Bergischer HC : Entscheidende Kleinigkeiten

Von der ersten bis letzten Minute kämpfte der Bergische HC. Richtig gefährlich wurde der Aufsteiger den Füchsen Berlin nicht. Den in den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte erspielte Vier-Tore-Vorsprung transportierte der Favorit mit der individuellen Klasse eines Rückraum-Trios zum 32:29-Sieg.

Bob Hanning hatte ein schlechtes Gefühl. "Wir sind derzeit nicht so gut drauf", erklärte der Manager der Füchse Berlin vor Spielbeginn. Zu gut waren ihm die Auftritte seines Handball-Erstligisten gegen die beiden anderen Aufsteiger in Erinnerung. "Da hatten wir uns jeweils schwergetan und haben nur gewonnen, weil Hüttenberg und Hildesheim damals noch schlechter waren." Vor dem Bergischen HC allerdings zeigte Bob Hanning großen Respekt, den er vor allem an den Heimauftritten gegen den HSV Hamburg und den SC Magdeburg festmachte.

Das Gefühl hatte ihn nicht getäuscht. Der Tabellenvierte tat sich schwer an dem Ort, wo Bob Hanning lange Zeit als Trainer aktiv gewesen war. Die Löwen-Abwehr stand so gut, dass sich das Team um Mittelmann Bartlomiej Jaszka einiges einfallen musste, um zum Torerfolg zu kommen. Weil einfache Würfe aus dem Rückraum nur selten funktionierten, probierten es die Berliner in der Endphase der ersten Halbzeit vermehrt mit schnellen Ballstafetten, um Ivan Nincevic und Markus Richwien auf Links- oder Rechtsaußen sehenswert freizuspielen.

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Auf der Gegenseite mussten die Bergischen ebenfalls Geduld zeigen, um zum erfolgreich zu sein. Anfangs hatte sich die Abwehr vor Füchse-Keeper Silvio Heinevetter auf die Rückraum-Achse Fabian Böhm, Hendrik Knudsen und Runar Karason konzentriert — so fanden die Bälle bei Hendrik Pekeler einen dankbaren Abnehmer. Und als der Kreisläufer im Fokus des Innenblocks stand, trafen Karason, Böhm oder der eingewechselte aus der Distanz.

Einmalige BHC-Führung

Es waren die Kleinigkeiten, die verhindert haben, dass die Bergischen ein zweites Mal nach dem 1:0 (Pekeler) in Führung gehen konnten. Gerade hatte der wie zuletzt in Hildesheim gut aufgelegte Mario Huhnstock mit einer Doppelparade gegen Sven-Sören Christophersen und Markus Richwien den Weg geebnet für den umjubelten 9:9-Ausgleich durch Hendrik Pekeler, erwischte es den Torschützen und Jiri Vitek in kurzer Folge mit Zeitstrafen.

Nach der dreiminütigen Überzahlphase hatten die Füchse ihre Zwei-Tore-Führung wieder zurück. Mario Huhnstock konnte halten, was er wollte. Immer wieder hatten Colin Hartmann und Stefan Schneider irgendwo noch ein Foul gesehen, das den Gästen eine neue Chance zum Abschluss gab.

In Durchgang zwei reichte dem Team aus der Bundeshauptstadt ein kurzer Zwischenspurt, um den 15:13-Halbzeitstand in das Mini-Polster zu verwandeln (35./19:15), das transportiert wurde, um beide Punkte aus Wuppertal mitzunehmen. Mit mehr Engagement in der Abwehr wurde es den Löwen schwerer gemacht.

Weil die Offensive nun mehr Kraft kostete, entstanden in der Defensive die Lücken, die Petersson, Jaszka oder Christophersen mit ihrer individuellen Klasse zu nutzten wussten. Zusammen erzielte das Trio in den zweiten 30 Minuten 13 der 17 Füchse-Treffer. Die bis zur letzten Minute kämpfenden Löwen konnte den mit 32:29 siegreichen Berlinern zur Erleichterung von Bob Hanning nicht mehr gefährlich werden.

(RP/rl)