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Xanten: Sorge um Krankheiten durch Krähenkot

Krähenpopulation in Xanten : Sorge um Krankheiten durch Krähenkot

Wilhelm Müllers fordert in einem offenen Brief an Bürgermeister Görtz Maßnahmen gegen die Vögel.

Der Xantener Historiker und Antiquar Wilhelm Müllers hat in einem offenen Brief an Bürgermeister Thomas Görtz die durch Krähen verursachten und „sich ausdehnenden“ Kotflächen kritisiert. Er sieht darin eine Infektionsgefahr für Bürger und Besucher.

Nach Ansicht von Müllers ginge die Gefahr von sogenannten Prionen aus. Das sind Proteine, die in tierischen Organismen in normalen, aber auch in entarteten und damit gesundheitsschädlichen Strukturen vorliegen können. „Krähen sind Aasfresser. Sie übertragen krankheitserregende Prionen“, schreibt Müllers. „Die machen den Krähen nichts aus, können aber beim Menschen hirnzerstörende Wirkung entfalten.“ Tatsächlich können Aasfresser wissenschaftlichen Studien zufolge die Erreger über infizierte Tierleichen aufnehmen und mit ihrem Kot wieder ausscheiden. Müllers warnt daher, dass der auf dem Boden liegende Krähenkot gerade für Kinder eine besondere Gefährdung darstelle.

Er macht auf gleich mehrere „ausgedehnte Kotflächen“ aufmerksam: auf der Klever Straße, am Nordwall, der Karthaus, am Ostwall im unteren Rathausbereich sowie an der Bahnhofstraße, dort speziell im Bereich der Bushaltestelle Sporthalle, am Europaplatz und im Kurpark.

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Der Dienstleistungsbetrieb versuche „mit enormem Kraft- und Finanzaufwand, die Kotflächen zu beseitigen“, lobt Müllers. „Am Grundproblem ändert sich aber nichts, nach kurzer Zeit ist alles wieder kotbesetzt.“

Deshalb müssten seiner Ansicht nach Maßnahmen ergriffen werden, die das Problem grundsätzlich lösten. Er zählt dazu die konsequente Umsiedlung der Nester an ihren ursprünglichen Standort auf. „Der war über Jahrzehnte der Fürstenbergbereich direkt gegenüber dem Alten Rhein“, so der Xantener. Ebenso würden laut Müllers konsequente Rückschnitte der betroffenen oberen Baumäste helfen.

Die Vögel sind jedoch geschützt, Maßnahmen zur Vertreibung nur sehr eingeschränkt möglich. Müllers kontert: „Der Hinweis auf den Schutzstatus ist wenig hilfreich. Wir müssen nicht auf den Ernstfall warten, dass ein Kind mit Krähenkot infiziert wird.“ Er zieht auch den Naturschutzbund in die Pflicht, „fern einer situations- und weltfremden Argumentation“ bei dem Krähenproblem zu helfen.

(beaw)