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Krähen in Xanten: Stadt will Vögel vergrämen

Ärgernis in Xanten : Mit Lautsprechern gegen Krähen

In Soest wird es getestet. Xanten würde es gern ausprobieren. Aber der Kreis müsste zustimmen. Die Maßnahme könnte erst im Frühjahr 2021 außerhalb der Brut- und Nistzeiten erfolgen.

Die Stadt Xanten bekräftigt, dass sie etwas gegen die Krähen in der Innenstadt unternehmen will. Sie werde weiter auf eine Lösung des Problems drängen, versichert Bürgermeister Thomas Görtz in einem Schreiben an den Antiquar Wilhelm Müllers, das unserer Redaktion vorliegt. Darin umreißt Görtz, wie eine Lösung aussehen könnte und woran sie bisher gescheitert ist. Das Schreiben ist eine Antwort auf Müllers‘ offenen Brief, in dem dieser auf den Krähenkot in der Innenstadt hingewiesen hatte.

„Die Problematik um die im Innenstadtbereich anwachsende Krähenpopulationen ist im Hause leider seit längerem bekannt“, schreibt Görtz. Seit drei Jahren sei die Stadt energisch darum bemüht, nicht nur die dauerhaften Verunreinigungen durch den Vogelkot, sondern auch die anhaltende Lärmbelästigung einzudämmen. Die im Moment außerordentlich hohe Verschmutzung durch Krähenkot sei eine Folge der Trockenheit. „Durch die eigentlich üblichen Niederschläge würden sich der aktuelle Verschmutzungsgrad enorm verringern.“

In seinem Brief hatte Müllers die „sich ausdehnenden“ Kotflächen in der Innenstadt kritisiert. Der Dienstleistungsbetrieb versuche, „mit enormem Kraft- und Finanzaufwand, die Kotflächen zu beseitigen“, lobte er. „Am Grundproblem ändert sich aber nichts, nach kurzer Zeit ist alles wieder kotbesetzt.“ Das Problem könne nur gelöst werden, wenn die Vögel umgesiedelt würden. Es sei jedoch „außerordentlich schwierig“, etwas gegen die Krähen zu unternehmen, antwortet Görtz. Der Vogel stehe in der EU unter Schutz. Schon mehrfach habe die Stadt zum Kreis Wesel als unterer Naturschutzbehörde Kontakt aufgenommen. „Leider bisher erfolglos.“ Zum Beispiel habe die Stadt die Bäume außerhalb der Brut- und Nistzeit zurückschneiden wollen, damit die Vögel dort nicht mehr nisten. Aber das sei von der Unteren Naturschutzbehörde abgelehnt worden.

Dennoch wolle es die Stadt weiter versuchen, kündigt Görtz an. Eine legitime Möglichkeit sei ein Vergrämen der Krähen, zum Beispiel durch das Anbringen von Lautsprechern, damit sie woanders nisten. „Dies wird zurzeit in der Stadt Soest getestet.“ Aber auch diese Maßnahme müsse vom Kreis Wesel genehmigt werden und könne erst im Frühjahr 2021 außerhalb der Brut- und Nistzeiten erfolgen. Er hoffe aber, dass „möglichst zeitnah“ ein Ergebnis erreicht werde, schreibt Görtz.

(wer)