Wermelskirchen: Der VVV startet Aktion "Fußtritte" für mehr Sauberkeit in der Innenstadt

VVV versieht Körbe und Pflaster mit Aufklebern : Mit Fußstapfen zu mehr Sauberkeit

Weil rund um Abfallkörbe viel Dreck liegt, ergriff der VVV die Initiative. An 32 Behältern prangt der Aufkleber „Fütter mich“, grüne Fußspuren führen dorthin.

Grüne Signale gegen Zigarettenkippen, Hundehäufchen, Kaugummireste, Coffee-to-go-Becher, Pizzakartons und vieles mehr, die auf Bürgersteigen und in Grünstreifen liegen, das Stadtbild verschandeln und am Ende dem Image einer Stadt schaden, leuchten in Wermelskirchen. Weil die Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Wermelskirchen (VVV) darüber empört sind, wie schmutzig die Stadt wirkt, ergriffen sie eine Inititiative. Sie starteten die Aktion „Fußtritte“: Seit Mittwoch weisen knallgrüne Fußspuren auf dem Gehweg die letzten Meter zum Abfalleimer. Darauf prangt der Aufkleber „Fütter mich“.

„Ärgerlich ist doch, dass die Abfälle oft direkt neben die Müllbehälter geworfen werden“, sagt VVV-Vorsitzender Manfred Schmitz-Mohr. Bei der Aktion „saubere Stadt“ war den Aktiven überall aufgefallen, dass rund um die Abfalleimer mehr Unrat lag als anderswo. Ein Widerspruch, denn überfüllt waren die Körbe keinesfalls, berichtet Schmitz-Mohr. „Höchstens bei größeren Veranstaltungen sind sie auch mal überfüllt.“ Trotz zahlreicher Abfalleimer und des Einsatzes des Stadtreinigers sei die Innenstadt schmutzig. Er und seine Mitstreiter wollen gerade diesen Missstand nicht hinnehmen. Mangelnde Sauberkeit auf den Straßen ärgert auch die meisten Bürger. Ob aus Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit oder aus Ignoranz – oftmals lassen Passanten Papier, Plastikmüll, Flaschen fallen und schnippen achtlos ihre Kippe weg. In den Pflasterfugen der Bürgersteige auf der Telegrafen- und Carl-Leverkus-Straße stecken sie dicht an dicht. Der Effekt ist häufig: Wo Dreck liegt, wird oft noch mehr Müll hingeworfen.

Nicht das Rad neu erfinden, sondern schauen, ob andere Kommunen schon eine Strategie gegen den Abfall auf Straßen in der Innenstadt praktizieren, dachte sich der VVV-Vorstand. In Langenfeld wurde er fündig: Dort gibt es bereits die auffallenden Wegweiser zu den Abfallbehältern. Initiator dort ist die Stadt selbst, umgesetzt hat es der Langenfelder Betriebshof. Dessen Fazit laute, dass die Aktion „gefühlt Wirkung“ zeige, erzählt Schmitz-Mohr nach Gesprächen mit der Langenfelder Stadtverwaltung.

Inzwischen haben Manfred Schmitz-Mohr und VVV-Vorstandsmitglied Gerd Simon 32 Abfallkörbe in der Innenstadt mit den „Fütter mich“-Aufklebern versehen und die Fußspuren aufgeklebt: an der Telegrafen-, Carl-Leverkus, Obere Remscheider-, Kölner Straße und an der Eich. Und die Resonanz von Bürgern während ihrer Aktion war bisher positiv. „Es gab viel Lob. Wir wollen mit den Aufklebern Aufmerksamkeit erzielen“, sagt Schmitz-Mohr und hofft, dass Zeitgenossen das Signal erkennen umweltbewusster werden und handeln.

In diesem Zusammenhang erinnert er auch an die Reinigungspflichten. Die Bürgersteige haben die Anlieger, also Eigentümer, Mieter und auch Geschäftsleute zu reinigen. „Wir haben früher täglich gekehrt, da gab es keine Diskussion“, erinnert er.

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