Die Bergischen Museumsbahnen sind wieder unterwegs

Bergische Museumsbahnen : Viel Betrieb zum Saisonstart

Die historischen Straßenbahnen sind wieder im Kaltenbachtal unterwegs.

Am liebsten wäre Holger Meinel gleich in die nächste Tram umgestiegen. Doch die setzte sich sofort nach seiner Ankunft am Ausgangspunkt in Bewegung, so dass der Fahrgast aus Ulm am Gleis noch ein wenig Zeit zum Warten hatte. „Ich bin bei Freunden zu Gast, die im Jahr etwa fünf Mal herkommen“, berichtete er. Eisenbahnen seien auch bei ihm ein großes Thema. „Es ist toll, wie diese alte Technik noch immer funktioniert“, kommentierte Meinel seine erste Fahrt mit einer der Bergischen Museumsbahnen.

Mit dem schwäbischen Gast, seinen Freunden und vielen anderen Fahrgästen an Bord hatte sich der Triebwagen 105, Baujahr 1927, am Sonntag um Punkt 10.40 Uhr mit dem Klang der Glocke in Bewegung gesetzt. Es war der Start in die Jubiläumssaison für das Straßenbahnmuseum in der Kohlfurth: Dessen 50. Geburtstag steht in diesem Jahr an. 1969, nach dem Ende des regulären Straßenbahnverkehrs im Kaltenbachtal, hatte der Verein Bergische Museumsbahnen den touristischen Betrieb auf der Strecke von der Kohlfurther Brücke nach Greuel ins Leben gerufen. An jedem zweiten Sonntag im Monat laden die Bahnen erneut bis Oktober zu einer Fahrt ein.

Und auch am Startpunkt wartet anlässlich des Jubiläums Programm auf die Gäste. „Im September wird es einen Festakt geben“, erklärte Michael Malicke, Schriftführer beim Verein. Zudem seien immer wieder Auftritte von Musikern auf der Anlage geplant. Zum Auftakt ertönten Dudelsäcke: Die Bagpipe Company aus Wuppertal war zu Gast, und ihre Mitglieder kletterten auch selbst zu einer ruckeligen Fahrt in eine der Bahnen. Einen weiteren Wagen wollen die Museumsbahnen in diesem Jahr in Betrieb nehmen.

Hinter dem Angebot steckt viel ehrenamtliche Arbeit: Im Vorfeld der Saison galt es, Strecke und Wagen auf Vordermann zu bringen. Zudem mussten die Leitungen durchgemessen werden. Ein Kreis von 25 bis 30 Helfern sei regelmäßig auf der Anlage, sagte Malicke, der zudem die Unterstützung von Firmen, privaten Spendern sowie von Land und Bund hervorhob: „Dadurch konnten wir uns auch wichtige Sanierungsarbeiten leisten.“

Rund 30.000 Besucher kommen pro Jahr auf das Gelände in der Kohlfurth. „Man hört, dass die Mutter Schaffnerin war oder dass sie früher selber mit der Straßenbahn zur Schule fuhren“, erzählte Malicke. Manch ein Großvater zeigte seinem Enkel die alten Gefährte, deren Außenverkleidung noch Werbesprüche aus längst vergangenen Zeiten zieren. Die Zeit zwischen den Fahrten vertreiben konnten sich die Gäste einmal mehr auch, indem sie im zur Bücherei umgebauten Straßenbahn-Waggon nach Literatur stöberten.

Schließlich trat auch Holger Meinel seine zweite Fahrt an: Mit seinen Begleitern betrat er den Triebwagen 94 aus dem Jahr 1928. „Auf meiner ersten Tour habe ich mir einen Überblick verschafft“, verriet er. Beim zweiten Mal werde er auch aussteigen und Sehenswürdigkeiten am Streckenrand, wie den Manuelskotten oder das Naturfreundehaus, besuchen.

www.bmb-wuppertal.de

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