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Wermelskirchen: Viel Dunkel, wenig Lichterglanz

Wermelskirchen : Viel Dunkel, wenig Lichterglanz

Die erste Vorweihnachtszeit ohne Lichterketten bietet ein trauriges Bild. Wenige Privat- und Geschäftsleute haben geschmückt und beleuchtet. Der Nikolaustreff bringt aber am Samstag und Sonntag noch adventliche Stimmung.

Zum ersten Mal bleibt in diesem Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit die Innenstadt dunkel. Der Stadtmarketing-Verein (WiW) wollte die alten Lichterketten nicht wieder aufhängen. Sie seien marode und für neue sei kein Geld da.

WiW hat es auch nicht geschafft, Sponsoren zu finden und die Geschäftsleute zu bewegen, einen höheren Beitrag für die Weihnachtsbeleuchtung zu leisten, um eine neue anzuschaffen. Bereits seit dem Frühjahr war aber bekannt, dass sich das Problem spätestens zum 1. Advent stellen wird. Und nun ist die Stadt dunkel — bis auf wenige Ausnahmen.

Ein Rundgang zeigt, wo die allgemeine, dunkle Tristesse zumindest teilweise durch Eigeninitiative von Privat- und Geschäftsleuten durchbrochen wird. Denn WiW erleuchtet diesmal lediglich den großen Weihnachtsbaum an der Carl-Leverkus-Straße und einen Baum auf der Eich vor dem Eiscafé Venezia.

Da es jetzt aber schon ab 16 Uhr anfängt, dunkel zu werden, laden die Geschäfte, die in der unbeleuchteten Innenstadt liegen, trotz teilweise geschmückter Schaufenster auch dann schon nicht mehr zum Bummeln ein. Angefangen von der unteren Eich bleibt es abgesehen von der Weihnachtsbeleuchtung am Hotel Zum Schwanen düster bis zu Raiffeisenbank und Ladenhof.

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Der ist aber von der Eigentümergemeinschaft mit Lichterkette und Baum geschmückt worden. Als nächstes versucht dann das Alte Brauhaus, mit Lichterketten und hübscher Fensterdekoration ein wenig Adventsstimmung ins dunkle Wermelskirchen zu zaubern. Die Straße bleibt dann aber die Eich hoch bis auf eine eigentlich nur nach innen leuchtende Deko bei Radio Peters und "carpe diem" wieder dunkel bis zum Hotel Zur Eich.

Fußweg kaum zu erkennen

Dort und nebenan bei der Parfümerie Becker glitzert's weihnachtlich. Doch der gesamte Kreisel auf der Eich und vor allem die Bürgerhäuser bieten ein trauriges Bild. Vorbei an dem wirklich schönen Weihnachtsbaum vor dem Eiscafé geht's dann in den tiefdunklen Schlauch der oberen Kölner Straße.

Nur notdürftig spenden die in den Boden eingelassenen Baumleuchten Licht, so dass die Fußgänger auf dem dunklen, glatten Pflasterweg nur tappend vorankommen. Ein hoch aufgehängtes Weihnachtstransparent über dem Schuhhaus Schnütgen, eine Lichterkette bei Daum & Eickhorn, hübsch dekorierte Schaufenster wie das im leerstehenden ehemaligen Hosengeschäft sind zwar Lichtblicke, erhellen aber nicht die gesamte Kölner Straße.

Sehr schön beleuchtet ist dann zwar das Café Wild, aber der gesamte Marktbereich wirkt tot und verlassen. Die Carl-Leverkus-Straße wird vom großen Weihnachtsbaum erleuchtet. Und Hanne Wischnat besticht wieder einmal mit einer bezaubernden Weihnachtsdekoration im Schaufenster und in ihrem Blumenladen.

Die allergrößte Tristesse bietet aber mit Abstand die Telegrafenstraße. Dort haben zwar vereinzelte Geschäfte wie Male und Schrag die Schaufenster stimmungsvoll dekoriert. Aber fast die gesamte Straße bleibt ohne weihnachtliche Lichter.

(RP)