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Dabringhausen: Schwimmer feiern im Freibad den Saisonstart​

Freibadsaison in Dabringhausen : Schwimmer feiern im Freibad den Saisonstart

Kinder und Familien, Frühschwimmer und Sportler: Schon am ersten Wochenende kehrten sie alle ins Freibad in Dabringhausen zurück. Die Ehrenamtlichen im Bad freuten sich über den Trubel.

Leon (12) wirft einen letzten Blick zu seinen Freunden und dann hebt er ab. Vom Sprungbrett vollführt er einen kleinen Salto und landet im glitzernden Wasser. Die Jungs am Beckenrand jubeln. „Mir macht das echt Spaß“, sagt der Zwölfjährige als er aus dem Becken klettert, „und endlich muss ich dafür nicht mehr in andere Schwimmbäder fahren.“ Im Freibad in Dabringhausen hat die Saison begonnen – pünktlich zum Start der Sommerferien. „Wir bleiben den ganzen Tag“, sagt Louis, „das machen wir immer im Sommer so.“ Und dann stellt er sich wieder in der Reihe am Sprungbrett an, um sich für seinen nächsten wagemutigen Sprung bereit zu machen.

Katja Salz-Bannier vom Schwimmverein steht am Rand und lacht: „Es ist schon schön, dass es wieder los geht“, sagt sie, „wenn ich mich hier heute umschaue, dann ist die harte Arbeit der vergangenen Wochen fast vergessen.“ Aber nur fast: Denn die Ehrenamtlichen haben in den Wochen vor dem Saisonstart noch mal alles gegeben, um das Bad fit zu machen. In der vergangenen Woche kamen schon die Schüler von drei Schulen zum Probelauf – sie feierten im Bad ihren Schuljahresausklang. „Wenn dann 800 Kinder auf einen Schlag das Bad bevölkern, dann weißt du, wofür du das machst“, sagt Katja Salz-Bannier.

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Aber auch am ersten regulären Wochenende blickt sie zufrieden auf die Zahlen: Am wechselhaften Freitag zeigte die Uhr an der Kasse am Ende zwar nur 80 Gäste, aber die Ehrenamtliche blickte in strahlende Gesichter – wie das von Gabriele Kiesecker. Sie hat sich auch am Samstag einen Bankplatz ergattert, einen Sonnenschirm aufgespannt, Handtücher ausgelegt und ihre Enkelkinder mitgebracht. Während Elia (8) und Josua (3) auf dem neuen Spielplatz spielen, blickt sich Gabriele Kiesecker zufrieden um. „Diese sechs Wochen sind für mich ganz, ganz wichtig“, sagt sie. Jeden Morgen steht sie vor dem Freibad, wenn die Tore geöffnet werden. „Wir sind immer dieselbe Truppe“, sagt sie, „es ist einfach ein besonderer Ort.“ Zur Saisoneröffnung am Freitag stiegen die Damen ins Wasser, als sich gerade der Himmel öffnete. „Das hat uns gar nichts ausgemacht“, sagt Gabriele Kiesecker, „ganz im Gegenteil.“ Dass sie am Samstag mit den Enkelkinder wiederkommt: „Ehrensache“, sagt Gabriele Kiesecker, „es ist mir wichtig, dass wir das Bad auch für die nächste Generation erhalten.“ In diesem Moment kommt Gerlinde Schöpf vorbei. Die beiden kennen sich ewig. „Es ist so schön, dass man hier fast jeden kennt“, sagt die Dabringhausenerin, die sich im Bad auch um die Blumen kümmert.

Während die beiden Frauen gut gelaunt ins Gespräch kommen, versucht Leon am anderen Ende des Beckens gerade einen neuen Sprung. Die beiden Rettungsschwimmerinnen, die am Beckenrand Aufsicht führen, haben die Kinder im Blick. „Wir haben keine Personalprobleme“, erzählt Katja Salz-Bannier. Lange habe es vor Saisonbeginn nicht so gut ausgesehen, am Ende hätte sie drei Freiwilligen sogar absagen müssen. Von dem ehrenamtlichen Engagement, das im vergangenen Jahr den Neustart nach dem Hochwasser möglich machte, sei aber leider nichts übrig geblieben, ergänzt sie dann. Es sei der gleiche, engagierte Kern, der im Bad unterwegs sei. In diesem Moment kommt Ralf Magney aus dem Schwimmbadgebäude. Er hat gerade einen Blick auf die Technik geworden. „Ohne ihn würde hier nichts klappen“, sagt Katja Salz-Bannier. Das gilt auch für andere treue Ehrenamtliche, die im Bad mit anpacken. „Wenn in der Saison die Gäste kommen und sich bedanken, dann ist das unser Lohn“, erklärt Katja Salz-Bannier.

Die Gelegenheit nutzen auch in dieser Saison heimische Vereine: DLRG, WTV und die Wasserballer sind regelmäßig zu Gast. Zum ersten Mal lädt auch die Badmintonabteilung des DTV zum Mitspielen ein, genauso wie der Butscheider Boule Club. Nächste Woche kehren die Wakeboarder zurück.

Als Katja Salz-Bannier am Samstagnachmittag gegen 14 Uhr dann auf die Uhr an der Kasse blickt, lächelt sie zufrieden: 230 Besucher haben sich seit dem Vormittag bereits auf den Weg zum Bad gemacht.