Bergischer HC : Eine Frage der Perspektive

Der Bergische HC muss optimal arbeiten, um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga zu schaffen. Doch er muss morgen nicht zwingend beim Mitaufsteiger Eintracht Hildesheim gewinnen – auch wenn sich eine Niederlage besonders bitter anfühlen würde.

Die Erstliga-Saison des Bergischen HC hätte bislang besser, aber auch schlechter verlaufen können. Mit vier Zählern steht die Mannschaft von Trainer HaDe Schmitz auf einem Abstiegsplatz. Doch die Ergebnisse beweisen, dass die Mannschaft im Oberhaus gut mithalten kann. Deshalb empfindet Schmitz die 30:31-Niederlage gegen den TuS N-Lübbecke auch nicht als besonders bitter. "Man muss es umgekehrt sehen. Lübbecke ist keine Mannschaft, die wir von der Papierform schlagen sollten. Aber wir waren trotz wenig starker Leistung kurz davor."

Es ist eben eine Frage der Perspektive. Kurzfristig ist der Ärger über die verpasste Chance bei vielen groß. Ha De Schmitz geht es vielmehr darum, dass den Punkten nicht langfristig nachgetrauert wird. "Ich halte wenig davon, über den Druck in einem Spiel zu sprechen", sagt der Coach. "Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Deshalb haben wir in jedem Spiel Druck und müssen sicherlich auch gewinnen – aber niemals in Bezug auf eine Begegnung." Deshalb würde der Coach auch nie das Wort "Pflichtsieg" in den Mund nehmen, wenn er vom Auswärtsspiel bei Eintracht Hildesheim spricht. "Wir müssen dort nicht gewinnen", sagt Schmitz. "Aber wir treffen auf eine Mannschaft, die mit uns auf Augenhöhe ist." Es gehe um zwei ganz wichtige Punkte.

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Eintracht Hildesheim belegt den vorletzten Platz und hat bislang nur im Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen mit einem 30:26-Erfolg überrascht. Zuletzt setzte es sogar eine deftige 20:36-Pleite bei der SG Flensburg-Handewitt. So könnte der Bergische HC genau im richtigen Moment auf den Aufsteiger treffen. Morgen werden die Karten wohl wieder neu gemischt. Leistungsträger Michael Qvist, der zuletzt verletzt ausgefallen ist, wird gegen den BHC vermutlich wieder mit dabei sein. "Ich gehe zumindest davon aus. Wir haben uns taktisch auch auf diese Möglichkeit eingestellt", meint HaDe Schmitz. Außerdem ist Hildesheim in heimischer Halle traditionell stark. "In der Zweiten Liga haben sie alle Spiele zu Hause gewonnen."

Auch die Bergischen werden mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein in das Duell der Aufsteiger gehen. "Die Mannschaft ärgert sich natürlich über die jüngste Niederlage. Wir haben die Gründe erforscht und werden es hoffentlich besser machen." Mit einem Sieg könnte die Truppe den Abstiegsplatz verlassen und den Anschluss ans untere Mittelfeld herstellen, das derzeit aus drei Teams mit je sieben Punkten besteht.

Kristian Nippes kehrt zurück

Das Training ist sehr ordentlich gelaufen. Einige Spieler befinden sich zwar am Limit durch die Belastungen mit den Nationalmannschaften vor zwei Wochen, doch es wird keine weiteren Ausfälle geben. Im Gegenteil: Kristian Nippes wird wieder zum Einsatz kommen. Der Linkshänder hatte sich beim Erfolg gegen den SC Magdeburg eine Verletzung an der Leiste zugezogen und musste seitdem aussetzen. Fabian Böhm hat weitere Fortschritte gemacht und steht ebenfalls zur Verfügung. Wieder im Training ist Henning Quade. "Es ist ganz erfreulich, wie es bei ihm läuft." Aber wann er wieder dabei sei, könne Ha De Schmitz nicht sagen. Christian Hoße hingegen fällt noch lange aus. Der Linksaußen wurde gestern in Bremen an der Schulter operiert.

Handball-Bundesliga: Eintracht Hildesheim – Bergischer HC (Sonntag, 17.30 Uhr, Sparkassen-Arena).

(trd)