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Bergischer HC: "Verlieren wäre nicht lustig"

Bergischer HC : "Verlieren wäre nicht lustig"

Bob Hanning freut sich im Interview auf das heutige Erstliga-Spiel gegen den Bergischen HC. Elf Jahre nach der Zeit als Trainer der SG Solingen fühlt sich der Manager der Füchse Berlin noch immer zum Bergischen Land verbunden.

Herr Hanning, wie ist ihr Bezug nach Solingen und zum Bergischen Land heute ?

Hanning Es ist immer noch ein Stück Heimat. Ich freue mich, wieder da zu sein und werde viele alte Bekannte treffen. Auch nach dem Spiel werde ich noch in Wuppertal bleiben, um mich mit Freunden zu treffen. Erst morgen früh geht es zurück nach Berlin.

Wie sehen sie die Entwicklung bei der SG Solingen beziehungsweise beim Fusionsclub Bergischer HC ?

Hanning Ich halte den Zusammenschluss zu einem großen Bergischen Verein für sehr wichtig und richtig. Stefan Adam macht als Manager gute Arbeit. Die Mannschaft ist mit Sicherheit besser als Hildesheim und Hüttenberg, aber nicht automatisch stärker als zum Beispiel Balingen oder Wetzlar.

An einer Mannschaft muss der BHC aber bekanntlich noch vorbei. Das wird schwer, aber es ist durchaus realistisch. In Anbetracht der Tatsache, dass ich die Entwicklung sehr positiv sehe, wäre ein Abstieg in die Zweite Liga sehr bitter. Er ist mit dem Team auch nicht notwendig. Schließlich hat der Verein im Sommer gut einkauft.

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Darunter waren auch Fabian Böhm und einige Monate zuvor Runar Karason von den Füchsen Berlin. Verfolgen Sie, wie sich die Beiden schlagen ?

Hanning Ja, natürlich. Beide sind schließlich als Freunde gegangen und stehen daher nach wie vor im Fokus. Der Schritt war richtig, weil sie es im Bergischen leichter haben, sich zu entwickeln. Das betrifft zum einen die Einsatzzeiten und zum anderen den Druck, der in Berlin doch etwas höher wäre.

Halten Sie es für möglich, dass die Füchse heute ausrutschen ?

Hanning Der BHC hat gegen Magdeburg bewiesen, dass er überraschen kann. Solche Punkte könnten am Ende den Unterschied machen. Letztlich gestaltet sich unser Spiel heute recht einfach in der Gesamtrechnung. Wir sind auf jeder Position besser besetzt, sowohl in der Breite als auch in der Spitze. Soviel ist klar. Aber es ist natürlich ein Auswärtsspiel.

Und wir wissen, dass die Unihalle zu einem Hexenkessel werden kann. Leidenschaft und Einstellung bringen sechs bis sieben Tore. Wenn wir es schaffen, die gleiche Leidenschaft zu entfachen, werden wir gewinnen. Gelingt uns das nicht, gewinnt nicht immer die Qualität, sondern der, der es mehr will. Ich drücke dem BHC die Daumen – nur heute nicht. Wenn wir verlieren, wäre das nicht so lustig.

Abschließend noch eine Frage. Auf Ihrer Homepage (Anmerkungen der Redaktion: www.bob-hanning.de) ist der Aufstieg mit der SG Solingen gar nicht unter ihren größten Erfolgen aufgeführt. Hat das eine besondere Bewandtnis ?

Hanning Wie bitte? Das führt sofort zu einer Abmahnung der Mitarbeiter (lacht). Diesen Skandal werde ich sofort ausbessern. Im Ernst, der Aufstieg war ein ganz besonderer Moment in meiner Laufbahn als Trainer.

Es war extrem schwierig, das Schiff durch das Fahrwasser zu bringen. Die Herausforderung war riesig, sich gegen die Strömung durchzusetzen. Deshalb war es so spannend und hat wahnsinnig Spaß gemacht. Es war eine tolle Zeit, eigentlich eine meiner schönsten Zeiten überhaupt.

Thomas Rademacher führte das Gespräch.

(trd)