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Coronavirus: Hamminkelner Kita betreut Kinder per Videobotschaft

Zusammenhalt trotz Krise : Kita betreut Kinder per Videobotschaft

Die Erzieherinnen im Kindergarten Regenbogen Hamminkeln haben Wege gefunden, um auch in der Corona-Kkrise ihre Arbeit und die Freude der Kinder zusammenzubringen – und zwar virtuell.

In diesen Zeiten voller neuer Anforderungen und Verunsicherungen hat die Redaktion ein Brief der Mitarbeiterinnen des Vereins Kindergarten Regenbogen Hamminkeln erreicht. Obwohl die Kita geschlossen ist und es auch keine Notbetreuungskinder gibt, ist das Team um Leiterin Inga Weber voll in Aktion. Es hat besondere Wege gesucht, mit den Kindern in Kontakt zu bleiben und ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Erzieherinnen für sie da sind. Das wiederum finden die Eltern außerordentlich gut, und deshalb berichten sie gerne darüber. „Das Team fühlt sich verantwortlich, es macht seinen Job weiter, eine tolle Sache“, sagt Esther Schlebes vom Regenbogen-Vereinsvorstand. Die Kinder seien sehr dankbar dafür.

„Für uns als Team galt es erst einmal, viel abzuklären nach dem Beschluss, die Einrichtung zu schließen. Letztlich sind wir ins Home Office geschickt worden. Wie ungewohnt für unseren Berufsbereich!“, erzählt Erzieherin Hildegard Pioch. Mit Kreativität ging man ans Werk. „Wir sind als Team im regen Austausch über die uns zur Verfügung stehenden Medien. Nach den ersten Tagen Umorganisation war auch Zeit und Raum für manch kollegialen Internetplausch. Der fehlte uns allen sehr“, berichtet das Team. Dann kam das Video einer Mutter, das zeigte, wie sie sich beim Inlineskaten mit ihrem Sohn versuchte, dann die Aufnahme der ein Fahrrad putzenden Tochter, die gerne der jemanden zu sich zum Putzen eingeladen hätte. Das tolle Musikständchen einer Kollegin mit dem Saxophon folgte digital – eine Art ländlicher Ersatz für die Balkonmusik zu Corona in den Städten. Oder auf einer großen Leinwand, aufgebaut im Wohnzimmer, wurde die Zeit genutzt, den Geburtstagskalender der Gruppe zu gestalten.

„Es tut gut, den Zusammenhalt im Team auf eine ganz andere Art und Weise zu erleben“, sagt Inga Weber. Man sei auch dem Vorstand und insbesondere Geschäftsführer Michael Amerkamp dankbar für den guten Austausch und das Vertrauen. „Nach der ersten Schockstarre sind wir in den Austausch gegangen, wie wir die Eltern im häuslichen Bereich unterstützen können, wie wir den Kontakt zu den Kindern halten“, wird erzählt. Das Team bescheinigt der Leiterin, in dieser Bewährungsprobe einen „tollen Job“ zu machen.

Unterschiedliche Formen der Kontaktaufnahme wurden gesucht und gefunden, natürlich nur virtuell. Es wurden Spiel und Bastel­ideen weitergeleitet, oder per Video die Kinder zum gemeinsamen Spiel mit ihrer Erzieherin aufgefordert. Eine schöne Aktion war, dass die Kinder Bastelanregungen umsetzten und ihre Ergebnisse zum Kindergarten brachten. Dort steht ein Baum vor der Tür, der nun österlich geschmückt wird.

„Die ersten Fotos wurden uns schon von den Eltern geschickt. So bleibt der Kontakt bestehen, und es entsteht ein Gefühl von Gemeinschaft in verordneter Distanz“, sagt Inga Weber. Im Gegenzug gibt es viele nette und wertschätzende Kommentare der Eltern.

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