von allen Veranstaltungen und Aktivitäten ausgeschlossen, teilte die IHF am Montag mit. Damit würden die bereits von der Europäischen Handball-Föderation EHF verhängten Sanktionen weltweit umgesetzt.

Damit dürfen in diesem Jahr Teams aus Russland zunächst nicht bei zwei Junioren-Weltmeisterschaften und der WM im Beachhandball teilnehmen, für die die jeweiligen Mannschaften bereits qualifiziert waren. Die Entscheidung folge der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees.

Die IHF verurteilte das Vorgehen Russlands und erklärte, die Invasion in die Ukraine stelle einen Bruch des olympischen Friedens dar. Der Weltverband sei solidarisch mit der Ukraine und allen vom Krieg Betroffenen.

+++ 5. März +++

So bekundet die Bundesliga ihre Solidarität mit der Ukraine

Am zweiten Samstag in Folge haben die Vereine und Fans der Fußball-Bundesliga der Opfer des Kriegs in der Ukraine gedacht. In der Münchner Arena leuchteten die Anzeigetafeln vor der Partie des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb. Die Spieler versammelten sich kurz vor dem Anpfiff am Mittelkreis um ein Transparent mit der Aufschrift: „Beendet den Krieg! Stop the war!“ Bei der Gedenkminute trugen die Bayern-Profis blaue und gelbe Trainingsjacken.

„Es fällt einem schon sehr schwer, den Fokus auf den Fußball zu lenken bei den grausamen Bildern, die man Tag für Tag von diesem Krieg sieht“, sagte Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn bei Sky. „Wir haben uns alle nicht vorstellen können, dass wir so etwas in Europa sehen. Der Krieg muss aufhören.“ Die Gedanken seien „bei den Menschen“ in der Ukraine.

Im Berliner Olympiastadion bei der Partie von Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt waren die Anzeigetafeln und die Banden in den ukrainischen Landesfarben gefärbt. In mehreren Sprachen stand das Wort „Frieden“ darauf.

In Wolfsburg war beim Spiel des VfL gegen Union Berlin der Mittelkreis um weitere Linien ergänzt als „Peace“-Zeichen gestaltet, das auch auf den Eckfahnen zu sehen war. Auf den Werbebanden stand die Aufforderung, den Krieg zu beenden. Auf den Trikots der Wolfsburger war ebenfalls das „Peace“-Zeichen zu sehen statt des Logos von Hauptsponsor VW.

Mehrere Vereine hatten zudem eine Spendenaktion gestartet. In Berlin wurde die Hertha-Fangruppe vorgestellt, die mit Lastwagen Hilfsgüter an die ukrainische Grenze bringt.

Formel-1-Team Haas schmeißt Masepin raus

Das Formel-1-Team Haas trennt sich vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs mit sofortiger Wirkung von Mick Schumachers russischem Stallrivalen Nikita Masepin und dem russischen Hauptsponsor Uralkali. Wie es bei dem Team jetzt weitergehen soll.

FC St. Pauli wirbt vor Heimspiel mit „No War“-Shirts für den Frieden

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat vor seinem Heimspiel gegen den Karlsruher SC für den Frieden geworben. Die Kiezkicker kamen vor der Partie mit T-Shirts mit der Aufschrift „No War“ über den Trikots auf den Platz des Millerntor-Stadions. Sie wollten damit ein Zeichen setzen, die zum Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen Russlands in der Ukraine führen sollten, hieß es dazu am Samstag von Seiten des hanseatischen Clubs.

+++ 4. März 2022 +++

FC Bayern ruft zur Hilfe auf - 100.000-Euro-Spende an SOS-Kinderdörfer

Bayern München ruft geschlossen zur Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und zur Hilfe auf. An diesem Wochenende werden die Mannschaften des deutschen Rekordmeisters im Fußball wie im Basketball in ihren Spielstätten weitere klare Zeichen gegen den Krieg setzen.

Zudem startet der FC Bayern mit seinem Partner SOS-Kinderdörfer weltweit eine Spendenaktion, bei der der Klub zusammen mit dem FC Bayern Hilfe e.V. 100.000 Euro zur Verfügung stellen wird.

"Wir alle sind wegen der furchtbaren Ereignisse in der Ukraine fassungslos. Unsere Gedanken und unsere Herzen sind bei den Millionen von unschuldigen Menschen, die ein Leid erleben müssen, für das es keine Worte gibt. Es ist wichtig, dass wir alle Solidarität zeigen, zusammenstehen und helfen", sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer: "Es geht um Menschlichkeit. Der FC Bayern setzt als gesamter Verein ein klares Zeichen und fordert: Schluss mit Krieg! Unsere Welt basiert auf Frieden - Krieg kann und wird niemals der Weg sein."

Ukraine beantragt Verlegung von Playoff-Spiel zur Fußball-WM

Die Ukraine will wegen der Invasion Russlands das Playoff-Spiel zur Fußball-Weltmeisterschaft Ende März gegen Schottland verlegen lassen. Wie der Weltverband FIFA am Donnerstag auf dpa-Anfrage mitteilte, hat der ukrainische Verband einen entsprechenden Antrag gestellt. Die FIFA sei in regelmäßigem Kontakt mit der Europäischen Fußball-Union und dem schottischen Verband, um eine angemessene Lösung zu finden.

Die Ukraine soll am 24. März in Glasgow gegen Schottland spielen. Der Sieger trifft anschließend auf Österreich oder Wales, um einen Platz bei der WM Ende des Jahres in Katar auszuspielen.

Die Fußball-Meisterschaft in der Ukraine ist seit der Invasion Russlands in das Land vor gut einer Woche ausgesetzt. Russland ist wegen des militärischen Einmarsches von allen Wettbewerben ausgeschlossen worden und wird daher auch nicht an den WM-Playoffs teilnehmen. Der WM-Gastgeber von 2018 hätte ebenfalls am 24. März gegen Polen spielen sollen.

THW Kiel kampflos im Viertelfinale der Königsklasse

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat kampflos das Viertelfinale in der Champions League erreicht. Nach dem Ausschluss aller russischen und belarussischen Teams durch die EHF wertete der Kontinentalverband das Gruppenspiel gegen Meschkow Brest mit 10:0 Toren und 2:0 Punkten für Kiel. Damit ist der Bundesligist durch.

Die EHF entschied am Freitag, dass die Ergebnisse der absolvierten Spiele mit russischer und belarussischer Beteiligung weiter eingerechnet werden. Alle Partien, die noch nicht gespielt wurden, werden mit 10:0 Toren und 2:0 Punkten für die jeweiligen Gegner gewertet. Das gilt für alle Klub-Wettbewerbe.

Positive Putin-Posts von russischen Para-Athleten

Präsident Friedhelm Julius Beucher vom Deutschen Behindertensportverband sieht in dem Ausschluss von Russland und Belarus von den Paralympics in Peking vor allem ein Zeichen, hat aber auch das Verhalten einzelner Sportler kritisiert. „Natürlich werden da auch Sportlerinnen und Sportler dabei sein, die nichts für den Krieg können oder auch den Krieg ablehnen“, sagte Beucher im Interview des Bayerischen Rundfunks: „Aber leider haben wir auch sehr viele umgekehrte Beispiele, wo es Posts [...] gibt, auch aus dem Parasport, die glühend Putin gratuliert haben.“

Ganz allgemein gehe es aber „nicht um den Ausschluss, sondern um ein Zeichen zu setzen, dass dieser schlimme Krieg beendet wird“, führte der frühere Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag weiter aus.

Weltverband schließt russische und belarussische Gewichtheber aus

Der Gewichtheber-Weltverband IWF schließt wegen der russischen Invasion in die Ukraine bis auf Weiteres russische und belarussische Athleten und Offiziellen von internationalen sowie kontinentalen Veranstaltungen aus. Zudem finden vorerst keine IWF-Wettbewerbe in beiden Ländern mehr statt.

„Diese außergewöhnlichen Maßnahmen wurden angesichts der außergewöhnlichen Umstände in der Ukraine beschlossen und erlassen“, teilte der Verband mit. „Die IWF ist bestrebt, das Gewichtheben im Geiste der olympischen Charta zu entwickeln und zu fördern und orientiert sich an den olympischen Werten. Daher unterstützen wir nachdrücklich die Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees als Reaktion auf die aktuelle Krise“, hieß es in der Mitteilung.

+++ 3. März 2022 +++

DFL spendet eine Million Euro für humanitäre Hilfe in der Ukraine

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) setzt ihren Vertrag mit dem russischen Medienunternehmen Match TV vorerst fort und spendet die Einnahmen für humanitäre Hilfe in der Ukraine. Auf eine außerordentliche Kündigung des Vertrags werde verzichtet, damit die Anti-Kriegs-Aufrufe und Friedensappelle aus den deutschen Stadien auch weiter die russische Bevölkerung erreichen könnten, teilte die DFL am Donnerstag mit. Voraussetzung dafür sei, dass Match TV am kommenden Spieltag und darüber hinaus das von der DFL zur Verfügung gestellte Basissignal unverändert senden könne – inklusive Ukraine-bezogener Botschaften von Liga, Spielern, Clubs und Fans.

„Die DFL wird die Ausstrahlung der Bundesliga-Übertragungen diesbezüglich sorgfältig überprüfen“, teilte die DFL mit. „Sollte das TV-Basissignal wiederholt zensiert werden, würde dies eine außerordentliche Kündigung der DFL zur Folge haben.“

Sämtliche Einnahmen, die in der laufenden Saison noch durch den Vertrag vorgesehen sind, sollen für humanitäre Hilfe in der Ukraine gespendet werden, heißt es weiter. In der aktuellen Situation wolle der Verband nicht von den Einnahmen profitieren. Insgesamt eine Million Euro will die DFL demnach anerkannten Hilfsorganisationen zur Verfügung stellen, die sich infolge des russischen Angriffs zugunsten der ukrainischen Bevölkerung engagieren.

Für den Fall, dass keinerlei Lizenz-Zahlungen mehr aus Russland eingehen würden, werde die Spende in Höhe von einer Million Euro komplett von der DFL getragen, betonte der Dachverband.

Die DFL hatte den russischen Angriff auf die Ukraine auf das Schärfste verurteilt – und eine Gedenkminute bei den Spielen der beiden Bundesligen am vergangenen Wochenende empfohlen. Klubs und Spieler haben darüber hinaus eigene Aktionen, wie die Gestaltung von Sondertrikots, initiiert, weitere sind für das Wochenende geplant.

Die DFL will mit Blick auf den kommenden Spieltag im internationalen Basissignal, ebenso wie auf den eigenen digitalen Plattformen, das Logo der Bundesliga und der 2. Bundesliga als Zeichen der Solidarität in den Nationalfarben der Ukraine abbilden. Auch den nationalen Medienpartnern werden entsprechende Grafik-Elemente übersandt.

Ukraine beantragt Verschiebung des WM-Play-offs gegen Schottland

Der ukrainische Fußball-Verband hat eine Verschiebung des für den 24. März geplanten WM-Play-off-Spiels in Schottland beantragt. Das berichtet die BBC. In der Ukraine ist nach dem Angriff durch Russland auch der Fußball zum Erliegen gekommen.

Eigentlich soll der Gewinner der Begegnung in Glasgow fünf Tage später entweder gegen Wales oder Österreich um ein Ticket für die WM in Katar spielen. Die WM-Auslosung ist derzeit für den 1. April geplant, das Turnier soll am 21. November beginnen.

Oleg Protassow, Vizepräsident des ukrainischen Fußball-Verbandes, hatte zuletzt bereits erklärt, angesichts des Angriffs auf sein Heimatland nicht an Fußball denken zu können. Es sei derzeit „etwas abwegig", einen Gedanken an das WM-Qualifikationsspiel in Schottland zu verlieren, „zumal unser Fokus auf ganz anderen Sachen liegt", sagte er: „Sobald die Waffen ruhen, werden wir uns mit diesem Thema beschäftigen."

Eigentlich sollte auch Russland Ende März noch gegen Polen um ein WM-Ticket spielen, die Fifa hat den russischen Verband inzwischen aber gesperrt. Zuvor hatte die polnische Nationalmannschaft erklärt, nicht gegen Russland antreten zu wollen.

Bericht: Russe Masepin verliert Formel-1-Fahrersitz bei Haas

Mick Schumachers russischer Formel-1-Teamkollege Nikita Masepin muss den US-Rennstall Haas offenbar verlassen. Der Fernsehsender Sky berichtete am Donnerstag über die angeblich feststehende Trennung der Amerikaner von dem 23-Jährigen. Eine Bestätigung für den Vorgang gibt es bislang noch nicht. Laut Sky soll der amerikanisch-brasilianische Ersatzfahrer Pietro Fittipaldi das Cockpit von Masepin übernehmen und bereits bei den anstehenden Testfahrten vom 10. bis 12. März in Bahrain am Steuer sitzen.

Haas-Teamchef Günther Steiner hatte in der vergangenen Woche die weitere Zukunft von Masepin als Fahrer und vom russischen Bergbauunternehmen Uralkali als Geldgeber offengelassen. Nikita Masepins Vater Dmitri Masepin ist Mehrheitseigentümer von Uralkali. Laut Sky werde nun auch eine Trennung vom Hauptsponsor immer wahrscheinlicher. Am dritten und letzten Tag der Testfahrten auf dem Grand-Prix-Kurs in Barcelona war das Team zuletzt mit einem ganz in weiß lackierten Wagen angetreten und verzichtete bereits auf die Werbung durch den Sponsor in den russischen Nationalfarben.

Der Motorsport-Weltrat hatte nach einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag vor dem Hintergrund der russischen Invasion in die Ukraine entschieden, dass Masepin weiter in der Königsklasse des Motorsports fahren könnte. Der Moskauer dürfte allerdings „bis auf Weiteres“ nur noch als neutraler Athlet starten.

Russlands Fußballverband zieht gegen WM-Ausschluss vor den CAS

Der russische Fußballverband will gegen den Ausschluss von der WM 2022 in Katar und sämtlichen internationalen Wettbewerben vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen. Den Einspruch kündigte der Verband am Donnerstag an.

Russlands Nationalmannschaft hätte am 24. März in den WM-Play-offs gegen Polen antreten sollen. Am Montag wurde das Land jedoch vom Weltverband Fifa und der Europäischen Fußball-Union Uefa als Reaktion auf die Invasion in der Ukraine von allen Wettbewerben ausgeschlossen.

Der russische Verband werde nun die Wiederaufnahme aller Männer- und Frauennationalteams in alle Wettbewerbe fordern, und zudem beim CAS ein „beschleunigtes Verfahren" in dieser Angelegenheit beantragen. Gegner Polen hatte bereits angekündigt, in den Play-offs auf keinen Fall gegen Russland anzutreten.

Aus Sicht des Verbandes liege für die Entscheidung von Fifa und Uefa „keine Rechtsgrundlage" vor. Der Beschluss sei „unter dem Druck" der gegnerischen Verbände getroffen worden, zudem habe man seine eigene Position nicht darlegen dürfen.

Schon am Montag hatte der Verband die Entscheidung als "diskriminierend" kritisiert. Die Fußball-WM findet vom 21. November bis 18. Dezember in Katar statt.

Der russische Sportminister Oleg Matyzin hatte wenige Stunden zuvor bekannt gegeben, auch gegen den Ausschluss von den am Freitag beginnenden Winter-Paralympics in Peking Klage beim CAS einzureichen. Hier hofft Russland auf eine Entscheidung „noch vor der Eröffnungsfeier".

Nach Trainer Farke: Acht Fußballprofis nicht mehr in Krasnodar

Nach der Vertragsauflösung des deutschen Trainers Daniel Farke haben insgesamt acht ausländische Profis den russischen Fußball-Erstligisten FK Krasnodar zumindest vorerst verlassen. Wie der Club am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte, wurden die Verträge noch nicht gekündigt, alle Spieler dürften das Land aber verlassen und sollen bis auf Weiteres selbstständig trainieren. Zu den betroffenen Profis gehören neben dem ehemaligen Bundesliga-Spieler Jhon Córdoba auch der frühere französische Nationalspieler Rémy Cabella und der Schwede Victor Claesson.

Erst am Mittwoch hatten sich Farke und der südrussische Verein im gegenseitigen Einvernehmen auf eine Auflösung des Vertrags geeinigt. Der Schritt sei dem 45 Jahre alten Coach aus Ostwestfalen „sehr schwer gefallen, denn wir sind vom ersten Tag an sehr warmherzig empfangen worden“. Farke (früher auch Borussia Dortmund II) hatte erst im Januar für zweieinhalb Jahre in Krasnodar unterschrieben. Er verließ die Russen nun nach nur rund sieben Wochen schon wieder, ohne ein einziges Spiel absolviert zu haben.

Deutscher Schützenbund fordert Suspendierung russischer Offizieller

Der Deutsche Schützenbund (DSB) hat die Sanktionen der internationalen Sportwelt begrüßt, fordert aber vom Weltverband ISSF ein noch härteres Durchgreifen. Zusammen mit dem Schweizer Schießsportverband wurde der Weltverband aufgefordert, alle russischen und belarussischen Offiziellen „in allen ISSF-Gremien und -Komitees, die eine Verbindung zu den Regierungen und Handlungen der beiden kriegstreibenden Länder haben, zu suspendieren“, hieß es in einem gemeinsamen Schreiben an den Weltverband vom Donnerstag.

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels forderte die ISSF-Mitglieder des Exekutivkomitees auf, „die Verantwortung für eine deutliche Positionierung des Weltschießsportverbandes zu übernehmen“. Zugleich verlangten die beiden Nationalverbände weitere Maßnahmen. So soll die ISSF den Bruch des olympischen Waffenstillstandes durch die Regierungen Russlands und Belarus klar benennen und verurteilen.

Zuvor hatten der DSB und der Schweizer Schießsportverband den Angriffskrieg Russlands aufs Schärfste verurteilt. Der Weltverband hatte bereits mit einem Startverbot russischer und belarussischer Athleten bei internationalen Meisterschaften sowie der Verlegung der in Moskau geplanten Europameisterschaft reagiert.

Schewtschenko nennt Putin „Mörder“

Der ukrainische Fußball-Nationalheld Andrej Schewtschenko nennt Russlands Staatspräsidenten Wladimir Putin einen „Mörder" und bangt um seine Familie. „Ich habe versucht, meine Mutter und andere Angehörige dazu zu bringen, nach London zu kommen, aber sie wollen Kiew nicht verlassen. Das ist der ukrainische Geist", sagte Schewtschenko der italienischen Zeitung La Repubblica.

Seit dem russischen Angriff konzentriere er sich Tag und Nacht nur darauf, wie er seinem Land und seinem Volk helfen könne. „Ich denke daran, wie ich Spenden sammeln kann, wie ich sicherstellen kann, dass der Rest der Welt ständig über die Tragödie in der Ukraine informiert ist", sagte der 49-Jährige, der zuletzt den FC Genua trainiert hatte.

In seiner Videobotschaft zuletzt vor dem Mailänder Pokal-Derby hatte Schewtschenko einen Appell für Frieden und Unterstützung verlesen: „Wir brauchen Hilfe, wir brauchen Medikamente. Dies ist einer der schwierigsten Momente in der ukrainischen Geschichte, auch wenn das Volk geeint ist. Jede Minute Verzögerung kann tödlich sein, die Zeit drängt."

Ex-Weltklasseathlet Bubka soll IOC-Hilfe für Ukraine koordinieren

Der frühere ukrainische Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka soll für das Internationale Olympische Komitee die humanitäre Unterstützung in seinem Heimatland koordinieren und leiten. „Wir müssen die bereits geleistete Hilfe nach Möglichkeit aufstocken, aber auch sicherstellen, dass sie wirksam koordiniert wird“, schrieb IOC-Präsident Thomas Bach am Donnerstag in einem Brief an die olympische Bewegung.

Aus diesem Grund habe man den Präsidenten des ukrainischen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) „dringend gebeten, unverzüglich nach Lausanne zu kommen, um alle Elemente der humanitären Hilfe für die ukrainische olympische Gemeinschaft zu koordinieren“. Mit der Unterstützung von Olympic Solidarity in Lausanne und seinem Team beim NOK in der Ukraine werde IOC-Mitglied Bubka die Zuweisung und Verteilung des Solidaritätsfonds leiten.

„Um diese Aufgabe zu erleichtern, werden wir damit beginnen, Informationen über den Verbleib der Mitglieder der ukrainischen olympischen Gemeinschaft sowie über laufende Initiativen und Unterstützungen sammeln“, schrieb Bach weiter. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sind seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mehr als eine Million Menschen, vor allem Frauen und Kinder, gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben worden.

„Langfristig ist die Olympic Refuge Foundation gut aufgestellt, um auf die drohenden Auswirkungen dieses bewaffneten Konflikts auf das Wohlergehen der ukrainischen Bevölkerung und ihrer Aufnahmegemeinschaften zu reagieren“, versicherte Bach.

Bora-Profi Wlassow über Ukraine-Krieg: „Es war ein Schock“

Der russische Radprofi Alexander Wlassow hat sich entsetzt über den Krieg seines Heimatlandes gegen die Ukraine gezeigt. In einem Instagram-Post fand der 25-Jährige des deutschen Rennstalls Bora-hansgrohe deutliche Worte. „Wie viele andere Russen möchte ich nur Frieden. Ich bin keine politische Person, und normale Menschen wie ich wurden nicht gefragt, ob wir Krieg wollen. Es war für jeden ein Schock, und ich hoffe, es hört bald auf“, schrieb der Rundfahrtspezialist am Donnerstag. Er fühle mit allen Menschen, die leiden. Als Sportler sehe er es als seine Aufgabe, zu vereinen und nicht zu spalten.

Der Weltverband UCI hatte am Dienstag Nationalmannschaften und Rennställe aus Russland und Belarus für internationale Rennen suspendiert. Profis wie Wlassow dürfen bei ihren internationalen Teams jedoch weiter Rennen bestreiten, allerdings nicht unter der Flagge ihres Landes. Wettkämpfe in Russland und Belarus werden vorerst nicht mehr ausgetragen, auch Bewerbungen für zukünftige UCI-Events werden nicht mehr verfolgt.

Sonder-Transferfenster für russische Liga vorgeschlagen

Aufgrund des von Russland in der Ukraine geführten Krieges hat sich der polnische Fußball-Verband für eine außerordentliche Transferperiode für Spieler in der russischen Liga eingesetzt. Wie „The Guardian“ am Donnerstag berichtete, hat der polnische Verband einen entsprechenden Vorschlag an den Weltverband FIFA übermittelt, um Spielern der Liga die Möglichkeit für einen Clubwechsel einzuräumen. Russische Teams waren aufgrund des Angriffs auf das Nachbarland von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen worden.

Die deutschen Trainer Markus Gisdol (Lok Moskau) und Daniel Farke (Krasnodar) haben ihre Clubs bereits verlassen, wollten nicht mehr in Russland arbeiten. Diese Option sollen nun auch Spieler erhalten und bereits vor Öffnung des Transferfensters im Sommer wechseln dürfen. Aufgrund der wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland könnte es für Clubs problematisch werden, ihre Spieler zu bezahlen.

Am Mittwoch hatte die internationale Spielervereinigung Fifpro diesen Schritt ebenfalls ins Spiel gebracht. Man sei bereits in Gesprächen mit der FIFA und den Ligen, hieß es. Zudem forderte Fifpro, ausländischen Profis in Russland ein Sonderkündigungsrecht und damit einen ablösefreien Wechsel einzuräumen.

BVB-Spendenkampagne für die Ukraine

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund startet gemeinsam mit Fanvertretern eine Spendenkampagne für die Menschen in der Ukraine. Der BVB ruft zu Sach- und Medikamentenspenden auf, auch Geldbeträge sind willkommen. Ein Armband mit der Aufschrift „Stand with Ukraine" wird zudem online und im Fanshop verkauft.

Gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Libereco werden laut Pressemitteilung vom Donnerstag bereits „die ersten 160 Tonnen medizinische Hilfsgüter" auf den Weg in die Ukraine gebracht. Spenden sind auch über die BVB-Stiftung „Leuchte auf" möglich.

Kieler Woche ohne russische und belarussische Segler

Die 128. Kieler Woche findet vom 18. bis 26. Juni ohne russische und belarussische Segler statt. Diese Entscheidung haben die Organisatoren unter Berufung auf den Beschluss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vom 28. Februar getroffen. Darin heißt es, es werden „bis auf Weiteres keine Meldungen von Seglerinnen, Seglern und/oder unterstützenden Personen aus Russland oder Belarus angenommen. Bestehende Meldungen werden zurückgewiesen.“

Ebenso haben sich die Veranstalter der anderen großen deutschen Regattawochen entschieden: Weder bei der Warnemünder Woche (2. bis 10. Juli) noch bei der Travemünder Woche (22. bis 31. Juli) sind in diesem Jahr aufgrund der russischen Invasion in die Ukraine Segler aus Russland oder Belarus zugelassen.

Europäischer Verband schließt Schwimmer aus Russland und Belarus aus

Der europäische Schwimmverband Len wird bis auf Weiteres keine russischen und belarussischen Sportler zu seinen Veranstaltungen einladen. „Die Len verurteilt die von Belarus unterstützten Aktionen der russischen Regierung bei ihrer Invasion in die Ukraine aufs Schärfste“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung. „Dieser Kriegsakt hat das Leben der ukrainischen Bürger erschüttert und ist völlig gegen den Geist von
Sport.“ Zudem sollen bis auf Weiteres auch keine Len-Wettkämpfe in Russland und Belarus stattfinden.

Sollte sich an der Entscheidung nichts mehr ändern, wären russische und belarussische Schwimmer auch von den Europameisterschaften ausgeschlossen, die im August in Rom geplant sind.

Biathletinnen setzen Zeichen der Solidarität mit der Ukraine

Biathletinnen aus der ganzen Welt haben rund um das erste Rennen beim Weltcup im finnischen Kontiolahti Zeichen der Solidarität mit der Ukraine gesetzt. Am Donnerstag traten neben der deutschen Frauen-Staffel viele andere Teams mit gelb-blauen Herzen an ihrer Kleidung oder den Waffen an. Das gesamte tschechische Team erschien mit winterlicher Kopfbedeckung in den ukrainischen Nationalfarben. Zudem wurden vor dem Start Bilder der ukrainischen Skijägerinnen und Skijäger auf einer großen Video-Leinwand gezeigt.

Nach der russischen Invasion in ihr Heimatland hat die ukrainische Mannschaft beschlossen, nicht mehr bei den verbleibenden drei Weltcups in diesem Winter an den Start zu gehen. In Ex-Weltmeister Dmytro Pidrutschnji und Staffel-Olympiasiegerin Julia Dschima kämpfen die besten Biathleten ihres Landes derzeit an der Front im Kriegseinsatz gegen Russland. An Sport ist für sie nicht zu denken.

„Ich kann es mir nicht vorstellen, ich bin selber Soldat“, sagte der deutsche Ex-Weltmeister Erik Lesser zur Situation des Teams aus der Ukraine im ZDF: „In so einer Situation erstmal nach Hause zu reisen und dann die Olympia-Uniform gegen die Militär-Uniform zu tauschen, um dann Familie, Freunde und dein Land zu verteidigen. Das will ich mir nicht ausmalen.“

Auch nicht mehr am Start sind in Finnland Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus. Sie wurden vom Weltverband IBU bis auf Weiteres ausgeschlossen. Die Rennen in Kontiolahti finden nur rund 70 Kilometer von der russischen Grenze entfernt statt.

Formel 1 streicht Russland komplett aus Rennkalender

Die Formel 1 wird künftig nicht mehr in Russland fahren. In der vergangenen Woche hatte die Königsklasse des Motorsports als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine zunächst nur den Grand Prix von Russland in Sotschi in diesem Jahr gestrichen. Die Formel 1 erklärte nun am Donnerstag, dass sie den Vertrag mit dem Veranstalter des Großen Preises von Russland gekündigt habe. Damit werde „Russland in Zukunft kein Rennen mehr haben.“

Seit 2014 wurde in dem Schwarzmeerort Sotschi gefahren, in dem im gleichen Jahr auch die Olympischen Winterspiele stattfanden. Der Grand Prix in diesem Jahr war für den 25. September angesetzt gewesen. Eigentlich sollte in Sotschi in diesem Jahr ohnehin zum letzten Mal ein Rennen der Formel 1 stattfinden. Der geplante Umzug 2023 vor die Tore von St. Petersburg fällt damit aus.

Heimspiele auf neutralem Boden und keine Fans bei Partien von Belarus

Als Reaktion auf Russlands Angriff auf die Ukraine müssen belarussische Fußball-Nationalmannschaften und -Clubs künftig ihre Heimspiele auf neutralem Boden austragen. Die Entscheidung gilt für alle Wettbewerbe der UEFA, wie das Exekutivkomitee des europäischen Verbandes am Donnerstag mitteilte. Zudem dürfen bei diesen Spielen keine Zuschauer anwesend sein. Die UEFA behält es sich vor, weitere außerordentliche Sitzungen einzuberufen, um die rechtliche und faktische Situation neu zu bewerten.

Ex-Schach-Weltmeister Kasparow kritisiert Putin scharf

Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin nach der Invasion Russlands in die Ukraine scharf kritisiert. „Es ist tragisch für mein Land. Tausende junge Russen sterben für diesen verrückten Diktator. Viele von ihnen wurden unter Putin geboren und sterben unter Putin“, sagte der 58-Jährige in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag).

Er hoffe, „dass dieser Krieg zum Kollaps seines Regimes“ führe. Es sei das erste Mal „seit dem Ende des Kalten Kriegs, dass fast die ganze Welt zusammenhält. In meinen wildesten Träumen hätte ich eine solche Solidarisierung binnen vier oder fünf Tagen nicht erwartet.“

Kasparow, Schach-Weltmeister von 1985 bis 2000, ist seit Jahren Putin-Kritiker. „Ich werde ständig gefragt, was passieren muss: Müssen Millionen Demonstranten auf dem Roten Platz stehen? Kommt es zu einem Palastcoup? Schreiten die Oligarchen ein? Es ist alles zusammen. Wenn Diktaturen enden, kann man nie vorhersagen, wer den letzten Zug macht“, sagte er und sprach von einem „Kontrollverlust“ bei dem russischen Präsidenten.

„Nach 22 Jahren mit einer solchen Machtfülle und niemandem, der einen kritisiert, ist es schwer, bei klarem Verstand zu bleiben. Er sieht alles aus seiner Blase“, sagte Kasparow. „Wir wissen, dass er nur sehr wenigen vertraut und nicht ins Internet geht. Wie soll so jemand realistisch bleiben?“ Es mache etwas mit Putin, „dass er das Leben auf diesem Planeten beenden kann. Die Diktatur eines Mannes in Russland ist bei Weitem die größte existenzielle Bedrohung der Menschheit.“

Ende von Gazprom-Zusammenarbeit: Terodde „sehr stolz“ auf Schalke

Schalkes Stürmer Simon Terodde begrüßt das Ende der Zusammenarbeit seines Arbeitgebers mit dem bisherigen Haupt- und Trikotsponsor Gazprom. Er sei „sehr stolz auf den Verein, weil sie sich sehr klar und frühzeitig positioniert haben“, sagte der Zweitliga-Rekordtorjäger am Donnerstag. „Das war auch Thema innerhalb der Mannschaft.“ Schalke war zuletzt mit dem Schriftzug „Schalke 04“ auf der Brust aufgelaufen.

Nach jahrelanger Partnerschaft hatte der Club die Zusammenarbeit mit Gazprom als Folge der russischen Invasion in die Ukraine beendet. Der russische Staatskonzern war seit 2007 der wichtigste Geldgeber des mit rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Traditionsclubs. Als möglicher Sponsor-Nachfolger wird das Wohnungsunternehmen Vivawest gehandelt. Schalke hat Gespräche mit dem Unternehmen bestätigt.

+++ 2. März 2022 +++

Russlands Olympisches Komitee wird nicht suspendiert

Trotz der Maßnahmen gegen Russlands Sportler wegen des Krieges in der Ukraine schließt das IOC eine Suspendierung des russischen Olympischen Komitees (ROC) weiter aus. „Wir können nur diejenigen zur Verantwortung ziehen, die für diesen Krieg verantwortlich sind. Das russische Olympische Komitee ist dafür nicht verantwortlich“, sagte Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, am Mittwoch in einer Medienrunde. Die Sanktionen des Sports würden sich nicht gegen das russische Volk richten, versicherte Bach.

Damit könnten weiter Zuschüsse und Fördermittel aus den Töpfen des IOC an das ROC fließen. Bach versicherte, er habe mit vielen russischen Sportfunktionären Kontakt, die das Friedensziel des IOC unterstützen würden. Auch die jüngsten Maßnahmen wegen der staatlich organisierten Doping-Manipulationen hätten sich demnach nicht gegen das ROC gerichtet, sondern vielmehr gegen die politisch Verantwortlichen in der russischen Regierung, betonte Bach.

Am Montag hatte das IOC allen internationalen Verbänden empfohlen, Sportlerinnen und Sportler aus Russland und von seinem Verbündeten Belarus von Wettbewerben auszuschließen. Grund dafür sei der Bruch des olympischen Waffenstillstands, der noch bis 20. März gilt.

In welchem Fall noch härtere Sanktionen verhängt werden könnten oder die Strafen aufgehoben werden, habe das IOC lange und ergebnislos diskutiert, sagte Bach. „Wir werden uns nach den weiteren Entwicklungen richten“, sagte der 68-Jährige.

Bach versicherte, das IOC habe keine Sponsoren oder privaten Geldgeber aus Russland. Aus der gerade begonnenen Ausschreibung der europäischen Medienrechte für die Winterspiele in Mailand und Cortina 2026 und die Sommerspiele in Los Angeles 2028 seien die Märkte in Russland und Belarus vorerst ausgeschlossen worden.

Ausschluss russischer Sportler auch beim Klettern und Ringen

Auch die Weltverbände für Klettern (IFSC) und Ringen (UWW) folgen der Forderung des Internationalen Olympischen Komitees und schließen russische und belarussische Sportler von ihren Wettkämpfen aus. Das teilten die Verbände jeweils am Mittwoch mit.

Die Entscheidung sei in einer „bedauerlichen Situation“ gefallen, schrieb UWW. Demnach dürften „mit sofortiger Wirkung“ keine Ringer oder Funktionäre von UWW-angeschlossenen Verbänden in Russland und Belarus zu internationalen Wettkämpfen zugelassen werden. Beide Verbände teilten zudem mit, internationale Wettkämpfe, die in Russland oder Belarus geplant waren, auszusetzen oder abzusagen.

Das Internationale Olympische Komitee hatte empfohlen, russische und belarussische Sportler und Funktionäre von internationalen Wettbewerben auszuschließen. Hintergrund sind die Sanktionen im Zuge des Ukraine-Krieges gegen Russland und seinen Verbündeten Belarus.

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(RP/dpa/SID)