1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Gibt WiW-Chef schon auf?

Wermelskirchen : Gibt WiW-Chef schon auf?

Die Rücktrittsankündigungen von Frank von Juterzenka, der erst Ende März den Vorsitz des Stadtmarketing-Vereins übernommen hat, war Stadtgespräch auf dem Nikolausmarkt. Er dementierte dies gestern nicht.

Auf dem Nikolaustreff des Stadtmarketing-Vereins WiW gab es am Wochenende ein großes Thema: WiW-Vorsitzender Frank von Juterzenka soll nach Informationen unserer Zeitung überall herum erzählt haben, er wolle sein Amt niederlegen. Als Grund habe er seine Verärgerung über die Kritik an der fehlenden Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt angeführt, berichteten Besucher des Nikolaustreffs. Frank von Juterzenka sagte gestern auf die Frage der BM zu seiner Rücktrittsankündigung: "Ich werde später bei einer Pressekonferenz etwas dazu sagen." Dazu wolle er aber jetzt keinen weiteren Kommentar abgeben, sagte von Juterzenka.

Nach Informationen unserer Zeitung habe von Juterzenka auf dem Nikolaustreff eine gewisse Verwirrung durch seine Rücktrittssäußerungen verursacht. Viele hätten sich gefragt, ob er seine Ankündigung wirklich ernst meine oder nur seine Verärgerung damit habe kundtun wollen.

Rechtfertigung im Internet

Im Internet auf der Homepage von WiW ist eine Rechtfertigung von Juterzenka zum Wegfall der Weihnachtsbeleuchtung nachzulesen. Da heißt es u. a. : "Der für April 2011 erwartete städtische Marketingzuschuss in Höhe von 20 000 Euro fiel haushaltsbedingt aus, folglich auch die im vorherigen Jahr bereits geplante schrittweise Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung." Deshalb habe sich WiW auf eine Minimallösung beschränken müssen. In einem Pressegespräch hatte WiW bzw. von Juterzenka aber im Juni erklärt, der Verein verzichte freiwillig auf den städtischen Zuschuss von 20 000 Euro, um der Stadt in ihrer prekären Haushaltslage zu helfen.

  • Wermelskirchen : Kommentar: Juterzenka muss sich jetzt erklären
  • Wermelskirchen : Gelungener Auftakt
  • Wermelskirchen : Viel Dunkel, wenig Lichterglanz

Frank von Juterzenka ist erst Ende März zum neuen Vorsitzenden von WiW gewählt worden, nachdem Johannes Schnütgen sein Amt niedergelegt hatte und Heinrich Niehaves als Geschäftsführer ausgeschieden war. Der 50-Jährige kommt nicht aus den im Verein vertretenen Branchen, befindet sich im vorzeitigen Ruhestand als ehemaliger Postbank-Manager. Er hatte bei seinem Amtsantritt unter anderem erklärt, er wolle sich dafür einsetzen, "dem Verein die Kontinuität zu sichern, die für ein gutes Stadtmarketing notwendig ist", sagte von Juterzenka. Wann er sich zu seinen Äußerungen auf dem Nikolaustreff nun auch offiziell in der von ihm angekündigten Pressekonferenz erklärt, wollte von Juterzenka gestern nicht sagen.

Conrads hält sich zurück

Der stellvertretende WiW-Vorsitzende Henning Conrads wollte Juterzenkas Rücktrittsäußerungen aus Loyalität dem Vorsitzenden gegenüber gestern auf Anfrage der Bergischen Morgenpost weder bestätigen noch dementieren. Er bitte um Verständnis, dass er nicht in die Enge getrieben werden wolle. Er selbst habe von Juterzenka im Zelt auf dem Nikolaustreff nicht von einem Rücktritt sprechen hören.

(RP)