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Solingen: Kplus-Gruppe führt Fusionsgespräche mit GFO

Krankenhaus in Solingen : Kplus führt Gespräche mit Olper Franziskanerinnen

Der in Solingen ansässige Kplus-Verbund startet einen neuen Anlauf zu einer Kooperation. Nachdem die Verhandlungen mit der Neusser St. Augustinus-Gruppe gescheitert waren, spricht man nun mit einem anderen konfessionellen Träger.

Ein gutes halbes Jahr nachdem Verhandlungen über einen katholischen Krankenhaus-Zusammenschluss mit der Neusser St. Augustinus-Gruppe ohne konkretes Ergebnis beendet worden sind, nimmt der in Solingen ansässige Kplus-Verbund einen neuen Anlauf zu einer Kooperation. Wie die Kplus-Gruppe, zu der unter anderem die Ohligser St. Lukas Klinik gehört, am Dienstag mitteilte, laufen zurzeit Gespräche mit der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO).

Dabei verfolgen beide Seiten das Ziel, zu einer „Zusammenarbeit in der stationären Patientenversorgung“, also im Bereich der Krankenhäuser, zu kommen. So gehe es in „intensiven Gesprächen“ darum, „vor dem Hintergrund der gesundheitspolitischen Vorgaben eine spezialisierte und qualitativ gute Medizin, die Sicherheit von Arbeitsplätzen und den Erhalt katholischer Trägerstrukturen“ zu gewährleisten, hieß es bei Kplus.

Parallel befinden sich die zwei Verhandlungspartner auch schon in Gesprächen unter anderem mit dem NRW-Gesundheitsministerium und den Kostenträgern, ist „für eine Integration der Kplus-Gruppe in den GFO-Verbund und für gemeinsame Aktivitäten in der stationären Patientenversorgung“ doch die Zustimmung der Landes- und Bezirksregierung sowie besagter Kostenträher und des Kartellamtes notwendige Voraussetzung.

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Tatsächlich geht die Initiative zur Aufnahme der Kooperationsverhandlungen auf die Kplus-Gruppe als kleinerem der beiden potenziellen Partner zurück. „Als im Krankenhausmarkt eher kleiner Träger müssen wir uns einen starken Partner suchen. Nur so können wir den Fortbestand der konfessionellen Häuser in der Region langfristig sicherstellen“, sagte der Geschäftsführer der Kplus-Gruppe, Andreas Degelmann, am Dienstag.

Wobei, so der Kplus-Chef, allein der räumliche Schwerpunkt der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mit Häusern im Rheinland und im Bergischen Land für eine Zusammenarbeit spreche. Degelmann: „Die Kplus-Gruppe passt schon geografisch wie ein Puzzlestück in die regionale Struktur“.

Ursprünglich war vonseiten der Kplus-Gruppe vorgesehen gewesen, mit der in Neuss beheimateten St. Augustinus-Gruppe eine enge Zusammenarbeit einzugehen. Zu diesem Zweck waren Mitte 2019 erste Verhandlungen aufgenommen worden, die im Dezember vergangenen Jahres wiederum in eine neue Phase mit dem Ziel einer Fusion eingetreten waren.

Ende April 2020 hatten beide Seiten dann die Gespräche für beendet erklärt. Als Gründe hierfür waren seinerzeit die Corona-Krise sowie die aus der Pandemie erwachsenden Unsicherheiten auf gesundheitspolitischem Gebiet angegeben worden, die langfristige Weichenstellungen eher schwierig erschienen ließen.

Inwieweit die nun begonnenen Verhandlungen mit der GFO zu einen tragfähigen Ergebnis führen werden, steht indes ebenfalls noch nicht fest. Zwar habe man sich „auf einen gemeinsamen Weg begeben“, sagte der Geschäftsführer der GFO, Ingo Morell. Gleichzeitig seien die Partner aber „von der Zustimmung vieler anderer Gremien abhängig“, weswegen der Prozess „ergebnisoffen“ sei, so Morell. Mit konkreten Resultaten ist in einigen Monaten zu rechnen.

Zur Kplus Gruppe gehören vier Krankenhäuser mit fünf Standorten, fünf Medizinische Versorgungszentren (MVZ), 13 Senioreneinrichtungen, zwei Schulen und eine Inklusionsgesellschaft. Die Einrichtungen liegen im Städtdreieck Solingen / Leverkusen / Düsseldorf.

Zum Verbund der GFO zählen wiederum insgesamt acht Krankenhäuser mit 14 Standorten, neun MVZ, 20 Einrichtungen der Altenhilfe, 14 der Kinder- und Jugendhilfe, sechs Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen sowie zwei Hospize. Unter den Krankenhäusern der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe befindet sich unter anderem das St. Martinus-Krankenhaus in Langenfeld.