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Wermelskirchen: Weik kann Rollrausch nicht mehr helfen

Wermelskirchen : Weik kann Rollrausch nicht mehr helfen

Dem Verein Rollrausch sei nicht mehr zu helfen, er habe sich an keine Vereinbarung gehalten, reagiert Bürgermeister Eric Weik auf die Ankündigung des Rollrausch-Vorsitzenden Florenz Jaeger in unserer Samstagsausgabe.

Jaeger hat zu einer öffentlichen Versammlung für Sonntag, 11 Uhr, in die Halle an der Remscheider Straße (vormals Top-Zoo) eingeladen. Denn er geht davon aus, dass Rollrausch diese Halle aufgeben muss, weil es keine Nutzungsänderung dafür geben und eine neue Halle gefunden werden müsse. Weik sagt aber, die Stadt habe sich für den Verein Rollrausch wie für keinen anderen eingesetzt und trotz der prekären Haushaltssituation immense Summen aufgebracht. Der Bürgermeister zeigte sich gestern verärgert und enttäuscht über Rollrausch: "Das ist unser teuerster Verein, der sich aber so dumm benimmt, dass ihm keiner mehr helfen kann", wirft Weik Florenz Jaeger und seinen Mitstreitern vor.

Weik bezieht sich auf berechtigte Beschwerden von Nachbarn, die nächtliche Feten mit viel Lärm in der Rollrausch-Halle sogar auf Videos festgehalten hätten. Dabei habe ihm Jaeger in die Hand versprochen, dass sich Rollrausch an Öffnungszeiten-, Lärmschutz- und sonstige Auflagen halten werde.

Jaeger rechtfertigt sich im Gespräch mit der BM, es habe sich aber nur um einen einmaligen Vorfall gehandelt. Ein Vereinsmitglied habe seine Schlüsselgewalt missbraucht. Ihm sei aber deshalb der Schlüssel entzogen worden. Weik wirft Jaeger außerdem vor, dass er entgegen seiner strikten Anweisung doch den Mietvertrag mit dem Eigentümer der Halle unterzeichnet hat. Diese Weigerung habe nämlich dazu dienen sollen, dass sich auch der Eigentümer motiviert fühlen sollte, mit den Nachbarn zu verhandeln, die bis dato ihre Unterschrift für die Nutzungsänderung der Halle nicht geben wollten. Durch das Unterschreiben des Mietvertrages habe Jaeger aber auch die Verantwortung übernommen, selbst für die Nutzungsänderung sorgen zu müssen, sagt Weik.

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Jaeger hält dem entgegen, er habe den Mietvertrag auf Anweisung des Technischen Dezernenten Dr. André Benedict Prusa hin unterzeichnet. "Herr Prusa hat mir gesagt, der Vertrag kann jetzt unterschrieben werden", erinnert sich Jaeger. Der Rollrausch-Vorsitzende beruft sich jetzt auf ein Gespräch mit einem der Nachbarn, die die Unterschrift verweigern. Dieser habe gesagt, er werde nie im Leben unterschreiben und habe dies dem Bürgermeister auch bereits vor elf Monaten gesagt.

Weik sagte gestern aber der BM, er habe sehr wohl den Kontakt zu den Nachbarn gehalten, in der Hoffnung, für Rollrausch die Nutzungsänderung zu erzielen. Aber durch sein jetziges Verhalten habe sich der Verein selbst sämtliche Türen zugeworfen und die Unterstützung der Stadt damit verspielt.

(RP)