Talk in Brüggen: Mit Fotograf Klaus Sturm und Ex-Bürgermeisterin Hammes

Talkrunde in Brüggen : Plaudern über Beckenbauer und Bräute

Fotograf Klaus Sturm, Ex-Bürgermeisterin Marina Hammes und Bestatter Michael Wolters waren bei Franks Sitzecke.

Mit 76 Jahren lässt Klaus Sturm es gemütlicher angehen: Er hat als Sportfotograf Olympische Spiele und Weltmeisterschaften begleitet. Jetzt gibt es alle 14 Tage eine Radtour mit dem „Mittwochsclub“, hin und wieder ein Foto mit der Digitalkamera. „Der erste Spieler war Franz Beckenbauer, als er noch nicht in der Bundesliga spielte“, erzählte Sturm jetzt in Frank Schiffers „Sitzecke“ im Kultursaal der Burg Brüggen.

Der gebürtige Düsseldorfer, der seit einigen Jahren in Brüggen lebt, hat stürmische Zeiten erlebt: 41 Jahre arbeitete er als Fotograf der Sportbilderagentur Horstmüller, leitete sie auch einige Jahre als Geschäftsführer. Vor allem Fußballgrößen hat er vor der Linse gehabt. Zu analogen Zeiten war Fotografieren mit vielen Autofahrten verbunden. Sonntagseinsatz im Ruhrgebiet, je eine Viertelstunde für zwei Fußballspiele, dann nach Düsseldorf in die Dunkelkammer, Filme entwickeln, Abzüge machen, dann zu den Redaktionen fahren und Expressgutversand mit der Bahn bis nach Frankfurt.

Sturm hat im Kölner Stadion Willy Brandt und Bundestrainer Helmut Schoen („Der mochte mich“) zusammengebracht, obwohl sie weit entfernt voneinander saßen. Bei Borussia Mönchengladbach „ging ich ein und aus, Weisweiler war so etwas wie ein väterlicher Freund“, sagte er. Viele von Sturms Bildern finden sich in großen Sportbüchern. „Du bist ein Held meiner Kindheit, die Bilder habe ich verschlungen“, erinnerte sich Moderator Frank Schiffers.

Über einen Briefumschlag „mit gut 400 Euro“ freute sich Viersens ehemalige Bürgermeisterin Marina Hammes am Vorabend ihres Geburtstags. Es waren die Eintrittsgelder, die einem sozialen Zweck zugute kommen sollten. Hammes will die Spende für den Verein Ava verwenden, der Menschen in Togo und Benin hilft – im Publikum saß auch einer ihrer Mitarbeiter aus Benin. Seit ihrem Abschied aus dem Amt vor 15 Jahren widmet sie sich als „Frau, die sich kümmert“ dem Hilfswerk, das mehr als 500 Patenkinder betreut, Schulen und Krankenstationen baut. Hammes möchte, dass „Menschen dort leben und eine Familie haben können und sich nicht auf den gefährlichen Weg nach Europa machen“. In Viersen ist sie für manche noch immer „die Bürgermeisterin“, denn sie hat „ständig Leute am Telefon, die mir ihre Anliegen vortragen“.

Was haben ein Bestatter und die Inhaberin eines Brautmodengeschäfts gemeinsam? Michael Wolters aus Niederkrüchten-Elmpt und Nina Schröder-Starck (neu am Brüggener Burgwall) halten beide Reden: Wolters als Bestatter, Schröder-Starck als freie Rednerin. Und sie verbindet noch mehr: Beide beschäftigen sich intensiv mit den Menschen, weil sie respektvoll mit ihnen umgehen wollen, um ihrem Leben gerecht zu werden – nach dem Ende wie auch beim Beginn eines neuen Abschnitts. Dem Bestatter gehen viele Todesfälle nahe, weil er die Menschen kannte: „Manchmal helfen keine Worte, da kann man nur mit weinen.“ Zum Tod seines Vaters hat er ein Gedicht geschrieben, das er oft in Trauerreden einfädelt. So sehr er seinen Beruf auch liebt, in jungen Jahren habe er manchmal von jungen Damen gehört: „Was, du packst Tote an? Dann packe ich Dich nicht mehr an.“

An ihren Hochzeitsreden bastelt Nina Schröder-Starck bis zu 40 Stunden – sie dauern dann auch entsprechend viele Minuten. Es gibt, anders als bei den Kleidern für die Bräute, „keine Rede von der Stange“. Den schlimmsten Fall, dass bei der Zeremonie jemand „Nein“ sagt, hat sie „Gott sei Dank“ noch nicht erlebt.

Moderator Frank Schiffers, Marina Hammes, Michael Wolters, Klaus Sturm und Nina Schröder-Starck. Foto: Gemeinde. Foto: Gemeinde Brüggen

Info Im Kultursaal von Burg Brüggen, Burgwall, wird am Dienstag, 5. November, die nächste Ausgabe von „Franks Sitzecke“ stattfinden.

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