Ohligs-Ost in Solingen: Hotel am Hauptbahnhof soll 2021 eröffnen

Stadtentwicklung : Hotel am Hauptbahnhof soll 2021 eröffnen

Die Verträge sind in trockenen Tüchern. In Ohligs-Ost entsteht für 20 Millionen Euro ein Hotel der Mittelklasse. Baustart ist für Anfang 2020 vorgesehen.

Über 6000 Quadratmeter Fläche, fast 160 Zimmer und ein Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro – die Pläne für ein neues Hotel auf der Ostseite des Solinger Hauptbahnhofs werden immer konkreter. Denn wie die Stadt sowie der Investor, die Hotel Solingen GmbH, am Freitag angekündigt haben, sollen die Bauarbeiten bereits Anfang kommenden Jahres starten, damit die ersten Gäste spätestens Mitte 2021 erstmals in Ohligs übernachten können.

Damit biegt nach Jahren der Vorbereitung eines der zentralen städtebaulichen Projekte im Solinger Westen auf die Zielgerade ein. Wobei Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) die Tragweite des Vorhabens nicht auf Ohligs allein beschränkt sehen will – weswegen der Verwaltungschef bei der Vorstellung der Pläne im Rathaus jetzt noch einmal ausdrücklich betonte, die Nachricht vom demnächst bevorstehenden Baubeginn am Hauptbahnhof sei eine gute Kunde „für die gesamte Stadt“.

Eine Entwicklung, die in den vergangenen Wochen gleichwohl immer stärker abzusehen gewesen war. So hatte der Solinger Unternehmer Michael Kölker schon im Februar auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, ein entsprechendes Grundstück veräußert zu haben. Und nachdem die Hotel Solingen GmbH der Investoren Karsten Monke sowie Marc K. Thiel nun auch noch mit dem Eigentümer des zweiten Grundstücks, der Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft, handelseinig geworden war, konnten zuletzt die Kaufverträge unterschrieben werden.

Tatsächlich dürfte die Gegend auf der Ostseite des Bahnhofs durch das Hotel eine weitere Aufwertung erfahren. So ist angedacht, an der Ecke Steinstraße / Sauerbreystraße ein fünfgeschossiges Gebäude zu errichten, dass nicht allein ein Hotel der Dreisterne-Kategorie beherbergt, sondern auf 400 Quadratmetern einen zusätzlichen gastronomischen Betrieb erhalten wird. Der Zugang zum Bahnhof selbst soll über einen Gang in der Mitte der Immobilie erfolgen, der seinerseits zum Fußgängertunnel des Hauptbahnhofs hinführt.

Auf diesem Areal entsteht das neue Hotel. Die alten Häuser im Hintergrund werden noch dieses Jahr angerissen. Im vorderen Bereich entstehen 54 Parkplätze und 30 Rad-Stellplätze. . Foto: Zelger, Thomas

Dabei kommt der Gastronomie mit ihren geplanten Öffnungszeiten bis in die Abendstunden – neben dem eigentlichen Hotel – eine maßgebliche Bedeutung zu. „Wir wollen, dass Leben in Ohligs-Ost ist“, sagte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter bei der Präsentation, derweil OB Kurzbach unterstrich, die Stadt Solingen werde ebenfalls noch einmal Geld in die Hand nehmen. Tim Kurzbach: „Wir werden den Platz vor dem Hotel schöner gestalten“.

Den Betreiber des Übernachtungkomplexes will die Hotel Solingen GmbH in den nächsten Wochen bekanntgeben. „Wir haben uns mittlerweile mit einer international tätigen Kette geeinigt“, sagte Mit-Gesellschafter Thiel, der wie sein Geschäftspartner Monke betonte, die genaue Art der zukünftigen Gastronomie erst später vorstellen zu wollen.

Sobald das Projekt verwirklicht ist, soll der Hotelbau an weitere Investoren – etwa einen Fonds – verkauft werden. Der Mietvertrag für den Hotelbetrieb wird voraussichtlich, wie in der Branche üblich, für 20 Jahre geschlossen.

In der Solinger Politik sorgte die Nachricht vom Durchbruch bei den Hotel-Plänen nach ihrem Bekanntwerden für Freude. „Da sich eine bekannte Kette als Betreiber des Business-Hotels anbietet, wird die Attraktivierung des Bahnhofs-Umfeldes und des Hotelangebots keine Utopie mehr sein“, stellte beispielsweise der Vorsitzende des Planungsausschusses, Bernd Krebs (CDU), fest.

Die Investoren Karsten Monke (l.) und Marc K. Thiel wollen 20 Millionen Euro in die Hand nehmen. Foto: Martin Oberpriller

Marc Westkämper, CDU-Bezirksbürgermeister von Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid, hob wiederum die städtebaulichen Implikationen hervor. „Eine Hotel wird nach den vielen Erfolgsprojekten der vergangenen Jahre ein weiterer Meilenstein sein“, sagte der Christdemokrat mit Blick etwa auf die Ansiedlung des IT-Entwicklers Codecentric sowie die im Juli anstehende Eröffnung des Galileums in Ohligs-Ost.

Parallel sind zusätzliche Projekte im Stadtteil geplant. So berichtete OB Kurzbach von Gesprächen über noch andere Grundstücke in Ohligs-Ost, während Stadtdirektor Hoferichter von dem neuen Hotel eine allgemein belebende Wirkung erwartet. Zum Beispiel sei es durchaus denkbar, dass im Zuge der Entwicklung auch ein – vielleicht höherpreisiges – Hotel in der City entstehe.

Das Hotel in Ohligs richtet sich vor allem an Messegäste in Köln und Düsseldorf. „Da schließen wir eine Lücke“, gab sich Investor Karsten Monke optimistisch.

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