1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Impfzentrum für den Kreis Viersen kommt nach Viersen-Dülken

Corona im Kreis Viersen : Impfzentrum kommt nach Viersen-Dülken

Bis Weihnachten soll das leerstehende Gebäude des früheren St.-Cornelius-Krankenhauses zum Impfzentrum für den Kreis Viersen hergerichtet werden. 700 bis 1000 Menschen könnten dort täglich geimpft werden.

Ein Ort für die geplanten Massenimpfungen gegen das neuartige Coronavirus im Kreis Viersen ist gefunden: Das Impfzentrum soll in den Räumlichkeiten des derzeit leerstehenden St.-Cornelius-Krankenhauses an der Heesstraße in Dülken entstehen. Das teilte der Kreis Viersen am Donnerstagabend mit. Das Gebäude gehört zum Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen, das aktuell noch Teile des Gebäudes betreibt. Das Erdgeschoss steht leer. Dort entsteht das Impfzentrum.

„Wir haben einen guten Standort gefunden, der viele Vorteile bietet: Er liegt zentral und ist gut erreichbar, die Räume sind für einen medizinischen Betrieb konzipiert“, sagte Landrat Andreas Coenen. Und mit dem AKH habe der Kreis einen zuverlässigen Partner gefunden – und er könne Bereiche der Infrastruktur mitnutzen. „Die zeitnahe Einrichtung eines Impfzentrums ist in der aktuellen pandemischen Lage eine enorme logistische Herausforderung. Wir haben nicht nur ein geeignetes Gebäude, sondern vor allem ein gutes Konzept, um diese Aufgabe zu bewältigen.“

Spätestens bis Weihnachten soll das Impfzentrum einsatzbereit sein. Der Kreis plant, das Zentrum an allen sieben Wochentagen für je acht Stunden in Betrieb zu nehmen. Je nach Verfügbarkeit von Impfstoff können dort bis zu 700 bis 1.000 Menschen pro Tag geimpft werden. Das Land NRW schreibt – je nach injiziertem Impfstoff – eine zweite Dosis nach exakt 21 beziehungsweise 28 Tagen vor. „Die Impfstoffe wird das Land fertig aufbereitet mehrmals täglich bis nach Dülken liefern – die geringe Haltbarkeit macht dies nötig“, sagt Krisenstabsleiter Thomas Heil.

Die aktuell leerstehenden Räume brauchen nicht aufwändig saniert zu werden. Lediglich Maler-, Elektro- und Schreinerarbeiten seien nötig, so ein Kreis-Sprecher. Dabei könne der Kreis auf die Unterstützung des AKH zurückgreifen. Bei der Einrichtung unterstützt ein Veranstaltungsausstatter den Kreis Viersen.

Zudem kann der Kreis auf die Infrastruktur des AKH zurückgreifen – dies betrifft beispielsweise die tägliche Reinigung, die Müllentsorgung, die Brandmeldeanlage und die Notstromversorgung. Für die Besucher gibt es rund 70 Parkplätze am ehemaligen Krankenhaus. Eine Bushaltestelle befindet sich unmittelbar vor dem Gebäude.

Im Inneren des Gebäudes richtet der Kreis Viersen ein Einbahnstraßensystem ein, damit die Besucher möglichst wenig mit anderen Personen in Kontakt kommen: Auf der rechten Seite, in Blickrichtung des Krankenhausgebäudes, entstehen Empfang und Anmeldung. Dort soll auch geprüft werden, ob die Besucher Krankheitssymptome aufweisen und gegebenenfalls nicht geimpft werden können. In diesem Fall betreten sie das Impfzentrum erst gar nicht. Hinter dem Empfang soll ein Wartebereich für mindestens 30 Personen eingerichtet werden.

Die Registrierung erfolgt im Bereich des alten Haupteingangs. Im nächsten Raum werden die Besucher medizinisch aufgeklärt. In vier Zimmern impfen vier Ärzte parallel. Nach der Impfung sollen sich die Besucher 30 Minuten im Ruheraum aufhalten. Dazu wird die ehemalige Cafeteria umgewidmet. Über die angeschlossene Terrasse verlassen sie das Impfzentrum.

In einem der ehemaligen OP-Räume richtet der Kreis Viersen für mögliche Notfälle eine Erste-Hilfe-Station samt angeschlossener Rettungsdienst-Anfahrt ein.

Über das Impfzentrum werden auch die so genannten „mobilen Teams“ versorgt. Diese Teams versorgen nicht mobile Risikogruppen – etwa in Pflegeeinrichtungen – vor Ort. Im gesamten Impfzentrum gelten die Abstands- und Hygieneregeln, um Corona-Infektionen zu vermeiden.Der Kreis Viersen steht mit dem Land NRW, der Bundeswehr, der Kassenärztlichen Vereinigung, den Hilfsorganisaonen und weiteren Akteuren in engem Austausch, um die unterschiedlichen Bereiche zu besetzen. Zuteilung und Verteilung der Impfstoffe koordiniert das Land NRW. Die Priorisierung der Personengruppen erfolgt auf Bundesebene.

Der Kreis Viersen soll das Impfzentrum so lange betreiben, bis die Impfstoffe in ausreichender Zahl über die Hausärzte verabreicht werden können. „All diese Planungen sind der aktuelle Sachstand“, sagt Kreisbrandmeister Rainer Höckels, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz. „Wie bei der gesamten Corona-Pandemie gibt es auch beim Thema Impfzentrum eine große Dynamik.“