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Wermelskirchen: Eröffnung der neuen Privatstation und Corona-Schnelltests

Krankenhaus Wermelskirchen : Corona-Schnelltest und neue Privatstation

Nach drei Jahren Bauphase ist die neue Station endlich eröffnet worden. Ein Schnelltest sorgt für noch mehr Sicherheit im Krankenhaus. Die ersten Patienten wurden bereits aufgenommen.

Auf eine große Eröffnungsfeier der neuen Privatstation hat das Krankenhaus Wermelskirchen wegen der Corona-Pandemie lieber verzichtet, damit das Krankenhaus, in dem höchste Hygienestandards erfüllt werden, sicher für die Patienten bleibt. Bereits am vergangenen Wochenende konnten die ersten Patienten der bestehenden Privatstation West in den gegenüberliegenden, neuen Flügel einziehen. Insgesamt 32 Betten stehen in der Privatstation nun zur Verfügung: 15 auf der bisherigen und 17 auf der neuen Privatstation.

Damit kann Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Madsen endlich einen Schluss-Strich unter die dreijährige Umbau-Odysee setzen, die sich durch Baumängel und daraus resultierende Neuplanungen und Neuvergaben in die Länge gezogen hatte. „Es wurde noch bis zum allerletzten Tag geschraubt und eingemessen, aber jetzt ist die Privatstation in Betrieb“, sagt er erleichtert. Jetzt könne man langsam darüber nachdenken, weitere Umbauten und Modernisierungen zu planen, sagt er. Doch das habe Zeit, weil in der derzeitigen Situation die Versorgung der Patienten wichtiger sei.

Und besonders, den Patienten die Angst zu nehmen, sich im Krankenhaus behandeln zu lassen. „Die Angst vor Corona sorgt dafür, dass viele Menschen notwendige Operationen oder andere medizinische Behandlungen verschieben“, weiß Volker Launhardt, Ärztlicher Direktor und Facharzt für Innere Medizin am Krankenhaus Wermelskirchen. Er warnt: „Das kann lebensgefährlich sein.“

 Privatpatienten können auf der neuen Station in der Lounge entspannt einen Kaffee trinken und relaxen. 
Privatpatienten können auf der neuen Station in der Lounge entspannt einen Kaffee trinken und relaxen.  Foto: Kathrin Kellermann

Es habe mehrere Fälle aus allen internistischen Themengebieten gegeben, bei denen die Patienten viel zu lange gewartet haben, bevor sie sich in lebensnotwendige Behandlung begeben hätten. „Damit bringen sie sich in überflüssige Gefahr“ sagt Launhardt. Denn: Nicht nur, dass das Krankenhaus die ohnehin schon hohen vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen und Vorschriften „übererfüllt“, wie er sagt, „wir arbeiten auch mit einem Corona-Schnelltest, der zugelassen und auch verfügbar ist und innerhalb von 20 Minuten ein Ergebnis liefert.“

Das Prinzip ist einfach: Patienten, die im Krankenhaus Wermelskirchen stationär aufgenommen werden sollen, werden mit dem Antigen-Test bereits vor Betreten des Krankenhauses auf Corona untersucht. Ist der Test, der schnell und mit einer 94 prozentigen Genauigkeit funktioniert, negativ, darf der Patient die Station betreten. „Sollte das Ergebnis jedoch positiv sein, wird der Patient sofort in den abgeriegelten Bereich gebracht“, so Launhardt, der betont: „Bei uns werden alle Patienten getestet. Unser Aufnahmemanagement funktioniert sehr gut und deshalb muss auch niemand Angst vor versteckten Ansteckungsgefahren im Krankenhaus haben. Wir haben ein vorbildliches Sicherheitskonzept.“

 Der Corona-Schnelltest sorgt für mehr Sicherheit im Krankenhaus Wermelskirchen. Nach 20 Minuten liegt das Ergebnis vor.
Der Corona-Schnelltest sorgt für mehr Sicherheit im Krankenhaus Wermelskirchen. Nach 20 Minuten liegt das Ergebnis vor. Foto: Kathrin Kellermann

Die Corona-Patienten, die gerade im Krankenhaus behandelt werden, „werden alle außerhalb des pflegerischen Betriebs versorgt und auch von anderen Pflegekräften als auf den anderen Stationen.“ Anders, als in anderen Kliniken, habe man in Wermelskirchen kein Problem mit Personalnotstand oder einem Betreuungsengpass. „Die Lage bei uns im Krankenhaus ist entspannt“, sagen Launhardt und Christian Madsen.

Etwa 1500 dieser neuen Schnelltests werden in der Klinik im Monat genutzt, um die Patienten auf das Coronavirus zu testen und allen damit das größtmögliche Gefühl der Sicherheit zu geben. Frei verkäuflich sind die Tests im Handel übrigens noch nicht und im Krankenhaus werden sie auch nur eingesetzt, um neue Patienten zu testen. „Wer Symptome hat, sollte sich weiterhin bei seinem Hausarzt melden, um abzuklären, ob auf Corona getestet werden muss“, sagt Launhardt.

Die Corona-Schnelltests, die etwa sieben Euro pro Stück kosten und bei denen wie beim PCR-Test auch ein Rachenabstrich genommen wird, sollen für die Sicherheit der Patienten im Krankenhaus sorgen. Denn: „Es ist ist wichtig, dass die Menschen Vertrauen haben und Behandlungen nicht auf die lange Bank schieben“, so Launhardt. „Es geht um ihre Gesundheit.“