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Erste Schritte auf dem Weg zur Gesamtschule in Wermelskirchen

Schulentwicklung in Wermelskirchen : Gesamtschule nimmt die erste Hürde

Im Schulausschuss stellt die Stadt den Fahrplan zur Einrichtung der neuen Schulform vor. Wermelskirchens Nachbarstädte haben keine Einwände. Die nächste Hürde: Anfang kommenden Jahres müssen 100 Anmeldungen vorliegen.

Keine Einwände gegen die geplante Einrichtung einer Gesamtschule: Wermelskirchens Nachbarstädte Remscheid, Solingen, Odenthal, Kürten, Hückeswagen und Burscheid haben kein Veto gegen den Ratsbeschluss eingelegt, als Nachfolge für die bis dahin ausgelaufende Sekundarschule eine Gesamtschule ab dem Schuljahr 2023/2024 als weiterführende Schulform neben dem Gymnasium in Wermelskirchen einzurichten. Das berichtete Andreas Voss, verwaltungstechnischer Schulamtsleiter, auf der jüngsten Schulausschuss-Sitzung.

Mit der Befragung der Kommunen in Wermelskirchens Nachbarschaft hat die Stadtverwaltung einen verpflichtenden Punkt auf der Liste zur Beantragung der Gesamtschule bei der Bezirksregierung Köln abgearbeitet. Das gilt ebenso für den Grundsatzbeschluss des Stadtrats, die Verabschiedung des Schulentwicklungsplans inklusive Elternbefragung sowie die Anhörung der Schulkonferenz der Sekundarschule, die allesamt bereits erfolgten (wir berichteten).

Damit die Antragstellung vollständig erfolgen kann, fehlt nunmehr noch die Erstellung eines Raumkonzepts für die Gesamtschule am beschlossenen Standort Wirtsmühler Straße/Weyersbusch. „Wir sind fast antragfähig“, kommentierte Andreas Voss und kündigte die Vorstellung des Raumkonzepts durch die Stadtverwaltung für den nächsten Schulausschuss-Termin am 10. August an. Dazu habe die Verwaltung inzwischen die Vorschläge und Anregungen der Auswertungen der Fachbüros Hitzler sowie Biregio abgeglichen. „Beide Analysen kommen zu einem nahezu gleichen Ergebnis“, resümierte Voss und erläuterte: „Eine Ortsbegehung ist im April erfolgt, im Anschluss eine verwaltungsinterne Abstimmung der beteiligten Ämter.“ Bis Mitte Juli würden nun baurechtliche Fragen geklärt.

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„Die naturwissenschaftlichen Räume haben eine Renovierung bitter nötig“, konstatierte Andreas Voss. Der Beginn entsprechender Sanierungsmaßnahmen erfolge kurz nach den Sommerschulferien. Der Abriss der ehemaligen Grundschule Ost auf dem Areal am Weyersbusch stünde „ganz oben auf der Liste“ der Verwaltung, antwortete Hochbauamtsleiter Hartwig Schüngel auf Anfrage von Schulausschuss-Mitglied Inga Manderla (FDP). Aber: Der Abriss könne nicht noch in diesem Jahr erfolgen, blickte Schüngel aus: „Die Planungen dafür beginnen im Spätsommer. Das geht nicht mal eben, weil das Gebäude bekanntlich PCB-belastet ist.“

Ebenso im Spätsommer diesen Jahres würde nach erfolgter Antragstellung durch die Stadt eine Schulleitung für die neue Gesamtschule von der Bezirksregierung berufen, die sich dann um die Umsetzung des Anmeldeverfahrens kümmert, stellte Andreas Voss die nächsten Schritte auf dem Weg zur neuen Schulform dar. Das Anmeldeverfahren erfolgt Anfang 2023 und muss mindestens 100 Anmeldungen von Kindern aus Wermelskirchen bringen, damit die Gesamtschule zum Schuljahr 2023/2024 starten darf. Dieses Gesetzeslage löste für den Schulausschuss folgerichtig die Frage aus, was denn passiert, wenn keine 100 Anmeldungen gemeindeeigener Neu-Gesamtschülerinnen und -schüler zusammen kommen. „Dann bleibt die Sekundarschule bestehen und ein neuer Versuch wäre ein Jahr später möglich“, erläuterte der Schulamtsleiter.

Um die Werbetrommel bei den Eltern zu rühren, würden diese „sehr bald nach den Sommerferien standortscharf informiert“, sagte der Erste Beigeordnete Stefan Görnert, zu dessen Dezernat das Schulwesen gehört: „Dafür werden wir externe Fachleute hinzuziehen.“ Die Informationen würden „Leitplanken“ benennen, jedoch nicht das pädagogische Konzept vorwegnehmen: „Das soll von der Leitung der Gesamtschule erstellt werden.“ Andreas Voss fügte hinzu: „Die neue Leitung wird der neuen Schulform in Wermelskirchen ein Gesicht geben.“ Nach den Sommerferien werden speziell zum Thema Gesamtschule der Kontakt zu den Grundschulen hergestellt. Selbstverständlich wäre die Gesamtschule dann auch bei Informationsveranstaltungen vertreten, skizzierte Andreas Voss auf Nachfrage von Monika Müller (CDU).

Der Schulausschuss-Vorsitzende Jochen Bilstein (SPD) bemerkte zum derzeitigen Sachstand: „Die Gesamtschule ist als Schulform ja bekannt, das ist für die Eltern keine Black-Box. Da geht es dann um Nuancen.“ Im Vorfeld dürfe der Prozess zur Erstellung des pädagogischen Konzepts nicht so festgelegt werden, dass das zukünftige Lehrerkollegium der Gesamtschule in diesem Korsett nicht mehr agieren könne: „Das ist wohl leider so bei der Sekundarschule passiert.“