Xanten: Kletterer entfernt gefährliches Totholz aus dem "Krähenbaum"

Xanten: Kletterer entfernt gefährliches Totholz aus dem "Krähenbaum"

Vertreter der Stadt, des Kreises und von Umweltschutzverbänden beraten demnächst bei einem Ortstermin über die Kolonie der schwarzen Vögel.

Aufregung gestern Morgen an der Poststraße. Da fuhr ein Lkw mit einer Teleskop-Arbeitsbühne heran, aus der dann genau gegenüber von Sparkasse und Volksbank am Europakreisel ein Kletterer in die alte Platane stieg. In jenen Baum mithin, der bereits im zweiten Jahr in Folge Furore macht. Er gehört in die Reihe der Holzgewächse in der Xantener Innenstadt, auf denen sich Kolonien von Krähen niedergelassen haben. Die machen Ärger. Bis in den Herbst hinein schallt deren Krächzen durch die Straßen. Unter den Bäumen zeugt Kot von der Präsenz der schwarzen Vögel.

Doch denen ging es gestern nicht zu Leibe. Der DBX ließ Totholz aus dem Baum entfernen. Teils waren es schon dickere Äste, die der Klettermaxe aus Uedem in recht luftiger Höhe absägte und herabfallen ließ. "Die", so der Technische Dezernent Niklas Franke, "stellten eine akute Gefahr für Personen dar, so dass wir auch nach dem Auslauf der Schnittzeit Ende Februar tätig werden mussten." Für die Arbeiten brauche man Fachkräfte. Die zu finden, habe eben auch Zeit benötigt.

Die Krähen störte das sicht- und hörbar nur während der Arbeiten. Ohnehin darf sich an die europaweit geschützten Vögel niemand heranwagen, sagt Franke. Allerdings werde es, wenn die Bäume voll be-laubt sind, einen Ortstermin mit dem Kreis geben. Dann nämlich habe der Nabu erst die Möglichkeit, die Brutnester zu zählen. Nicht jedes Nest, das jetzt angelegt wird, dient letztendlich auch dem Brüten. Und dann, so Franke, müsse auch die Frage geklärt werden, ob der absolute Schutzstatus begrenzt herabgesetzt werden könne. Das lasse das Europarecht, in dem der Artenschutz geregelt ist, je nach dem Erhaltungszustand von Tieren und Pflanzen zu.

(RP)