Idee des Weseler Mehrgenerationenhauses : Für die Telefonkette werden Senioren gesucht

Das Mehrgenerationenhaus möchte eine Kommuniktions-Plattform ins Leben rufen und dafür Sorgen, dass einsame Senioren miteinander telefonieren. Interessenten, die eine Telefonkette organisieren und auch sonst helfen möchten, gibt es bereits. Nur fehlen noch die, die nach Kontakten suchen.

Was für eine tolle Idee: Damit vor allem ältere Menschen in Zeiten der Corona-Krise, in der sie vorsichtshalber so viel Zeit wie möglich in den eigenen vier Wänden verbringen sollten, nicht vereinsamen, möchte das Mehrgenerationenhaus (MGH) Im Bogen eine Telefonkette organisieren. Bedeutet in der Praxis: Ehrenamtliche Helfer des MGH sammeln die Rufnummern von Interessenten und giben diese an andere Interessenten weiter, die ebenfalls Lust haben, am Telefon über das Leben im Allgemeinen und sicher auch über alte Zeiten zu sprechen.

Aufgrund eines Hinweises auf die Aktion in unserer Zeitung haben sich bereits mehrere Weseler bei Projektkoordinatorin Ilka Mainka (Tel. 0281 95238135) gemeldet. Das Problem ist bislang allerdings, dass sich alle Anrufer gerne ehrenamtlich engagieren möchten, beispielsweise auch Einkäufe für Hilfsbedürftige übernehmen möchten, aber nicht Teil der Telefonkette sein wollen. „Das erinnert mich ein wenig an unsere Weihnachtswunschaktion im vergangenen Jahr. Es gab zwar viele, die gerne bedürftige Senioren beschenkt hätten, aber kaum jemand, der gerne ein Geschenk bekommen hätte. Die Senioren sind da oft leider noch ein wenig zurückhaltend“, sagt Ilka Mainke. „Viele denken sicher, dass sie auch so noch zurecht kommen.“

Ilka Mainka geht allerdings fest davon aus, dass sich in nächster Zeit doch Interessenten für die Telefonkette melden. „Denn noch immer haben viele Senioren den Ernst der Lage nicht realisiert.“

Diejenigen, die helfen möchten, sind im MGH keine Unbekannten. Es handelt sich um Menschen, die bislang die Angebote des MGH wahrgenommen haben, die wegen der Corona-Krise eingestellt werden mussten. „Diese Leute haben Zeit, sind engagiert und suchen jetzt ein neues Betätigungsfeld“, sagt Ilka Mainka. Und aus diesem Grund werden nun dringende Senioren gesucht, „die auch Hilfe annehmen wollen.“

Die Idee zu besagter Telefonkette hatte Ilka Mainka schon vor geraumer Zeit. Doch intensiver damit beschäftigt hatte sie sich nicht. „Wie das so ist, immer kam etwas dazwischen.“ Nun aber, da die Corona-Krise dafür gesorgt hat, dass der Bogen schließen musste, ist es jetzt Zeit, das Telefonketten-Projekt ans Laufen zu bringen.