Weiter viel Arbeit für die Feuerwehr Solingen

Feuerwehrbilanz 2018 : Weiter viel Arbeit für die Retter von Solingen

Die Bilanz der Solinger Feuerwehr für das vergangene Jahr liegt vor. Die Einsatzkräfte hatten einmal mehr alle Hände voll zu tun. Brände, Unfälle, Wetterkapriolen – eine große Hilfe für die Profis sind weiterhin die Freiwilligen.

Egal ob Profis oder Freiwillige – über einen Mangel an Beschäftigung können sich die Feuerwehrleute in der Klingenstadt nach wie vor nicht beklagen. Das geht einmal mehr aus dem Jahresbericht der Feuerwehr Solingen für das zurückliegende Jahr 2018 hervor, der jetzt veröffentlicht wurde. Demnach stieg die Gesamtzahl der Einsätze im Jahresvergleich erneut spürbar an.

So wurden die Feuerwehrleute zwischen Januar sowie Dezember 2018 insgesamt 1995 Mal alarmiert, nachdem sie im Jahr davor lediglich in 1837 Fällen hatten ausrücken müssen. Parallel ging auch die Zahl der Hilfeleistungen merklich nach oben – und zwar von 1545 auf 1690 Einsätze. Entgegengesetzt entwickelte sich hingegen die Summe der Brandfälle. In diesem Bereich registrierten die Feuerwehr-Statistiker nämlich einen Rückgang von 142 Einsätzen im Jahr 2017 auf zuletzt noch 132 Feuer-Alarmierungen.

Gleichwohl ziehen gerade solche, oftmals dramatischen Ereignisse, bei denen es nicht selten um Leben und Tod geht, auch an den professionellen wie freiwilligen Rettern nicht spurlos vorüber – zumal im zurückliegenden Jahr im Gegensatz zu 2017 wieder eine tote Person bei einem der Brände zu beklagen war.

Am 12. Oktober 2018 kam eine 56 Jahre alte Frau bei einem Großbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Straße Fürker Irlen in Merscheid ums Leben. Obwohl die Rettungskräfte bereits wenige Minuten nach dem ersten Notruf am Einsatzort eingetroffen waren, hatten sie keine Chance mehr, der Frau zu helfen. Die 56-Jährige konnte nur noch tot aus ihrer bei einer Explosion völlig zerstörten Wohnung geborgen werden. Später stellte sich heraus, dass vermutlich ein Sauerstoffgerät zusammen mit einer kleinen Flamme die Katastrophe verursacht hatte.

Wohingegen die – menschlichen wie tierischen – Bewohner eines anderen Gebäudes an der Brühler Straße mehr Glück hatten. Dort war das Feuer Ende Juli 2018 im Bereich einer Photovoltaikanlage ausgebrochen. Kilometerweit waren seinerzeit die Flammen über der Innenstadt und der Südstadt zu sehen gewesen. Wobei die ganz große Tragödie trotz eines erheblichen Sachschadens ausblieb. So kamen keine Menschen zu Schaden. Und der Feuerwehr gelang es darüber hinaus, sechs Katzen in Sicherheit zu bringen.

Keine Hilfe mehr hatte es hingegen im April des vergangenen Jahres für einen Hund in einem Haus im Eschbachtal in Burg gegeben. In den frühen Morgenstunden war dort ein Feuer ausgebrochen. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern ab. Einer der zwei Vierbeiner des Eigentümers verlor sein Leben, der Mann selbst kam glücklicherweise unverletzt davon.

Dabei sind es nicht allein Brände, die die Feuerwehr 2018 in Atem hielten. Denn Anfang machte gleich zu Beginn im Januar Sturmtief „Burglind“, das damals über Solingen zog. Doch während bei „Burglind“ noch alles einigermaßen glimpflich verlief, schlug die Natur dann nur rund 14 Tage später tatsächlich richtig heftig zu.

„Friederike“ hinterließ auch in der Klingenstadt eine Spur der Verwüstung. Umgefallene Bäume, Dachziegel, die auf die Straßen krachten sowie Müllcontainer, die sich selbstständig gemacht hatten und in gefährliche Geschosse verwandelten: Es hat Tage in Anspruch genommen, ehe die Spuren des Orkans in Solingen wieder einigermaßen beseitigt waren.

Darüber hinaus sorgte 2018 der Fund von radioaktivem Abfall im Müllheizkraftwerk für Schlagzeilen. Und an der Krahenhöhe verunglückte ein Obus, nachdem die Fahrerin zuvor plötzlich mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt hatte.

Sorgen bereitete im vergangenen Jahr auch der heiße Sommer, der die Feuerwehr ebenfalls auf Trab hielt. So wurden im Stadtgebiet unter anderem Teiche aufgefüllt, um ein Umkippen der Gewässer in der sengenden Hitze jener Wochen zu vermeiden.

Einmal mehr eine große und unverzichtbare Hilfe leisteten die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr. So stiegen die Einsatzzahlen der in der Summe acht Löscheinheiten im vergangenen Jahr weiter an. Der Schwerpunkt lag hierbei erneut im Bereich der Hilfeleistungen. Indes waren die freiwilligen Kameraden auch bei Großlagen im Einsatz. So besetzen sie beispielsweise immer dann die Wachen, wenn die Berufsfeuerwehrleute mit hoher Mannzahl ausrücken müssen.

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