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Zum Sonntag: Haben wir falsch verstanden, was Gott uns aufgetragen hat?

Zum Sonntag : Haben wir falsch verstanden, was Gott uns aufgetragen hat?

Lange mussten wir in diesem Jahr auf den Frühling warten. Winterliche Temperaturen, Stürme und Regen hatten uns fest im Griff. Doch mit den ersten wärmeren Tagen war zu spüren, wie stark die April-Sonne schon ist. Das Thermometer kletterte in fast sommerliche Höhen, die Natur erwachte und fast explosionsartig blühten überall Bäume, Sträucher und Wiesen. Auch bei uns im Garten konnten wir uns an Flieder und Zierkirsche, an Gänseblümchen und Löwenzahn erfreuen. Erdbeerpflanzen und die Blüten am Apfelbaum wecken schon die Vorfreude auf Erdbeeren und die im Herbst zu erntenden Äpfel, wenn ... ja wenn die Blüten nun auch Besuch bekämen von Biene & Co. Aber das sieht im Moment ziemlich mau aus. "Deutschland summt" ist eine gute Initiative, die die Gefährdung von Bienen und anderen Insekten durch Insektizide und die Verdrängung des Lebensraumes stoppen will.

Lange mussten wir in diesem Jahr auf den Frühling warten. Winterliche Temperaturen, Stürme und Regen hatten uns fest im Griff. Doch mit den ersten wärmeren Tagen war zu spüren, wie stark die April-Sonne schon ist. Das Thermometer kletterte in fast sommerliche Höhen, die Natur erwachte und fast explosionsartig blühten überall Bäume, Sträucher und Wiesen. Auch bei uns im Garten konnten wir uns an Flieder und Zierkirsche, an Gänseblümchen und Löwenzahn erfreuen. Erdbeerpflanzen und die Blüten am Apfelbaum wecken schon die Vorfreude auf Erdbeeren und die im Herbst zu erntenden Äpfel, wenn ... ja wenn die Blüten nun auch Besuch bekämen von Biene & Co. Aber das sieht im Moment ziemlich mau aus. "Deutschland summt" ist eine gute Initiative, die die Gefährdung von Bienen und anderen Insekten durch Insektizide und die Verdrängung des Lebensraumes stoppen will.

Im letzten Herbst wurde auch in Rheinberg diese Initiative gegründet mit dem Ziel, Rheinberg bienenfreundlicher zu machen. Wenn wir Menschen doch verstehen würden, dass wir nicht ohne auch die kleinsten Tiere überleben können, dass wir uns in unserer Gedankenlosigkeit, Selbstüberschätzung und Profitgier den Ast absägen, auf dem wir jetzt noch - vermeintlich sicher - sitzen. Am Ende des Schöpfungsberichtes lese ich: Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Mich macht dieser Text nachdenklich, oder mehr noch - er erschreckt mich: Haben wir nicht falsch verstanden, was Gott uns aufgetragen hat?

ULRIKE THÖLKE IST PFARRERIN DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE WALLACH-OSSENBERG-BORTH

(RP)