Volleyball: Werscheck hat "richtig Bock" auf die Herausforderung

Volleyball: Werscheck hat "richtig Bock" auf die Herausforderung

Bernd Werscheck, Headcoach der Solingen Volleys, freut sich auf seine neue Aufgabe. Als Trainer war er bereits bei Olympia dabei.

Egal, ob als Lehrbeauftragter an der Deutschen Sporthochschule Köln, als Trainer von Hallenmannschaften und Beachteams oder als Organisator von Beachcamps - Bernd Werscheck hat sich komplett dem Volleyball verschrieben. "Ich glaube ganz fest an diese Sportart", sagt der 53-Jährige, der seit kurzem die Zweitligamannschaft der Solingen Volleys auf die neue Saison vorbereitet und erste Wahl für die Nachfolge seines Vorgängers Stefan Hübner war. "Wir haben das große Glück, im Winter in der Halle und im Sommer Beachvolleyball spielen zu können. Zudem können wir Kinder über Beachvolleyball zum Volleyball bringen."

Seine Augen leuchten, wenn er über "seine" Sportart spricht, in der er sich seit langem einen Namen gemacht hat. Mit evivo Düren feierte er Deutsche Vize-Meisterschaften sowie den Einzug in die Champions League. Als das Highlight seiner Trainerlaufbahn bezeichnet er die Olympischen Spiele 2004 in Athen, wo er das Beachvolleyball-Duo Susanne Lahme und Danja Müsch als Coach bis ins Achtelfinale führte.

Die Begeisterung überträgt Werscheck auch auf seine bevorstehende Aufgabe bei den TSG Solingen Volleys. "Ich habe richtig Bock auf diese neue Herausforderung", sagt der studierte Sportlehrer, der bis in die Haarspitzen motiviert scheint. Man merkt ihm an, dass er Lust hat, mit den Volleys zu arbeiten, sie weiter voranzutreiben und Erfolge zu feiern. "Wenn etwas wachsen und entstehen kann, dann hier in Solingen", sagt der Trainer, der die Arbeit, die hier geleistet wird, schon länger verfolgt. "Zudem war ich hier, so oft ich konnte, weil mein Sohn ja hier spielt."

Sein Sohn, Zuspieler Tom-Julius Werscheck - kurz TJ genannt -, wird nun das Vergnügen haben, von seinem Papa trainiert zu werden. Birgt dies Konfliktpotenzial? "Natürlich ist es etwas Besonderes, den eigenen Sohn in der Mannschaft zu haben", sagt der 53-Jährige. "Das hat aber fünf Jahre lang bei Eintracht Mendig auch ganz gut geklappt." Er soll so behandelt werden wie jeder andere Spieler auch. Würde man seinen Sohn allerdings fragen, würde dieser wohl behaupten, sein Vater sei mit ihm strenger als mit anderen, gibt der Papa zu.

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Dreimal pro Woche wird Bernd Werscheck die einstündige Fahrt aus Ahrweiler zum Training auf sich nehmen, hinzu kommen die Spiele. Teilen wird er sich die Trainingsarbeit mit seinem spielenden Co-Trainer Oliver Gies. "Ich liege mit Oli absolut auf einer Wellenlänge. Er ist genauso erfolgshungrig wie ich und meine verlängerte Hand auf dem Spielfeld", freut sich Werscheck, der sich an der Seitenlinie eher als "emotionalen Typ" beschreibt, auf die Arbeit als Trainerteam.

Auch Neuzugang Huib den Boer wird sich einbringen. Der erfahrene Zuspieler soll vor allem das Zuspiel verbessern. "Er soll TJ weiterentwickeln und ihn formen", sagt der Headcoach. "Denn er ist mit seinen 21 Jahren noch sehr jung für einen Zuspieler, hat aber durchaus Talent." Da hört man den stolzen Papa raus - und TJ wird sich vielleicht freuen, nicht ständig nur auf seinen Vater hören zu müssen.

Bernd Werscheck startete 1990 als Jugend-Bundestrainer in seine Trainerlaufbahn. Zehn Jahre später trainierte er erstmals als Co-Trainer den Volleyball-Erstligisten Dürener TV. Nach einem kurzen Gastspiel bei Eintracht Mendig kehrte Werscheck zur Saison 2002/03 als Cheftrainer zu evivo Düren zurück, feierte Deutsche Vizemeisterschaften und den Einzug in die Champions League. In der Saison 2010/11 wurde Werscheck mit Eintracht Mendig Meister der 2. Liga Süd. Seit 2012 war er Trainer der Drittliga-Frauen von SSF Fortuna Bonn.

(RP)
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