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Liegewiese mit Badestrand am Graverdyk in Vorst geplant

Tönisvorst : Liegewiese mit Badestrand am Graverdyk geplant

Die Verwaltung hat im Umweltausschuss ein Konzept für die Auskiesungsfläche Graverdyk vorgelegt, das viele der Wünsche erfüllt, die Bürger zum aktuellen Stadtentwicklungskonzept geäußert haben. Das Konzept ist 16 Jahre alt und wird erst 2040 umgesetzt.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen war es, die das Thema Kiesabbaufläche am Graverdyk in Vorst auf die Tagesordnung des Tönisvorster Umweltausschusses gebracht hat. Die Verwaltung möge ein Konzept zur zukünftigen Nutzung des Geländes erstellen, lautet der Antrag der Grünen.

Die Fraktion begründet ihren Vorstoß damit, dass sich bei den Umfragen zum Stadtentwicklungskonzept viele Bürger mehr Freizeit- und Naherholungsangebote gewünscht hätten. „Hier wird vor allem an den ausgekiesten Seen am Graverdyk Potential gesehen“, schreibt die Fraktion. Die Grünen stellen sich ein Konzept vor, das „sowohl Zonen für Natur- und Artenschutz, als auch Erholungsraum für Menschen bietet“.

Für die Mitarbeiter der Verwaltung ist dieser Antrag nicht mit viel Arbeit verbunden, denn genau so ein Konzept liegt bereits seit Juli 2004 in der Schublade des Fachbereichs Stadtplanung. Alle Ideen, wie sich das Gelände entwickeln kann, wenn die Auskiesung beendet ist, seien bereits festgehalten, informierte Fachbereichsleiter Jörg Friedenberg die Politiker im Ausschuss.

Diese Ideen decken sich exakt mit dem, was die Bürger für das Stadtentwicklungskonzept vorgeschlagen und was die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen nun aufgegriffen haben: So soll im Norden und Osten der etwa 100 Hektar großen Seenfläche eine Liegewiese mit Badestand angelegt werden. Auch ein Campingplatz, eine Gaststätte und ein Bootsverleih sind dort vorgesehen. Auf dem See selbst soll es im östlichen Bereich Surf-, Ruder- und Segelangebote geben. Im Westen hingegen ist Naturschutz durch Renaturierung geplant.

Während dieser Teil des Plans inklusive Aussichtsplattform bereits in weiten Teilen umgesetzt ist, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis die Tönisvorster am Graverdyksee ihren eigenen Badestrand haben: Bis 2040 wird in diesem Bereich noch Kies abgebaut.

Der Frage von Christian Rütten (CDU), ob es möglich sei, das Gebiet früher für die Freizeitnutzung freizugeben, musste Friedenberg eine Absage erteilen: „Eben in diesem Bereich wird bis zuletzt ausgekiest.“ Eine frühere Nutzung der Wasserfläche als Bade- und Sportbereich sei deshalb nicht möglich.

Hans Joachim Kremser (SPD) warnt davor, „das Fass zu weit“ aufzumachen und allzu große Hoffnungen zu schüren. „Die Stadt ist nicht Eigentümerin des Areals“, sagt Kremser, „wir haben keine Eingriffsmöglichkeiten, solange die Auskiesung noch läuft.“

Das ist auch den Grünen bewusst, sie bleiben aber dabei, dass die Stadt sich aktiv in der Gestaltung des Geländes einbringen soll, sobald das möglich ist, „im Sinne der Bürger, der Umwelt und der Natur“, wie Meral Thoms (Grüne) in der Sitzung des Ausschusses erklärte.

(wic)