Bergischer HC : Die entscheidenden Aktionen

Gegen den TuS N-Lübbecke musste der Bergische HC wieder einmal einen deutlichen Rückstand aufholen. Zwar war der Aufsteiger bereits zur Halbzeit in Reichweite (15:16), Mitte der zweiten Hälfte wurden jedoch die Big Points verpasst. Den Sieg entführten die Ostwestfalen mit 31:30.

Kenneth Klev hat den richtigen Riecher. Nach einem Fehlversuch entscheidet sich der Norweger gegen das Zurücklaufen in die eigene Abwehr und taucht stattdessen aus dem Hinterhalt am Wurfkreis auf. Genau dort an der Stelle, wo Tim Remer im Rückwärtsfallen den gerade eroberten Abpraller hinpasst. Klev nimmt das Geschenk an und verkürzt unter tosendem Applaus zum 14:15.

Die Stimmung in der ausverkauften Klingenhalle wird noch besser, als Jan Stochl zum ersten Mal seit seiner Einwechslung in der 16. Minute so zur Stelle ist, wie es vonnöten gewesen wäre, um schon früher in Reichweite des TuS N-Lübbecke zu kommen. Erst rettet der Innenpfosten für den Keeper des Bergischen HC, den Nachwurf von Rechtsaußen Tim Remer pariert er. Im Gegenzug lässt Runar Karason den ersten Ausgleich folgen (27. /15:15).

Es sind die entscheidenden Aktionen, mit denen der BHC kurz vor dem Seitenwechsel nach einer wenig überzeugenden Vorstellung im Spiel angekommen ist. Nun ist sie da, die Geduld, die Angriffe bis zur freien Wurfchance zu Ende zu spielen. Nun sind sie da, die Paraden eines Torhüters, die Sicherheit geben. Nun sind sie da, die Fehler aufseiten des TuS N-Lübbecke, die bis dahin fast nur den Gastgebern unterlaufen waren.

Abgesehen von den fünf Minuten unmittelbar nach Wiederbeginn machen die Bergischen in der zweiten Hälfte dort weiter, wo sie aufgehört haben. Jan Stochl steigert sich und hat auch mal das Glück auf seiner Seite.

Die erneute Aufholjagd nach dem 17:20 (35.) ist nur vier Minuten später vollendet, nachdem Runar Karason, Kenneth Klev und Jens Reinarz in Serie für den BHC getroffen haben. Und wieder gelingt eine entscheidende Aktion: Runar Karason lässt es anschließend aus dem Rückraum zur ersten Führung krachen.

Zwei-Tore-Vorsprung verpasst

Weitere Big Points wollen an diesem Handball-Abend allerdings nicht mehr gelingen. Jan Stochl hat den Weg geebnet für eine mögliche Vorentscheidung in der 48. Minute. Der abgewehrte Ball gegen Nicky Verjans bringt sein Team beim 26:25 in Ballbesitz.

Im Gegenzug bekommt Jiri Vitek die Chance zum Nachwurf, scheitert am Pfosten. Ein weiterer Ballverlust der Ostwestfalen beschert Jens Reinarz die nächste Möglichkeit, die Führung erstmals auf zwei Treffer auszubauen. Beim Tempogegenstoß scheitert der Linksaußen am gut aufgelegten TuS-Keeper Mario Quenstedt.

Stattdessen gelingen Tomasz Tluczynski (Siebenmeter) und Arne Niemeyer die entscheidenden Aktionen. Sie lassen drei Treffer in Serie folgen und bringen N-Lübbecke ihrerseits mit 28:26 in Front (54.). Auf Fehler oder einen weiteren Ballverlust hoffen die Bergischen in den sechs Schlussminuten vergeblich.

Jedes BHC-Tor wird mit einem Gegentreffer beantwortet. Der letzte Patzer bei offener Manndeckung kommt zu spät: Den finalen Wurf muss Runar Karason von der Mittellinie abgeben. Quenstedt hat den richtigen Riecher und steht genau an der richtigen Stelle, um den Ball über die Latte zu lenken.

(RP)