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Solingen: Der Mittelstand schaut mit Zuversicht in die Zukunft

Creditreform-Bilanz für Solingen, Remscheid und Leverkusen : Mittelstand mit Zuversicht in die Zukunft

An der Herbstumfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform beteiligten sich diesmal wegen der Corona-Pandemie nur 158 Unternehmen aus dem Großraum Solingen, Remscheid und Leverkusen.

Die Stimmung unter den mittelständischen Unternehmen der Region hat sich trotz der zweiten Corona-Welle verbessert – die Firmen schauen wieder zuversichtlicher nach vorne. Das sagt Creditreform-Geschäftsführer Ole Kirschner mit Blick auf die Wirtschaftslage im Mittelstand im Herbst 2020.

An der Umfrage der Wirtschaftsauskunftei von der Kuller Straße beteiligen sich in der Regel zwischen 280 und 340 Unternehmen. Angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie nahmen an der Umfrage diesmal lediglich 158 Firmen teil. „Verständlichere Weise, die Unternehmen haben einfach andere Sorgen“, sagt Ole Kirschner. Dennoch sieht der Creditreform-Geschäftsführer in den Umfrageergebnissen ein „interessantes Stimmungsbild des lokalen Mittelstandes, der trotz aller Hiobsbotschaften der vergangenen Wochen wieder zuversichtlicher in die Zukunft schaut“.

Denn der Anteil der Unternehmen, die von einer „sehr guten“ oder

„guten“ Auftragslage in den vergangenen sechs Monaten berichten, liegt aktuell noch bei 59 Prozent – nur sechs Prozent der Firmen bezeichnen ihre Geschäftslage als „mangelhaft“ oder „ungenügend“. „In Schulnoten ausgedrückt ergibt sich immerhin noch eine 2,6 – nach 2,9 im Frühjahr“, sagt Ole Kirschner.

57 Prozent der Mittelständler haben ihre Angebotspreise konstant

gehalten, 27 Prozent der Befragten konnten Preiserhöhungen am Markt

durchsetzen. Bei den mittelständischen Umsätzen ist allerdings ein Einbruch zu verzeichnen: 43 Prozent der befragten Unternehmen berichten von Umsatzverlusten, teilweise von Umsatzeinbrüchen.

Unter den knapp 160 befragten Unternehmen aus der Region Solingen, Remscheid und Leverkusen kommen rund 35 Prozent aus der Industrie. Das Baugewerbe ist mit 14 Prozent, Handel und Dienstleistungsbereich mit 19 beziehungsweise 32 Prozent vertreten. Am besten fällt die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftssituation auf dem Bausektor aus: Mehr als zwei Drittel der befragten Mittelständler der Bau- und baunahen Wirtschaft bezeichnen die gegenwärtige Situation als „gut“. Über eine schlechte oder auch nur „ausreichende“ Geschäftslage klagt keiner der Befragten. Das ergibt unter dem Strich eine Durchschnittsnote von 1,9.

Auch die Händler und die Dienstleister liegen mit einer der Note von 2,2 deutlich besser als der regionale Durchschnitt. Kirschner: „Das Schlusslicht bei der Betrachtung der einzelnen Branchen bildet die Industrie mit einer Durchschnittsnote 3,4.“

Der Mittelstand ist üblicherweise ein Jobmotor. Doch in den vergangenen Monaten wurden in der Region laut Creditreform rund 3000 Stellen abgebaut. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform geht allerdings davon aus, dass vom Mittelstand schon bald wieder positive Impulse zu erwarten sind. Ole Kirschner: „Besonders von Händlern und Dienstleistern werden rund 1000 neue mittelständische Arbeitsplätze für die Region avisiert.“

Als positives Stimmungsbild wertet Creditreform auch die Investitionsbereitschaft: 62 Prozent der Befragten wollen in naher Zukunft Investitionen auf den Weg bringen.