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Machtübernahme der Taliban in Afghanistan: US-Truppenabzug war entscheidend für Zusammenbruch

Bericht des Sonder-Generalinspekteurs : US-Truppenabzug war entscheidend für Zusammenbruch in Afghanistan

Der US-Generalinspekteur für den Wiederaufbau sieht beim Zusammenbruch des afghanischen Militärs die Verantwortung bei gleich zwei amerikanischen Präsidenten. Sie hätten mit ihren Beschlüssen die Taliban ermutigt.

Mit ihren Entscheidungen haben die US-Präsidenten Donald Trump und Joe Biden nach Einschätzung des zuständigen Generalinspekteurs entscheidend zum Zusammenbruch des afghanischen Militärs beigetragen. In seinem Bericht bestätigte der Sonder-Generalinspekteur für den Wiederaufbau Afghanistans (Sigar), John Sopko, Angaben von ranghohen Mitarbeitern des US-Verteidigungsministeriums und der amerikanischen Streitkräfte. Die militärische Führung hatte empfohlen, etwa 2500 US-Soldaten in Afghanistan zu belassen, das wurde aber abgelehnt.

Im Februar 2020 unterzeichnete die US-Regierung unter Trump in Katar ein Abkommen mit den Taliban, in dem der vollständige Abzug der US-Truppen bis Mai 2021 zugesagt wurde. Erklärtes Ziel war die Förderung von Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung, doch diese diplomatischen Bemühungen kamen bis zum Amtsantritt Bidens im Januar 2021 nicht in Gang. Nur wenige Monate später kündigte Biden an, dass er den Abzug des US-Militärs vollenden werde.

Diese Ankündigung ermutigte die Taliban zur Rückeroberung des Landes. Hinzu kamen das weit verbreitete Misstrauen der Afghanen gegenüber ihrer Regierung und die tief verwurzelte Korruption, die zu geringer Bezahlung, Nahrungsmangel und schlechten Lebensbedingungen der afghanischen Truppen führte.

Viele Afghanen glaubten, das Abkommen zwischen den Taliban und den USA sei in böser Absicht geschlossen worden, hieß es in dem Zwischenbericht. Es sei ein Signal gewesen, dass die USA Afghanistan dem Feind überließen, während sie das Land rasch verlassen wollten. „Die unmittelbare Auswirkung war ein dramatischer Verlust der Moral (der afghanischen Truppen).“

Dem Sigar-Bericht zufolge führte die Katar-Vereinbarung dazu, dass sich die afghanische Bevölkerung und ihr Militär im Stich gelassen fühlten. Die Entscheidung der Trump-Regierung, die US-Luftangriffe gegen die Taliban einzuschränken, stoppte darüber hinaus jeden Fortschritt, den die Afghanen gemacht hatten, und ließ sie unfähig und schließlich unwillig zurück, Territorium zu halten, wie es hieß.

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Vertreter der US-Regierung zeigten sich überrascht von dem schnellen Zusammenbruch des Militärs und der Regierung in Afghanistan. Im Kongress wurde daraufhin scharfe Kritik an den Geheimdienstdiensten laut, die diese Entwicklung nicht vorausgesehen hätten.

(axd/dpa)