Bergischer HC : Motivierende Aussichten

Im ersten und einzigen Derby geht es am Mittwoch Abend mehr als nur ums Prestige. Im Falle eines Auswärtssieges könnte der Bergische HC mit dem VfL Gummersbach den Tabellenplatz tauschen und die Abstiegsränge verlassen.

Noch nicht einmal eine halbe Stunde war seit dem Abpfiff vergangen, da dachte Ha De Schmitz schon an den nächsten Gegner. "Schlafen kann ich nach diesem Spiel sowieso nicht, also kann ich mir auch schon den VfL Gummersbach auf Video anschauen", hatte der Trainer des Bergischen HC nach der 29:32-Niederlage gegen die Füchse Berlin erklärt. Die Vorbereitung das erste und einzige Derby in der Handball-Bundesliga war eingeläutet.

Vieles lief in den vergangenen Tagen früher und intensiver ab. Bereits am Wochenende wurde gezielt auf die heutige Begegnung hingearbeitet, am Dienstag bat Ha De Schmitz seine Mannschaft eine Stunde vor dem eigentlichen Training zur Besprechung.

"Wie gegen Hildesheim handelt es sich auch gegen Gummersbach um ein Vier-Punkte-Spiel", erklärt der Löwen-Coach. Die Aussicht, mit dem VfL Gummersbach im Falle eines Sieges die Plätze zu tauschen und die Abstiegsränge zu verlassen, motiviert.

Gewohnt zurückhaltend bremst Stefan Adam vor der richtungsweisenden Partie mögliche Euphorie, auch wenn sich der BHC-Manager Chancen ausrechnet: "Es ist ein wichtiges Spiel für beide Teams. Mehr noch aber für die Gummersbacher."

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Für den VfL gehe es um Alles oder Nichts. "Sie können sich eigentlich nicht erlauben, gegen uns zu verlieren." Schließlich stehe Sead Hasanefendic immer noch eine Mannschaft zur Verfügung, die einen gewissen Anspruch habe.

Für gestandene Handballprofis wie Adrian Pfahl, Vedrian Trnic oder Barna Putics ist der Abstiegskampf ein unbekanntes Terrain. In diesem stecken die Gummersbacher, nachdem sie aufgrund der drohenden Lizenz-Verweigerung personell abspecken mussten.

Ha De Schmitz verwundert es nicht, dass der VfL aktuell nur auf Tabellenplatz 15 zu finden ist. "Sie haben eine gute Sieben, aber in der Breite sind sie nicht so stark." Wenn man in einem engen Kader immer auf die gleichen Leute zurückgreifen müsse, auch wenn der eine oder andere keinen guten Tag erwischt, könne das ein Problem sein.

Schmitz' Trainerkollege Sead Hasanefendic erwartet gegen den Bergischen HC ein hartes Stück Arbeit. "Eine ganz starke Mannschaft mit vielen erfahrenen Leuten", zu der seit vorgestern auch der Gummersbacher Robin Teppich gehört. Nachdem der VfL Ende Oktober Goran Sprem verpflichtet hatte, hatte der 22-jährige Linksaußen kaum noch Spielanteile bekommen. Ob Teppich tatsächlich gegen seinen alten Club auflaufen wird, will Ha De Schmitz kurzfristig entscheiden, wenn "Not am Mann" ist.

(RP)