Bergischer HC : Einen neuen Mann im Visier

Der Bergische HC hat das Bundesligaspiel gegen die Füchse Berlin in der Defensive verloren. So lautet das Fazit der Analyse, die Füchse-Manager Bob Hanning mit einer gut gemeinten Kritik ins Rollen gebracht hat.

Dagur Sigurdsson ist glücklich, dass seine Füchse die Partie beim Bergischen HC schadlos überstanden haben. Der Trainer hat bereits vor Spielbeginn gewusst, dass es für seine Mannschaft sehr schwer werden würde.

"Zum Glück haben wir im Angriff nie den Rhythmus verloren", sagt der Füchse-Coach. Was Sigurdsson positiv für seine Mannschaft darstellt, formuliert Manager Bob Hanning kritischer: "Dem Bergischen HC hat das Abwehrverhalten gefehlt. Um die Erste Liga zu halten, muss das besser werden." Der ehemalige Trainer der SG Solingen formulierte die klaren Sätze nicht, um seinen ehemaligen Verein in ein schlechtes Licht zu rücken. "Der Bergische HC liegt mir mehr am Herzen als andere Klubs. Deshalb möchte ich das auch ehrlich sagen."

Hat Bob Hanning Recht? Die Abwehr hat in der ersten Halbzeit eigentlich einen recht ordentlichen Eindruck gemacht. Sie wurde durch zahlreiche Paraden von Mario Huhnstock gerettet, erkämpfte aber auch Ballverluste oder zwang die Berliner zu wenig aussichtsreichen Abschlüssen.

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HaDe Schmitz ließ die Aussage deshalb auch nicht ganz ungefiltert stehen. "Ich fand die Defensive in der ersten Hälfte nicht so schlecht", sagte der BHC-Coach. "Aber es ist grundsätzlich so, dass wir ein Problem in der Deckung haben." Tatsächlich gibt der Angriff wenig Anlass zur Sorge. Die Füchse zeigten sich beeindruckt von der Bergischen Angriffsmaschine.

Um eine Chance auf die Sensation zu haben, wäre eine herausragende Abwehr nötig gewesen. Dafür fehlt HaDe Schmitz ein Spieler, wie er selbst einräumte. "Wir haben mit Hendrik Pekeler einen Spieler im Deckungszentrum, der seinen Job gut macht. Daneben probieren wir immer wieder Leute aus, aber eigentlich haben wir keinen, der in der Bundesliga für Furore sorgen kann."

Der BHC befindet sich derzeit auf der Suche nach einem Neuzugang, der diese Aufgabe lösen kann. "Die wachsen leider nicht auf Bäumen", meint HaDe Schmitz. "Die Bundesliga hat ein Weltklasse-Niveau. Da ist es schwer, diese wichtige Position auszufüllen." Dennoch befinde sich der Verein am Ball. "Wenn jemand einen Spieler weiss, bitte bei mir oder Stefan Adam melden", scherzt der Coach. Bis dahin müsse sich seine Mannschaft mit den Mitteln wehren, die ihr zur Verfügung stehen. "Das heißt, wir versuchen das Defizit mit unermüdlichem Training auszugleichen."

Ein Grund zur Panik besteht freilich nicht. Die Bergischen haben mit drei Toren Unterschied gegen ein Spitzenteam der Bundesliga verloren. Die Leistung war beachtlich und hat nur gerade eben nicht gereicht, um das ganz enge, umkämpfte Spiel zu erwirken. BHC-Manager Stefan Adam war es deshalb wichtig, die Aussagen zu relativieren: "Wir haben ein Spiel auf Augenhöhe gesehen. Niemand — kein Zuschauer, Sponsor oder Pressevertreter — ist heute in der Annahme gekommen, dass wir Berlin schlagen. Und ich glaube auch, dass niemand unzufrieden nach Hause gegangen ist."

(trd)