Düsseldorf: Werbeplakat empört Homosexuellen-Verbände

Düsseldorf: Werbeplakat empört Homosexuellen-Verbände

Selten hat ein Werbeplakat im Internet für solchen Wirbel gesorgt: Auf einem von der renommierten Hamburger Agentur Scholz & Friends entworfenen Motiv ist ein Steak der Düsseldorfer Restaurantkette "Maredo" mit dem eingebrannten Slogan "Tofu ist schwules Fleisch" zu sehen.

Selten hat ein Werbeplakat im Internet für solchen Wirbel gesorgt: Auf einem von der renommierten Hamburger Agentur Scholz & Friends entworfenen Motiv ist ein Steak der Düsseldorfer Restaurantkette "Maredo" mit dem eingebrannten Slogan "Tofu ist schwules Fleisch" zu sehen.

Schwulen-Verbände, Politiker und Vegetarier sind über die homophobe Botschaft empört. "Schwule seien keine richtigen Männer, Lesben keine richtigen Frauen, Tofu kein richtiges Fleisch – wer so etwas denkt, ist nicht ganz bei Trost", sagt der bekennende Homosexuelle Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen). Deshalb fordert er eine "aktive Wiedergutmachung" durch die Werbeagentur. Der Vegetarierbund Deutschland sieht die Kampagne gelassener: "Wir nehmen das mit Humor. Wir freuen uns, dass zu solch plumpen Kampagnen gegriffen wird, um Menschen zum Fleisch-Essen zu bewegen", sagt Geschäftsführer Sebastian Zösch.

Über Facebook rufen Schwulen-Verbände zudem zu einem Boykott der Steakhäuser auf – dabei ist diese Anzeige niemals offiziell erschienen. Sie wurde von der Agentur für einen Wettbewerb erstellt. Eines der eingereichten Motive der Kampagne erhielt sogar einen Preis.

Jetzt versucht Maredo einen drohenden Imageschaden abzuwenden, indem sich die Firma auf ihrer Website von der Kampagne distanziert. Maredo erklärte, dass die Motive ohne Auftrag erstellt und jene mit den homophoben Inhalten ihnen nicht gezeigt worden waren. "Erst im Nachgang haben wir erfahren, dass auch das infrage stehende Motiv entwickelt und im Wettbewerb eingereicht wurde." Maredo habe Scholz & Friends daraufhin aufgefordert, "mögliche Veröffentlichungen zu stoppen".

(RP)
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